landtag-mv.de ↗

Dr. Sylva Rahm-Präger

SPD 15.06.2023 Sitzungen 8/56

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Irgendwann im Frühjahr des Jahres 2012, den genauen Tag oder Monat, den kann ich nicht mehr sagen, bekam ich einen Anruf von Herrn Professor Klinkmann. Er stellte sich vor als Präsident des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern und beschrieb mir die Arbeit des Kuratoriums und die Aufgaben. Am Ende des Telefonats fragte er mich, ob ich mir vorstellen könnte, in Selbigem mitzuarbeiten. Ich war beeindruckt, denn einen solchen Anruf bekommt man ja auch nicht jeden Tag, und ja, natürlich war mir das eine Ehre und ist es mir eine Ehre. Dann kam die Einladung zur Sitzung des Kuratoriums und die Berufung und die Frage, in welcher Strategiegruppe ich gerne mitarbeiten würde. Und auch das war schnell klar. Es musste die Strategiegruppe V „Ernährung für die Gesundheit“ sein. Und im Verlauf des ersten Jahres bekam ich einen Überblick über die Arbeit des Kuratoriums, über die Arbeit der einzelnen Strategiegruppen. Der Masterplan 2020 war der Fahrplan. Alle Strategiegruppen hatten ihre Schwerpunkte gesetzt und an der Umsetzung wurde gearbeitet. Ich nenne kurz noch einmal die Strategiegruppen und ihre Schwerpunkte, aber wirklich nur ganz kurz: Das ist die Strategiegruppe I „Life Science“ mit den Projekten zur weißen, orangen und blauen Biotechnologie. Das ist die Strategiegruppe II, die „Gesundheitsdienstleistungen“, mit dem Adipositas-Netzwerk und dem Netzwerk der Heilmittelbringer. Das ist die Strategiegruppe III „Gesundes Alter(n)“ mit dem Schwerpunkt Telemedizin, um ein langes, eigenständiges Leben im gewohnten Umfeld realisieren zu können. Die Strategiegruppe IV, der „Gesundheitstourismus“, ein sehr weites Feld vom Gesundheitswesen in die wirtschaftlichen Segmente von Kurkliniken und zu weiteren Gesundheitsangeboten im privatwirtschaftlichen Segment und Verknüpfungen dieser, um deutschlandweit für die Destination Mecklenburg-Vorpommern zu werben, als Gesundheitsland. Und last, but not least die Strategiegruppe V „Ernährung für die Gesundheit“ mit der Entwicklung und Identifizierung gesünderer Lebensmittel aus regionalen Rohstoffen unter Einbeziehung der regionalen Ernährungswirtschaft. Was für eine Bandbreite an Wissen und Expertise und wie different zusammengesetzt! Der größte Teil der Gesundheitswirtschaft wird mit und aus den Sozialversicherungsbeiträgen an die Krankenkassen oder – neu – Gesundheitskassen finanziert. Das sind all die Leistungen, die jeder von uns mit seiner Kassenkarte in Anspruch nimmt: Hausarztbesuche, Facharztbesuche, Behandlungen, Heilbehandlungen, Krankenhausaufenthalte, Aufenthalte in Kurkliniken, Medikamente und vieles mehr. Und dann haben wir den Bereich der originären Wirtschaft innerhalb der Gesundheitswirtschaft. Dazu zählt die Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten – dazu ist hier schon viel gesagt worden – und Medikamenten. Dazu zählt die Entwicklung kostenpflichtiger Gesundheitsangebote in Ergänzung zu den aus den sozialversicherungspflichtig finanzierten Angeboten. Dazu zählt die Entwicklung effektiver Systeme zur Reinigung und Desinfektion, wie zum Beispiel die Anwendung von Plasma zur Oberflächenreinigung. Dazu zählt der gesamte Komplex an Forschung und Entwicklung für die Nutzung Künstlicher Intelligenz für die Diagnostik und Robotik, zum Beispiel in der Chirurgie. All diese Bereiche werden im Kuratorium Gesundheitswirtschaft abgebildet, aber hinter all diesen Themen stehen Firmen, stehen die Krankenkassen, stehen die Ärzte, die Pfleger, stehen Wissenschaftler und die Verwaltung. Es ist nicht einfach und es ist nicht trivial, so viele verschiedene Akteure zusammenzubekommen. Ein Verein oder Verband als Interessenvertretung, wie es klassischerweise nahezu in allen Bereichen üblich ist, wie zum Beispiel Kooperationsverbund Wasser-Abwasser deutschlandweit, Windenergieverband oder der Agrarmarketing-Verein, ist für dieses breit angelegte Konstrukt nicht möglich. Somit gelten auch nicht die üblichen Formalien, wie wir sie in Vereinen und Verbänden in den Satzungen festschreiben. Für diesen groß gedachten Zusammenschluss der Akteure der Gesundheitswirtschaft im Kuratorium Gesundheitswirtschaft musste es eine andere Form der Organisation sein. Als Organisationsform wurde eine GmbH gegründet, die BioCon Valley GmbH. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter auf all die Tätigkeiten eingehen, die von der BioCon Valley GmbH im Laufe der Jahre auch ausgeübt werden oder wofür sie steht, das ist hier schon ausführlich dargestellt worden. Ich möchte hier auf die Fortschreitung des Masterplans eingehen, auf den Prozess, der letztendlich zur Vorlage des Masterplans 2030 geführt hat. Die Arbeit der Mitglieder des Kuratoriums ist ehrenamtlich und es braucht die organisatorische Hilfestellung oder besser gesagt die Organisation im Hintergrund, damit dieser Prozess am Laufen gehalten wird und zum Erfolg wird. In dieser Organisation leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BioCon Valley GmbH hervorragende Arbeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Unsere Strategiegruppe V wurde in den Jahren seit 2017 durch Frau Katja Busch begleitet, und das hat sie immer hervorragend gemacht. Terminfindung, Einladungen, sehr geduldig, die Organisierung der Räume, soweit wir sie nicht in irgendwo in den eigenen Räumlichkeiten der Mitglieder der Strategiegruppe gefunden haben, eben alle Vor- und Nachbereitungen in Form von Protokollen, das alles ist im Ehrenamt nicht nebenbei zu leisten, aber nur so ist eine strukturierte Arbeit in den Strategiegruppen überhaupt möglich. Den inhaltlichen Teil leisten die Mitglieder der Strategiegruppen gemeinsam mit ihren externen Mitgliedern. Die Organisation des Prozesses liegt bei der BioCon Valley GmbH. Vielleicht noch ein kurzes Wort zu den externen Mitgliedern der Strategiegruppen. Den Kern der Strategiegruppen bilden die Mitglieder des Kuratoriums, aber für eine fundierte fachliche Arbeit zu den vielschichtigen Themen ist es notwendig, weitere Expertise einzubeziehen. Zu manchen Sitzungen unserer SG V waren wir 22 Experten, und es waren immer konstruktive, ergebnisorientierte Sitzungen. An dem Treffen, an dem alle Arbeitsgruppen teilgenommen haben und wir den Prozess zu den Querschnittsthemen angestoßen haben, hatten wir über 200 Fachleute aus allen Bereichen im Saal. Ich würde hier gerne kurz etwas sagen, weil das ist das Novum in dem Masterplan 2030: Das Novum sind die übergreifenden Handlungsfelder. Diese sind im Auswertungsprozess des Masterplans 2020 identifiziert worden. Diese übergreifenden Handlungsfelder sind erstens die Aus- und Weiterbildung, zweitens die digitale Transformation, drittens Innovation und Technologietransfer, viertens die Internationalisierung der Gesundheitswirtschaft und fünftens der große Themenbereich Nachhaltigkeit und biologische Transformation. An dieser Stelle möchte ich einen großen Dank an alle ordentlichen und externen Mitglieder, die in den Strategiegruppen aktiv an der Erstellung des Masterplans 2030 mitgearbeitet haben, sagen und einen großen Dank an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der BioCon Valley GmbH, die diesen Prozess und die entsprechende Struktur gegeben haben, damit dieser Masterplan überhaupt entstehen konnte. Vielleicht noch ein paar Worte zur Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft, die ja letzte Woche in Rostock stattgefunden hat. Was für ein organisatorischer Aufwand, meine sehr geehrten Damen und Herren! In der Programmkommission arbeiten ebenfalls die Vertreter der Strategiegruppen mit, sodass gesichert ist, dass die aktuellen Themen aus den verschiedenen fachlichen Bereichen thematisiert werden. Der Prozess beginnt bereits im September und wird ebenfalls durch BioCon Valley koordiniert. Ich ziehe den Hut vor Frau Friedrich. Solange ich Mitglied der Programmkommission bin, ist sie die Mitarbeiterin bei BioCon Valley, die maßgeblich für einen koordinierten Ablauf steht, die alle Wünsche und Befindlichkeiten versucht unter einen Hut, besser gesagt in ein koordiniertes Programm zu bekommen. In der heißen Phase vor und während der Tagung, wenn sowieso alle Beteiligten unter Strom stehen, liegen bei ihr die Zügel in ruhigen Händen. Ein Hoch auf solche Mitarbeiterinnen! Ich denke, da wird mir Lars Bauer als Geschäftsführer zustimmen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Ich denke, dass es für uns alle selbstverständlich ist, dass wir sowohl die Umsetzung des Masterplanes als auch die BioCon Valley GmbH in ihrer Arbeit unterstützen werden, und insofern bitte ich um Unterstützung dieses Antrages. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Rainer Albrecht, SPD: Sehr gut!)

Alle Reden von Dr. Sylva Rahm-Präger Protokoll ↗