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Thomas Krüger

SPD 07.12.2022 Sitzungen 8/39

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich bin gerade fasziniert, ich bin fasziniert davon, was die CDU alles im Land Mecklenburg-Vorpommern macht. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Torsten Renz, CDU: Sehr richtig, Thomas! Sehr richtig!) Und, meine Damen und Herren, ich bin noch viel faszinierter davon, was die CDU alles nicht gemacht haben will. Das ist in dieser Legislaturperiode deutlich geworden. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Ich finde, das ist atemberaubend, atemberaubend. Das muss ich vorweg einfach mal sagen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Aber kommen wir mal zur Wahrheit: Das Projekt, diese 1 Million Euro, das ist bekannt, das ist ja nix Neues, (Zuruf aus dem Plenum: Aha!) das ist ein Projekt, das federführend vom Landeshistoriker und Unterwasserarchäologen, Dr. Joachim Krüger, der sich hohe Verdienste erworben hat, geführt werden sollte. Joachim Krüger steht nicht mehr zur Verfügung. Damit ist das Projekt nicht angefangen worden. (Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) Das heißt, das, was wir machen wollen, ist schlicht und einfach, die Initiative aufgreifen und hier Schwung in den Laden bringen. Und ich finde, das steht uns allen gut zu Gesicht, meine Damen und Herren. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) So, jetzt kommen wir mal zum Sachlichen: Was die Schlacht im Tollensetal war, das ist bekannt. Das haben meine Kolleginnen und Kollegen hier, finde ich, treffend ausgedrückt, das ist so was wie eine archäologische Sensation. Und ich möchte mich ganz herzlich bei der Präsidentin bedanken. Die Präsidentin hat das Thema nämlich wieder in den Mittelpunkt gerückt. Wir hatten hier ein Schlossgespräch vor einigen Monaten, und die Experten des Freundeskreises des Archäologischen Landesmuseums haben hier präsentiert unter anderem die Dinge aus dem Tollensetal, meine Damen und Herren. Und da wurde noch mal deutlich gesagt, unter den weltweit 50 wichtigsten archäologischen Entdeckungen ist die Schlacht oder der Konflikt oder die Auseinandersetzung im Tollensetal zu sehen. Und, meine Damen und Herren, damit haben wir eine Verpflichtung. Herr Damm, Sie haben recht, natürlich muss der Moorkörper da gesichert werden. Das ist eine ganz, ganz wichtige Aufgabe. Ich bin im Sommer das letzte Mal da gewesen, als Ausgrabungen da waren, und die Archäologen haben mir bestätigt, (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) durch den Klimawandel, durch den verminderten Regen ist der Wasserstand gefallen und es drohen die Überbleibsel, die organischen Ursprungs sind, drohen dort kaputt zu gehen, drohen zu verwittern und nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Hier muss zügig gegengesteuert werden, da sind wir uns einig. Das Zweite ist: Die Ausgrabungen müssen zeitnah – zeitnah heißt natürlich, der Jahreszeit entsprechend – weitergehen. Die Auswertung und Sicherung der Funde müssen intensiviert werden. Das sagt unser Antrag. Und Sie können davon ausgehen, dass, wenn wir das in den Antrag schreiben, wir auch davon ausgehen werden oder dass wir da mit im Gespräch sind, dass die Mittel dafür zur Verfügung gestellt werden. (Torsten Renz, CDU: Aha! 1 Million.) Und ich hätte gerne, dass die entsprechenden Archäologen auch die Möglichkeit haben, die Öffentlichkeit dann regelmäßig und direkt zu informieren. Ich finde, das gehört dann dazu. (Heiterkeit und Zuruf von Torsten Renz, CDU) Und dritter Punkt, der mir sehr wichtig ist: Wir wollen neben der Forschung und Grabung die Funde auch touristisch erschließen. Dabei sind wir vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, wir sind verpflichtet dazu, mit wichtigen Playern zusammenzuarbeiten. Das ist der Landestourismusverband, der eben, wenn es um touristische Dinge geht, hier die Nummer eins in Mecklenburg-Vorpommern ist – ich glaube, das wird auch nicht bezweifelt –, es ist aber auch die Gesellschaft für Archäologie, die sehr engagiert dabei ist, und das sind Pädagoginnen und Pädagogen, und, was mir besonders wichtig ist, das ist auch das Amt Treptower Tollensewinkel, weil die vor Ort natürlich auch etwas davon haben wollen, dass da eine solche archäologische Sensation bei ihnen vor der Haustür ist. Und das finde ich nur nachvollziehbar. Das Vierte, meine Damen und Herren: Die Konzeption soll sich eben nicht nur – Herr Damm, und da haben Sie recht –, es soll sich nicht nur aufs Tollensetal alleine beziehen, sondern soll ein integriertes Konzept sein, wo die drei künftigen Standorte des Landes, an denen Ur- und Frühgeschichte erlebbar gemacht wird, auch entsprechend eine Rolle finden. (Zuruf von Katy Hoffmeister, CDU) Das ist Rostock, und wir wissen, Rostock steht vorne an. Das bezweifelt auch keiner, und ich möchte auch keinen Millimeter von Rostock abrücken. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD – Rainer Albrecht, SPD: Jawoll!) Das ist eine 20 Jahre alte Diskussion, die es da gegeben hat um den Standort, und die jetzt wieder aufzumachen, das wäre wirklich fatal. Das möchte ich nicht. Deswegen möchte ich, dass man eine Konzeption für alle drei Standorte am Ende hat und mit allen drei Standorten arbeitet. Übrigens, wenn wir über das Tollensetal selbst reden, da gibt es ja noch mehr Highlights, die man entsprechend mit einführen kann. (Der Abgeordnete Hannes Damm bittet um das Wort für eine Anfrage.) Das ist das Tollensetal selbst, das ist die Burg Klempenow, das ist der Große Stein, das sind im …

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