David Wulff
Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, das mit den Redereihenfolgen ist auch diese Woche überraschend. Aber nichtsdestotrotz, das kriegen wir schon hin. (allgemeine Unruhe) So kann ich wenigstens gleich auf den Kollegen Albrecht, also den wahren Albrecht, irgendwie einmal reagieren. (allgemeine Heiterkeit) Also bitte! Ja, das bleibt jetzt so. Wir dürfen hier keine Lex Sport machen. Also natürlich, mit so einem Sportfördergesetz, dann ist es am Ende ja eine Lex Sport. Ich verstehe schon, Sie wollen jetzt irgendwie keine besondere Ausnahme für das Thema an den Sportgymnasien haben, aber mal wirklich – der Kollege Renz hat das doch gerade schon gesagt gehabt –, wir haben hier ein ganz konkretes Problem vor der Brust, mit dem wir uns beschäftigen müssen. Herr Kollege Waldmüller hatte das ja schon hinreichend eingeführt, ganz nüchtern, ganz sachlich die Probleme benannt, die Lösungswege benannt. Und es ist ja wohl wirklich mittlerweile so, hier muss man alles selber machen. Wenn die Regierung sich nicht bewegt, muss die Opposition kommen und mit den ordentlichen Vorschlägen um die Ecke kommen, sauber ausgearbeitet und umsetzbar. Wir bewegen uns hier aber wieder in einem Feld, wo wir vielleicht auch noch mal grundsätzlich – und das habe ich so auch aus dem einen oder anderen Redebeitrag hier mitgenommen –, uns einfach mal grundsätzlich über das Thema Sport hier unterhalten müssen, also Sport und Sportförderung. So, und da gehören für mich Breitensport und Spitzensport zusammen. Das muss man beides zusammendenken. Wir werden an anderer Stelle in dieser Legislatur mit Sicherheit uns noch sehr intensiv über das Thema Breitensport, Sportplätze in unseren Gemeinden, auf den Dörfern, in den Städten hier unterhalten, wie wir Jugend bewegen, wie wir Vereine fördern et cetera, aber, wenn wir uns bei dem Thema Spitzensport hier noch mal mit dem Thema genauer beschäftigen, dann ist doch das Thema Internate ja nur eins, mit dem wir uns hier gerade ganz akut beschäftigen müssen. Frau Drese hat gesagt, unsere Sportschulen hier, die sind auch von überregionaler Bedeutung. Also ich weiß nicht, ich kann mich an ein Treffen mit dem Landessportbund erinnern, da haben die eigentlich eher darüber geklagt, dass die ganzen Spitzensportler unser Bundesland verlassen, die gehen woandershin. Die nehmen nicht unsere Spitzensportschulen hier in Anspruch, die nehmen nicht unsere Internate hier in Anspruch, sondern die gehen nach Potsdam oder sonst wo, einfach, weil die Bedingungen hier nicht stimmen. Und das ist doch ein alarmierendes Signal! Wenn wir uns das andersrum mal angucken, nur zwei Beispiele: Nordrhein-Westfalen, die haben eine Sportstiftung, die übernehmen 350 Euro pro Monat Internatskosten, das ist schon ein richtiger Batzen, ein bisschen weniger, aber dennoch nicht von der Hand zu weisen. Denn die Frage ist: Über welche Wege unterhalten wir uns hier? Ja, wenn wir das Thema „Sportförderung/Spitzensportförderung“ und auch „Internate in den Sportschulen“ hier ernsthaft mal miteinander diskutieren wollen, dann müssen wir vielleicht auch mal gucken, ob wir nicht noch innovativere Wege dafür finden. In Dresden ist es so, dass die Stadt 50 Prozent der Internatskosten, also bis zu 277 Euro pro Monat, übernimmt. So, Dresden – Dirk Hilbert ist dort auch schon seit längerer Zeit Bürgermeister, auch von der FDP –, (allgemeine Heiterkeit) dort ist uns Sport natürlich auch ein wichtiges Anliegen, genauso wie hier in diesem Bundesland. (Zuruf von Christian Brade, SPD) Wenn wir uns ... (Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) Du musst dann mal eine Kurzintervention sonst machen, dann höre ich das besser. Aber ansonsten gucken wir uns doch mal an, wie attraktiv das Ganze hier ist. Und wenn wir uns gerade bei dem Thema Spitzensport Sportschulen angucken und wir feststellen, die Leute gehen woandershin, die kommen gar nicht mehr hier so sehr an unsere Schulen, weil das nicht attraktiv ist, dann gucken wir uns vielleicht auch mal an, wie sieht das denn aus mit den Olympiastützpunkten, weil das gehört ja am Ende auch alles miteinander zusammen, weil die jungen Menschen, die wir hier für Spitzensport begeistern, sind natürlich auch diejenigen, die uns in internationalen Wettkämpfen bis hin zu Olympia vertreten. 2012 in London hatten wir noch 15 Sportler aus Mecklenburg-Vorpommern, 2016 in Rio waren es nur noch 4, 2020 in Tokio 6. Was allerdings positiv – wir wollen ja hier nicht nur meckern –, was positiv hervorzuheben ist, bei den Paralympics stehen wir gar nicht so schlecht da. Da haben wir mit Lindy Ave aus Greifswald ja sogar eine Silbermedaillengewinnerin hier bei den Paralympics. (Zuruf von Marcel Falk, SPD) Bitte? (Zuruf von Marcel Falk, SPD) Ich … Gut! Ja, ja, komm …
