Dr. Sylva Rahm-Präger
All dies trägt zum Übergewicht bei. Über 90 Prozent der übergewichtigen Kinder nehmen dieses Übergewicht mit ins Erwachsenenleben. Die geschätzten Lebenszeitkosten für Betroffene werden aufgrund der Folgeerkrankungen auf 192 Euro pro betroffenes Kind geschätzt. (Harry Glawe, CDU: Es wird langsam peinlich, was Sie da vorne treiben.) Das macht zum Schluss nahezu 30 Prozent aller Gesundheitsausgaben der Bundesrepublik Deutschland aus. (Patrick Dahlemann, SPD: Wahnsinn!) Diese sind gestiegen, stetig gestiegen. Wir liegen jetzt oder lagen im Jahr 2020 bei 432 Milliarden Euro. 30 Prozent sozusagen werden für das Beheben dieser Erkrankungen genutzt. Ich muss einen Schwenk zum Gesundheitssystem machen, (Patrick Dahlemann, SPD: Sehr richtig!) weil genau da liegt nämlich der Hase im Pfeffer. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Patrick Dahlemann, SPD: Sehr richtig!) Wir stellen die Behandlungen von Erkrankungen in den Vordergrund, (Zurufe von Patrick Dahlemann, SPD, und Harry Glawe, CDU) auch die Behandlung von Adipositas, und das möchte ich hier in keiner Weise schlechtreden. Behandlungen von Adipositas – ist richtig, (Zuruf von Harry Glawe, CDU) das wird gemacht, dazu gibt es eine Initiative an der Hochschule in Greifswald. An dieser Stelle, (Glocke der Vizepräsidentin) an dieser Stelle muss es einen Paradigmenwechsel geben. Prävention durch gesunde Ernährung gehört genauso dazu. (Patrick Dahlemann, SPD: So ist es.) Mit nur einem Teil dieser Gelder könnten wir einen umfänglichen Beitrag zu einer gesicherten, gesunden Kinder- und Schulernährung leisten. Und ich muss noch etwas dazusagen: Wenn alle Bürgerinnen und Bürger unseres Landes entsprechend ihren Einkommen (Zuruf von Harry Glawe, CDU) auch ihren Beitrag zu den sozialen Sicherungssystemen leisten würden, dann würde das Geld ganz sicher auch für eine umfängliche, (Thore Stein, AfD: Höchste Abgabenquote Europas.) gesunde und wohlschmeckende Versorgung der Kinder und Jugendlichen reichen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Sebastian Ehlers, CDU: Streichen Sie das „S“ aus Ihrem Parteinamen! – Zuruf von Daniel Peters, CDU) Über Steuermodelle der nordischen Nachbarn können wir an anderer Stelle debattieren. (Zuruf von Harry Glawe, CDU) Es geht hier um höhere Steuern für Alkohol, für Nikotin, für andere Luxusgüter. Diese Gelder gehen dort in die Präventionskassen, und das ist sicherlich auch eine Idee, über die man reden könnte. (Zuruf von Harry Glawe, CDU) Hier wünsche ich mir erst einmal eine Debatte zu diesen Ausführungen und freue mich, wenn Sie der Bundestagsinitiative zustimmen. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU)
