Christiane Berg
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich zu Beginn meiner Rede etwas klarstellen: Entgegen meiner Vorrednerin und wahrscheinlich auch dem größten Teil meiner Nachredner/-innen lehnen wir, also meine Fraktion, und lehne ich das Gendern ab. Dafür kann man jetzt viele Gründe nennen. Ich möchte mal auf drei abstellen, wir haben ja nur eine kurze Frist. Erstens. Das Gendern eint nicht, es spaltet. (Beifall vonseiten der Fraktionen der AfD und CDU – Horst Förster, AfD: Genau, ganz genau.) Und wenn ich das jetzt sehe oder höre, was wir eben gehabt haben, ist schon ganz schön weit auseinander, die Position. Ich komme darauf noch zurück. Zweitens. Gendern leistet keinen Beitrag zur Gleichstellung. Ich sage mal das Stichwort „Barrierefreiheit“. Es grenzt Menschen mit sprachlichem Handicap aus. (Julian Barlen, SPD: Gleichstellung ist aber nicht Inklusion. – Zuruf von Nadine Julitz, SPD) Gebärdensprache hat diese Sachen noch nicht drin. Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen sowieso und auch der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband lehnt das ab. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Hört, hört!) Drittens. Gendern hat keinen Rückhalt in der Bevölkerung, geringen Rückhalt, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Null!) keinen kann man nicht sagen, geringen Rückhalt. (Zurufe von Horst Förster, AfD, und Thore Stein, AfD) Und der Großteil der Bevölkerung sagt, wir wollen das nicht. (Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE) Und wenn es von oben herab runtergebrochen wird, dann ist es ein Problem. Das kann in einem demokratischen Staat nicht gewollt sein, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Genau. – Enrico Schult, AfD: Sehr richtig!) wenn eine Regierung, eine Behörde, ein Amt Bürgern Sprechregeln aufzwingt, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) die aber bislang mit keiner rechtlichen Norm untersetzt sind. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU, Enrico Schult, AfD, und Barbara Becker-Hornickel, FDP) Und das passiert aber beim Gendern. Wir werden konfrontiert mit Worten, die die wenigsten oder sagen wir, die, die sie sich ausgedacht haben, und einige nutzen. Zufußgehende, das ist nur ein Beispiel, oder ganz aktuell hatten wir gestern die Dolmetschenden. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ganz toll!) Darauf will ich jetzt nicht mehr eingehen. Nebenbei auch noch gesagt, bei meinen Recherchen, ich habe mich so ein bisschen im Internet ausgetobt, (Julian Barlen, SPD: Ach, Sie waren das!) und da fielen mir dann auf die Satiriker. Die holen sich natürlich ein paar tolle Pointen aus dem Gendern. Da ist noch viel Luft. (Heiterkeit und Zuruf von Julian Barlen, SPD) Bei solchen Verrenkungen – für mich sind das auch teilweise sprachliche Verrenkungen – muss eines klar deutlich werden: Es wäre uns als Fraktion natürlich lieber, wenn die Mitarbeiter nicht für diese Sprachveränderungen oder Sprachklitterung, kann man bald sagen, eingesetzt werden, sondern wenn sich das Land der Energieversorgung, der Krankenhauslandschaft, der Digitalisierung oder einer Stiftung mit einem dubiosen Kremlkontakt widmen würde. Und, meine Damen und Herren, das Problem des Genderns ist ja nicht, das ist … (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD – Julian Barlen, SPD: Also wir haben den Antrag nicht gestellt. Nur mal so zur Erinnerung! – Zuruf von Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) Ist schon richtig, aber Sie sind die Befürworter. (Zuruf von Julian Barlen, SPD) Sie sind die Befürworter! (Zuruf von Ann Christin von Allwörden, CDU) Und das Problem am Gendern ist ja nicht, dass es Menschen gibt, die diese Worte nutzen oder diese Sprachpausen machen oder was man da auch immer will. Wenn sie das freiwillig machen, klingt das ja manchmal ganz, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) klingt das so gut und ist in Ordnung. Aber es muss zugestanden werden, dass die, die das nicht wollen, dass die das gleiche Recht (Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Aber das machen wir doch!) und die gleichen freiheitlichen Möglichkeiten haben, es nicht anzuwenden. (Zuruf von Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und das muss man aushalten können, (Unruhe vonseiten der Fraktion DIE LINKE – Zuruf von Jeannine Rösler, DIE LINKE) solange es keine rechtsverbindliche Norm gibt. (Beifall vonseiten der Fraktionen der AfD, CDU und Barbara Becker-Hornickel, FDP – Der Abgeordnete Thomas Krüger bittet um das Wort für eine Anfrage.) Nee, ich habe doch nur die kurze Zeit, jetzt nicht!
