Sandy van Baal
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir wissen alle um die regionale Geschichte des Tollensetals, erstens, weil es zu unserem Kulturwissen im Allgemeinen gehört – davon gehe ich jetzt einfach aus – oder spätestens aus der Presse, da ging es ja auch schon in den vergangenen Tagen darum, oder spätestens jetzt durch diesen Antrag. Und danke an Frau Dr. Schröder – und ich meine das wirklich nicht sarkastisch – für den Ausflug in die Historie! Das haben Sie wirklich hervorragend erklärt. Vielen Dank dafür! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Allerdings ist es für uns interessant zu wissen, wie man die Funde jetzt schnellstmöglich durch den Verfall des Moorkörpers schützen kann. Gibt es schon Antworten von den verschiedenen Universitäten oder Erkenntnisse darüber? Das würde uns ganz doll interessieren. Der Schutz der Funde sollte die oberste Priorität haben – ja, da stimmen wir Ihnen zu, da sind wir uns hier insgesamt auch einig –, aber es kann ja nicht sein, dass insgesamt Schritt drei vor Schritt zwei getan wird und immer wieder neue kleine Projekte eröffnet werden. Niemand bestreitet, dass die Stärkung der Kulturförderung sowie der kulturellen Bildung einen zentralen Stellenwert für den gemeinsamen Gemeinsinn einnimmt, auch meine Fraktion nicht. Daher sollte die Landesregierung das budgetäre Geschick im Projektmanagement erst mal bei der Ankündigung zum Archäologischen Museum einlösen – Herr Damm hat darauf ja auch schon hingewiesen – und sich um die laufenden Projekte kümmern, bevor man weitere Unterfangen der identitätsstiftenden Heimatverbundenheit weiter ins Spiel bringt. Das Zeitfenster bis September 2023 wird sicherlich damit begründet, dass man ja zu einer klugen Abwägung gelangen möchte. Und ich irre mich ja nicht, das hat der Antrag der CDU ja jetzt auch bestätigt: Dass der Kreis Mecklenburgische Seenplatte im Januar dieses Jahres 1 Million Euro Fördermittel vom Land erhalten hat, wurde hier auch schon erklärt. Im Januar hieß es, mit dem Geld sollen drei Jahre lang Projektstellen an der Universität Greifswald finanziert werden. Die Archäologen sollen die Funde aufarbeiten und eine Studie erstellen, wie diese Funde wissenschaftlich publiziert und touristisch vermarktet werden können. Das geht ja jetzt los, so, wie ich das vernommen habe, und das muss da unbedingt mit einbezogen werden, sonst macht man sich auch einfach doppelte Arbeit. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Jetzt heißt es, gut überlegt mit den Ressourcen, die wir jetzt schon haben, mit unseren Tourismusspezialisten im Land, mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, und schön wäre es, auch zukünftig mit einem Archäologischen Museum in Rostock das Ganze auf den Weg zu bringen und ein schönes Gesamtprojekt daraus zu machen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und René Domke, FDP – Torsten Renz, CDU: Sehr richtig!) Also lassen Sie uns die Fundstücke sichern und dann Schritt für Schritt weiter im Gesamtkonzept – so wissenschaftlich fundiert wie möglich, so unbürokratisch wie möglich und bitte so kostengünstig wie möglich! – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU, Minister Dr. Till Backhaus und René Domke, FDP)
