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Horst Förster

AfD 07.12.2022 Sitzungen 8/39

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ja, Frau Ministerin, Sie haben eine wunderbare Vorlage mir gegeben – Stichwort, so wird Sprachumerziehung hier durchgesetzt. Wir reden nicht über einen natürlichen Sprachwandel. Was Sie wollen, ist ein Sprachdiktat von oben. (Beifall und Zurufe vonseiten der Fraktion der AfD: Genauso ist es.) Sie selbst sagen, Sie müssen nachdenken, geschlechtergerecht zu sprechen. Ich spreche so, wie meine Muttersprache ist, (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf vonseiten der Fraktion der AfD: Genau.) und muss nicht groß nachdenken dabei. (Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja, wir denken nach, bevor wir sprechen.) Mit dem Gesetzentwurf soll das Dolmetschergesetz des Landes (Zuruf von Marcel Falk, SPD) dem geänderten Gerichtsdolmetschergesetz des Bundes angepasst werden. Meine Fraktion würde dem Entwurf, an dem wir inhaltlich nichts auszusetzen haben, gerne zustimmen, wenn er denn in ordentlichem Deutsch ohne gegenderte Kunstbegriffe abgefasst wäre. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Meine Damen und Herren, Sie kennen alle den für die Arzneimittelwerbung vorgeschriebenen Warnhinweis „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“. Hier wird, weil es bei diesem Hinweis nicht auf das biologische Geschlecht ankommt, das generische Maskulinum für eine bestimmte Berufsgruppe benutzt, die gleichermaßen Männer wie Frauen umfasst, Frau Ministerin. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer in diesem Hohen Hause hier, wenn er diesen Warnhinweis vor dem Fernseher hört, auf die Idee kommt, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Zum Heulen.) hier würden Ärztinnen und Apothekerinnen ausgegrenzt. (Heiterkeit bei Petra Federau, AfD – Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Wer das anders sieht, hat die Sprachfunktion des generischen Maskulinums – seit Jahrhunderten so verstanden, wie es praktiziert wird – nicht verstanden. Ich habe dieses Beispiel gewählt, weil Sie daran sehen können, wie lebensfremd die Genderideologie ist. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Nehmen Sie sich als Hausaufgabe vor, diesen Warnhinweis gendergerecht, aber bitte sprachlich verständlich umzuformen! Sie werden nach Verwerfung der unpraktikablen gängigen Paarbezeichnungen bei der Suche nach gendergerechten Ersatzwörtern herrlich scheitern. Offensichtlich stand die Landesregierung bei der Neufassung des Dolmetschergesetzes genau vor diesem Problem. Sie hat es so gelöst, wie es in den sogenannten Leitfäden für eine geschlechtergerechte Sprache gelehrt wird, indem man nämlich zur Vermeidung sich ständig wiederholender Paarbezeichnungen eben auf das substantivierte Partizip ausweicht oder sonst sprachschöpferisch tätig wird. So wurde „Dolmetscher“ in „Dolmetschender“, „Übersetzer“ in „Übersetzender“ sowie das „Dolmetschergesetz“ in „Dolmetschendengesetz“ und „Übersetzergesetz“ in „Übersetzendengesetz“ umgewandelt. Meine Damen und Herren, ich muss hoffentlich nicht erklären, dass „Dolmetscher“ und „Dolmetschender“ genau wie „Sänger“ oder „Singender“ nicht dasselbe sind. Hier wird gegen jede Vernunft und gegen alle Sprachregeln aus rein ideologischen Gründen unsere Muttersprache verhunzt. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Zur Neutralisierung von Begriffen wird unser Wortschatz gewissermaßen sprachethnisch gesäubert und durch neue Kunstbegriffe ersetzt. (Unruhe vonseiten der Fraktionen der SPD, AfD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: So ist das. – Zuruf von Daniel Seiffert, DIE LINKE) Aber das ist es nicht alleine. Das Gesetz nimmt Bezug auf das ungegenderte Dolmetschergesetz des Bundes, wo es nur den „Dolmetscher“ und „Übersetzer“ gibt. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ach?!) Es werden somit, wo dasselbe gemeint ist, dem Bundesrecht abweichende Begriffe eingeführt. Das ist verwirrend und widerspricht jeder Vernunft. Und wie sich das anhört, hat Herr Noetzel vorgeführt, als er ständig zwischen den beiden Gesetzen hin- und herschwankte. „Dolmetscher“ ist eine Berufsbezeichnung, mit der jeder etwas anfangen kann. „Dolmetschender“ ist eine verstörende Neuerfindung, die nur Stirnrunzeln erzeugt. Die Sprache des Gesetzes soll klar und verständlich sein. Sie ist kein Experimentierfeld für obrigkeitliche Sprachdiktate, mit denen eine vermeintlich geschlechtergerechte Sprache durchgesetzt werden soll. Meine Damen und Herren, wir machen diesen Genderwahn, mit dem sich mein Kollege Schult am Freitag noch vertieft befassen wird, (Enrico Schult, AfD: Donnerstag.) nicht mit. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Mit unserem Änderungsantrag fordern wir die Beibehaltung der Begriffe „Dolmetscher“ und „Übersetzer“ und damit begriffliche Deckungsgleichheit mit anderen Bundesgesetzen. Ja, das ist nicht ganz konsequent, weil im ungegenderten Bundesgesetz das generische Maskulinum benutzt wird, also ein Text in ordentlicher Sprache und ohne ständige Paarbezeichnungen. Wir haben unseren Antrag gleichwohl nicht auf die Paarbezeichnungen ausgedehnt, nicht, weil wir sie gut finden, sie sind auch eine Frucht des Genderwahns, aber wir haben unseren Antrag auf die Sprachverkünstelung, wie sie hier geradezu, in geradezu absurder Weise betrieben wird, fokussiert. Der Landtag sollte hier ein deutliches Nein sagen. Deshalb mein Appell an alle Abgeordneten, setzen Sie mit uns ein Zeichen dafür, dass Klarheit und Verständlichkeit der Sprache Vorrang haben muss vor einer ideologisch begründeten Sprachverkünstelung! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Machen Sie Schluss mit diesem Sprachzirkus, den die Ministerin heute hier vorgeführt hat! Stimmen Sie unserem Änderungsantrag zu! – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE)

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