Sandy van Baal
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Sabine, ich wünsche dir auf diesem Weg gute Besserung! Ich darf hier deinen Part heute in einigen Themen übernehmen. Kommen wir zu dem Gesetzentwurf. Das Recht auf freie Schulwahl besteht nun mal. Mit Ihrem Gesetzentwurf wird denjenigen Schülerinnen und Schülern ihre Chance auf Bildung genommen, die beispielsweise auch Spätzünder sind. (Heiterkeit bei Enrico Schult, AfD: Dann hätten Sie mal lieber Frau Enseleit hierher geschickt, Frau van Baal.) Ganz vorsichtig, Herr Schult, ganz vorsichtig! (Zuruf von Enrico Schult, AfD) Wer kann denn von sich behaupten, schon von klein auf ein Durchstarter gewesen zu sein? Stattdessen sollten wir den jungen Menschen noch die Türen offenhalten, damit ihr Einstieg in ein selbstbestimmtes Leben mit einem erfolgreichen Schulabschluss gelingen kann. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Zudem ermöglicht der Gesetzentwurf keine individuelle Prognose durch die Lehrerinnen und Lehrer. Er beschneidet mithin die Möglichkeit der Lehrkräfte, aufgrund ihrer fachkundigen Einschätzungen und ihrem eigenen persönlichen Bezug zu den jeweiligen Schülerinnen und Schülern als Anwalt der Kinder aufzutreten. Statt ihnen Defizite aufzuzählen, ist es angebrachter, ihnen weitere Chancen zu geben, um stärker orientiert auf die Entwicklungspotenziale der Kinder und Jugendlichen zu fokussieren. Nicht jeder in der 7. Klasse ist schon so reif, dass er den individuellen Leistungsgedanken für die Zukunft unserer Gesellschaft versteht. Deswegen sollte man, denke ich, auch Spätzündern und Spätzünderinnen noch die Türen offenhalten, denn wir Freien Demokraten glauben an die Zukunft, und damit meine ich unsere Kinder und Jugendlichen im Land. Die junge Generation will und kann unser Zusammenleben gestalten, wenn wir sie dazu befähigen. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Dies sollten wir nicht an starren Noten festmachen, sondern eine Begleitung in ein erfolgreiches Leben durch die individuelle Beurteilung von hoch motivierten Lehrerinnen und Lehrern mit motivierenden Arbeitsbedingungen in Schulen fördern. Noch nie waren die Bildungschancen so gut wie mit dem Startchancen-Programm der Bundesregierung, das 2024 an den Start geht, damit die junge Generation im Land ihr Recht auf Bildung erhält. „Recht auf Bildung“ heißt die bestmögliche Förderung und nicht ein Kleinhalten von unseren klugen Köpfen anhand von 0,5-Noten-Unterschieden. (Jens-Holger Schneider, AfD: Na ja, na ja!) Und, Herr Schult, eins muss ich hier noch mal anmerken: (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Na?!) Es heißt nicht oder es bringt aus unserer Sicht nix, den Begriff oder den Satz hinzustellen – das stand heut in der Presse, ich glaube, Sie haben ihn gesagt –: „Meister statt Master“. Es sollte immer noch das Credo sein „Meister gleich Master“. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP und Dagmar Kaselitz, SPD)
