Ann Christin von Allwörden
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Jetzt merke ich gerade, ich habe meine Brille nicht auf, aber es geht trotzdem, hoffe ich. (Heiterkeit bei Nikolaus Kramer, AfD: Willst du meine haben? – Heiterkeit bei David Wulff, FDP, und Ministerin Stefanie Drese) Ich fahr mal ein bisschen noch weiter runter. (Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der AfD, FDP und Ministerin Stefanie Drese) Zukunft, Digitalisierung, Automatisierung und dann auch noch Robotisierung – diese vier Schlagworte erzeugen in der Regel schon für sich alleine gestellt die Aufmerksamkeit der geneigten Leser und Zuhörer. Aneinandergereiht ist dieser Effekt dann nochmals um ein Vielfaches größer. Ist der AfD mit diesem Antrag also der große Wurf gelungen, (Nikolaus Kramer, AfD: Ja.) oder bleibt es bei bloßer Effekthascherei? (Zurufe vonseiten der Fraktion der SPD und Torsten Renz, CDU: Ja. – Nikolaus Kramer, AfD: Nein.) Beim Lesen des Antrags musste ich schnell feststellen, dass die AfD viel von der Zukunft spricht, aber offenbar in der Vergangenheit lebt. Und bei dem, (Beifall vonseiten der Fraktionen der FDP, DIE LINKE, Marcel Falk, SPD, und Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) bei dem Antrag habe ich, also bei der Einbringung habe ich dann auch noch gemerkt, nee, Sie sprechen auch nicht wirklich von der Zukunft, sondern eigentlich haben Sie sich die meiste Zeit tatsächlich in der Vergangenheit aufgehalten, passt dann aber ja auch ein bisschen zu dem Antrag. Der Status quo, den Sie in Ihrem Antrag beschreiben, ist längst überholt und wir sind einen Schritt weiter und müssen somit auch andere Schwerpunkte setzen. Die Phasen von Pilotprojekten haben das Land und die Unternehmen in unserem Land glücklicherweise schon verlassen und nun wird es darauf ankommen, weitergehende Maßnahmen zu ergreifen, damit Digitalisierung, Automatisierung und Robotisierung flächendeckend bei den Unternehmen in unserem Bundesland ankommen. Insbesondere die Forschung an unseren Universitäten und Hochschulen muss gestärkt werden und in dem Zusammenhang auch ein umfassender Wissens- und Technologietransfer in die kleinen und mittleren Unternehmen erfolgen. Aber auch die Start-ups muss die Landesregierung in den kommenden Jahren in den Fokus rücken und deren Gründung und Arbeit entbürokratisieren sowie deutlicher unterstützen. Hier besteht noch viel Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns. Meine Damen und Herren, ein Thema, das derzeit in aller Munde ist, haben Sie aber leider komplett unter den Tisch fallen lassen. Nämlich, na? (Zuruf aus dem Plenum: Na?) Die Künstliche Intelligenz. (Zuruf aus dem Plenum: Aha!) Die Debatten um ChatGPT und vor allem die Geschwindigkeit, mit der diese es in eine Breite der Bevölkerung geschafft haben, zeigen, die Menschen sind aufgeschlossen gegenüber Künstlicher Intelligenz, und sowohl für die Wirtschaft als auch für die Verwaltung gibt es hier unendliche Möglichkeiten, Prozesse zu automatisieren. KI wird in fast allen Bereichen der Gamechanger der nächsten Jahrzehnte sein und auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken können. Das Thema ist essenziell für die Zukunft unseres Bundeslandes und wir dürfen den Anschluss nicht verlieren. Im KI-Zentrum in Rostock wird derzeit mit sehr begrenzten Mitteln hervorragende Arbeit geleistet, (Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) aber auch in meinem Wahlkreis, an der Hochschule in Stralsund wird beispielsweise zu Künstlicher Intelligenz geforscht. Das reicht aber langfristig bei Weitem nicht. Am Ende bleibt festzuhalten, Sie haben viele Themen angerissen, aber die Substanz und der Blick auf das große Ganze fehlen. Der vorliegende Antrag hat einen schönen Titel, aber das war es dann leider auch schon. Meine Fraktion wird diesen Antrag daher ablehnen. – Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU und David Wulff, FDP)
