Jacqueline Bernhardt
Ja, gerne. Also, sehr geehrter Herr Förster, ich finde es erst mal witzig, dass Sie sich, wenn man von Rauchern spricht, sich als Mann auch angesprochen fühlen. Aber Sie dürfen mir doch nicht in Abrede stellen, dass ich mich da nicht angesprochen fühle, wenn das generisches Maskulinum ist. (Beifall und Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Der Abgeordnete Horst Förster spricht bei abgeschaltetem Saalmikrofon.) Ich bin eine Raucherin – gelegentlich –, oute mich, aber ich fühle mich bei Rauchern tatsächlich nicht angesprochen. Zweitens, Herr Förster, was Sie mir niemals beantworten, wie Sie damit umgehen, dass in Paragraf 4 Absatz 2 unseres Gleichstellungsgesetzes die sprachliche Gleichstellung von Mann und Frau festgeschrieben ist in Rechtsvorschriften und Verwaltungsvorschriften. Davon habe ich noch nie von Ihnen eine rechtliche Einordnung gehört. (Der Abgeordnete Horst Förster spricht bei abgeschaltetem Saalmikrofon.) Das übergehen Sie einfach mal geflissentlich! Nicht heute, nicht gestern habe ich das gehört. Wie stehen Sie als Jurist zu Paragraf 4 Gleichstellungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern? Das möchte ich gerne mal von Ihnen hören. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Zweitens, es ist nicht machbar. Wissen Sie was? Ich hatte gestern schon ein positives Beispiel hervorgehoben, und ich möchte es heute noch mal machen. Das ist die Presse. Die Presse hat letztes Jahr – dpa – verkündet, im Juni 2021, dass sie möglichst geschlechtersensibel sprechen möchten und das generische Maskulinum nicht mehr verwenden möchten. Die machen es uns vor. Die Zeitschriftentitel habe ich gestern genannt. Dort ist es machbar. Wieso nicht auch bei uns? Auch bei Ihnen sehe ich da schon einen Wandel. Also Herr Schulte war ja vorhin schon in seinen Beispielen wirklich beispielhaft, wie er das alles geschlechtersensibel ausgedrückt hat. (Zuruf von Enrico Schult, AfD) Deshalb habe ich auch noch Hoffnung in Sie. (Julian Barlen, SPD: Da geht einiges.) Sie werden das schon schaffen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Heiterkeit bei Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
