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Dr. Heiko Geue

20.02.2023 Sitzungen 8/45

Ja, vielen Dank! Herr Abgeordneter, Sie fragen mich, stellen mir jetzt eine Frage zur Hälfte der Rede, die ich halte, und da können Sie mal von ausgehen, dass ich da das eine oder andere noch zu sagen werde. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD) Es ist klar, ich will darauf hinaus mit den ersten Bemerkungen, dass Fachkräftemangel da ist, dass es ein komplexes Thema ist, dass es nicht nur auf das Land ankommt, sondern auch der Bund mit Finanzmitteln da zur Verfügung steht und auch stehen muss, aber es auch auf die Unternehmen selbst ankommt. Es kommt darauf an, wie wir uns auch darstellen, übrigens auch als Bundesland darstellen, wie wir in der Politik über unser Land reden: Ist das hier ein Land, bei dem die Menschen gerne bleiben oder auch zu uns kommen, gerade Fachkräfte, oder stellen wir uns nach außen eher so dar, dass wir alles in dunklen Farben hier malen? Das sollte sich jeder auch selbst mal überlegen. (Zuruf von Petra Federau, AfD) Und was Sie zu ÖPNV und anderes gesagt haben, da gibt es ja viele Maßnahmen, die jetzt auch auf dem Weg sind, Deutschlandticket nur als Beispiel, die sicher da auch noch mal unterstützend wirken werden. Wir sind ein Flächenland, dünn besiedelt, und es ist eine besondere Herausforderung, auch für Auszubildende den ÖPNV so zu stricken, dass sie ihn verstärkt auch nutzen können. Das bleibt aber auch Thema der Landesregierung. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Ich kann jetzt ganz gut anknüpfen: Es kommt nicht nur auf den Bund und das Land an, es kommt auch auf die Arbeitgeber selbst an, die Unternehmen, Anreize zu setzen, zum Beispiel über Zusatzqualifikationen während der Ausbildung, zum Beispiel mit Fremdsprachen – das interessiert viele jüngere Menschen –, aber auch Abkürzung von Ausbildungszeiten oder Aufzeigen von Karrieremöglichkeiten im eigenen Unternehmen. Wir wissen auch, viele Unternehmerinnen und Unternehmer suchen auch perspektivisch in der Nachfolge. Das sind alles Themen, Möglichkeiten, Perspektiven, um junge Menschen zu motivieren. Kreative und innovative Ansätze sind da gefragt. Da werden auf jeden Fall die Ansätze auch unterstützt durch das Wirtschaftsministerium. Aber natürlich sind die Arbeitgeber, die Unternehmen auch selbst sehr stark daran, haben eine eigene Verantwortung. Wichtig ist natürlich auch, vor Ausbildungsbeginn auf die Jugendlichen zuzugehen. Da sind wir uns, denke ich, auch einig. Berufsvorbereitung zum Beispiel, die Möglichkeit, ein halbjähriges Praktikum zu machen, wenn der Einstieg nach der Schule nicht direkt funktioniert, auch Berufsfrühorientierungen, also das Thema stärker in die Schulen zu tragen, das ist sicher weiter ein Thema, aber auch die Zusammenarbeit mit den Berufsberaterinnen und Berufsberatern in der Bundesagentur für Arbeit und, wie gesagt, mit dem Unternehmensnetzwerk in der Region. Das wird zum Teil auch schon gemacht. Zum Beispiel das Bildungsministerium zusammen mit der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit setzt außerschulische Berufsorientierungsmaßnahmen an allgemeinbildenden Schulen des Landes um. Ich denke, alle Eltern hier im Saal wissen auch, dass so was immer wieder passiert. Da kriegen wir auch Unterstützung durch den Europäischen Sozialfonds, Finanzierung. Also auch die EU hat erkannt, dass das ein Thema ist. Festhalten möchte ich, die Unternehmen im Land haben ihr Angebot an dualen Ausbildungsplätzen in Berufen mit Fachkräfteengpässen in den vergangenen fünf Jahren deutlich erhöht. Es ist also schon einiges passiert. Und deswegen möchte ich zusammenfassen, die bereits bestehenden Unterstützungsinstrumente von Bund und Land, wenn die von allen Jugendlichen voll ausgeschöpft würden, wenn die Berufsfrühorientierung in den Schulen in Verbindung mit den Unternehmen verbessert und die Unternehmen ihre Attraktivität durch verschiedenste individuelle Angebote für alle Jugendlichen sichtbarer darstellen würden, dann bedarf es derzeit keiner weiteren Zuwendung und Unterstützung durch das Land, wie es mit dem Antrag der Fraktion der AfD vorgeschlagen worden ist und wird. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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