Martin Schmidt
Vielen Dank, Frau Landtagspräsidentin! Hallo, Herr Winter! Ja, also ich kann das so nicht stehen lassen, wenn Sie sich da hinstellen und uns irgendwie „libertären Unsinn“ oder so was vorwerfen. Ich bin ja auch immer wieder überrascht, wie wir kategorisiert werden als AfD-Fraktion. Mal sind wir irgendwie die autoritären Staatsfeinde, jetzt sind wir die anarchistischen Libertären. Also irgendwie müssen Sie sich da auch mal einig werden, was wir eigentlich sind. Also da sehe ich auch noch nicht so ganz durch, wie da Ihre Parteiideologie funktioniert. Aber wenn Sie sagen, dass diese Idee hier „libertärer Unsinn“ ist, dann sagen Sie das bitte auch beim nächsten Mal, wenn Sie bei der IHK sind, wenn Sie beim Handelsverband sind, wenn Sie das nächste Mal am Strand flanieren, irgendwo an unserer schönen Ostseeküste, sagen Sie den ganzen Einzelhändlern dort: Hey, ihr wollt doch sicherlich alle sonntags in die Kirche gehen und nicht euer Geschäft aufmachen. (Zuruf von Nikolaus Kramer, AfD) Ich glaube, die zeigen Ihnen da eher die Möwe und sagen, Sie haben keine Ahnung. (Zuruf von Marcel Falk, SPD) Und wenn Sie unseren Antrag auch gelesen hätten, dann würden Sie ja sehen, dass es uns vor allen Dingen um inhabergeführte Geschäfte geht und nicht um Arbeitnehmer. Und auch viele Arbeitnehmer – das hat mein Kollege Paul Timm ja auch schon angedeutet – wollen ja eben viel arbeiten, viel Geld mit nach Hause nehmen. Wir haben viele ausländische Fachkräfte auch im Einzelhandel. Ich kenne viele Polen, die sagen, ich will lieber ein paar Stunden dranhängen, dafür einen Tag früher nach Hause und so weiter. Und auch in Polen, ich habe selbst da auch einige Jahre gelebt, gab es damals noch die Sonntagsöffnung. Das hat auch den strengsten Katholiken dort kaum gestört. Und von daher verstehe ich diese Einwände aus religiösen Bedenken und Arbeitnehmersicht nicht und auch nicht Ihre kruden Vorstellungen, dass das hier was mit Libertarismus zu tun hat. Das hat was damit zu tun, dass wir, die AfD-Fraktion, hinter den Familien dort stehen, die Einzelhandelsgeschäfte betreiben, hinter den Händlern, hinter unseren Landsleuten, und nicht mit irgendwelchen politischen Ideologien. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Martina Tegtmeier, SPD)
