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Katy Hoffmeister

CDU 14.06.2023 Sitzungen 8/55

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wie in den meisten Bereichen werden auch bei den Ärzten in den kommenden Jahren über 30 Prozent in den Ruhestand gehen. Das kennen wir, und wir debattieren das ja auch nicht das erste Mal. Und dabei stellt uns die ausreichende Versorgung jetzt schon in dem ländlichen Raum mit Haus- und Fachärzten vor erhebliche Probleme. Das Wort „Herausforderung“ wird den Problemen im Moment nicht mehr gerecht. Die sogenannte Landarztquote und die damit verbundene Bindung an den ländlichen Raum ist aus unserer Sicht ein wichtiges und richtiges Instrument. Und aus unserer Sicht müssen wir dieses Instrument ausbauen. Die Quote muss auf zehn Prozent erhöht werden. Hierfür wirbt die CDU-Fraktion schon lange. Dies ist sogar ausdrückliches Ziel auch anderer Länder, und zwar gemeinsam mit dem Bund. Sie können das nachlesen im verabschiedeten „Masterplan Medizinstudium 2020“ aus dem Jahr 2017. Es ist unverständlich, dass ausgerechnet die SPD sich stets dagegengestellt hat. Und dabei habe ich Herrn Barlen noch im Ohr, der uns stets wortreich erklärt, dass er ja eine dringend notwendige Erhöhung der Studienplätze für die Humanmedizin ablehnt, weil die Absolventen nicht im Land bleiben würden. Und natürlich ist uns bekannt, dass etwa 40 Prozent der Medizinabsolventen abwandern. Aber das ist doch kein Argument gegen eine Landarztquote, (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) sondern gerade eines dafür. Und aus unserer Sicht gehört zur Erhöhung der Landarztquote auch die Erhöhung der Studienplatzkapazitäten. Das ist nämlich ein Gleichklang, der zusammenpasst. Und über das Abwandern, ja, über das Abwandern, meine Damen und Herren, muss man sicherlich nachdenken. Aber ein Ansatz wäre, die Facharztausbildung möglicherweise anders zu konzipieren und zu überdenken. Aber dafür muss man das eine trotzdem machen und das andere eben auch nicht lassen, sondern auch machen. Und auf das Thema Abwanderung ist die Landarztquote aus unserer Sicht genau die richtige Antwort. Denn die Absolventen verpflichten sich ja geradezu vertraglich, im Land zu bleiben und dann auch im ländlichen Raum zu praktizieren. Wenn Sie sich weiterhin dagegen wehren, ist es doch offensichtlich, dass es Ihnen nicht um die bestmögliche medizinische Versorgung im ländlichen Raum geht, wenn Sie diese notwendigen Initiativen blockieren. Und neben den Hausärzten, meine Damen und Herren, müssen wir auch die Quote für die Fachärzte einführen, denn ansonsten werden wir die Lücken nicht schließen können. Sie können mal auf die Karte, auf die sehr digitale und gut übersichtliche Karte der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gehen, da sehen Sie die Versorgungsregionen. Und da sehen Sie auch beispielsweise, dass im Planungsbereich in Demmin die Hautarztquote bei 49,6 Prozent liegt. Das sei nur exemplarisch erwähnt. (Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE) Und wenn wir schon bei Haus- und Fachärzten sind, dann müssen wir unseren Blick auch auf die Zahnmedizin und auf die Apotheken richten. Auch hier stehen wir vor enormen Herausforderungen, vor Problemen gar in den folgenden Jahren, um die Versorgung sicherzustellen. Und als wenn der Antrag für heute gemacht wäre, sehen wir doch gerade, was in den Apotheken passiert. Es gibt die Initiative vom 07.06. – am Tag der Apotheken –, und dazu gab es eine Aktion, die lautete: „Zukunftsklau“. Und dabei ging es darum, dass man auf Lieferengpässe, Forderungen nach Vergütungsanpassungen und auf die Personalnot aufmerksam machte. Und gerade heute wissen wir, dass Apotheken geschlossen haben und ausdrücklich noch mal auch hier in unserem Land darauf aufmerksam gemacht haben, was ihre Forderungen sind. Und klar ist doch auch, kein Nachwuchs heißt keine Apotheke. Im Jahr 2000 gab es bundesweit noch 21.592 Apotheken, 2022 waren es nur noch 18.068 deutschlandweit – Neueröffnungen seit 2005 rückläufig, Schließungen verdreifacht. Blickt man allein nur auf die Seite der Apothekerkammer M-V, ergibt sich derzeit, dass 49 offene Stellen für Apotheker zu verzeichnen sind. Studienplätze für Pharmazie gibt es in Greifswald, wie wir alle wissen. Im Wintersemester und im Sommersemester werden dort jeweils 73 Studenten neu immatrikuliert – Studienabschlüsse im Studienjahr 2020/2021 allerdings nur 66. Und neben den Hausärzten, den Fachärzten und den Apotheken schlagen auch die Zahnärzte Alarm. Professor Oesterreich, niedergelassener Zahnarzt aus Stavenhagen, hat es wie folgt formuliert: Ich höre nicht auf zu bohren, und zwar im übertragenen Sinne, nämlich mit dem Ziel, nicht Zahn-, sondern auch noch Versorgungslücken zu schließen. Und weiteres Achtungszeichen: Allein in Nordvorpommern sind derzeit laut der Kassenzahnärztlichen Vereinigung nur 57,5 Prozent der Stellen besetzt. Das erfolgreiche Instrument der Landarztquote muss also auf diese Bereiche aus unserer Sicht ausgeweitet werden, um die Absolventen für den ländlichen Raum zu gewinnen und hier die Nachfolge in den Praxen und Apotheken zu sichern. Machen Sie dabei mit! Zum AfD-Antrag ist hingegen nicht viel zu sagen. Die Regierung hat zwischenzeitlich …

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