Harry Glawe
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! „Mitsprache, Mitwirkung, Mitbestimmung von Seniorinnen und Senioren stärken“ ist das Thema dieser heutigen Aussprache auf Antrag der SPD, zweifelsohne ein wichtiges Thema. Lassen Sie mich an dieser Stelle daran erinnern, dass mit dem Seniorenmitwirkungsgesetz aus dem Jahr 2010 ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg schon eingebracht ist und danach auch gelebt wird, danach auch viele Dinge auf den Weg gebracht worden sind. Und es ist ja auch so, dass wir uns weiterentwickeln müssen. Und ich will ausdrücklich Danke sagen, dass der Landesseniorenbeirat einerseits, aber auch alle Kreisseniorenbeiräte in den Landkreisen und kreisfreien Städten und 75 kommunale Seniorenbeiräte in den letzten Jahren hervorragende Leistungen gebracht haben, denn es geht ja darum, (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD, Sebastian Ehlers, CDU, Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und René Domke, FDP) es geht ja darum, die Interessen der älteren Generation Ü60 dann auch zu formulieren, auch zu gucken, wie es insgesamt um die Versorgung steht, wie es um die Betreuung steht, wie es aber auch darum geht, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Und dazu gehören auch Angebote in den Wohnquartieren oder auch gegenseitige Hilfe. All diese Themen sind ja nicht voneinander getrennt, sondern es geht darum, den Zusammenhalt der Gesellschaft gerade auch in dem Bereich zu sichern. Ich will daran erinnern, dass etwa ein Drittel aller Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern in Einfamilienhaushalten leben. Das heißt, für die Zukunft wird es so sein, dass gerade Einsamkeit eines der stärksten Dinge ist, sie die Menschen vermissen, denn der Mensch ist ein soziales Wesen und kann natürlich über Kommunikation, über Teilhabe, über auch Kommunikation eher am Leben teilnehmen, als wenn in den eigenen vier Wänden er sich aufhält, nur noch Fernsehen, Radio et cetera hat und vor allen Dingen eben den Kontakt nach draußen nicht mehr so pflegen kann. Deswegen brauchen wir – und da will ich Frau Klingohr absolut zustimmen – die Mitwirkung vieler, vieler Menschen, aber auch derjenigen, die in besonderer Weise darüber nachdenken, Konzepte zu entwickeln, wie kann man in Zukunft denn auch das Seniorenmitwirkungsgesetz weiter mit Leben erfüllen, wie kann man Evaluierung auf den Weg bringen und wie sind am Ende Konzepte zu gestalten, um dann auch eine Weiterentwicklung in der Gesellschaft sicherzustellen. Die Mitwirkung und Mitbestimmung von Senioren und Seniorinnen ist also fest verankert und ist auch positiv belegt. Das heißt nicht, dass man nicht alles noch besser machen kann. Und das geht eben auch über Vertrauen und über die Frage, wie kommen wir insgesamt in die Diskussion. Und einer der wichtigen Diskutanten ist eben das Altenparlament. Im Altenparlament sind 71 Delegierte, verschiedene Verbände und Vereine et cetera. Das haben wir jetzt vor Kurzem gerade erlebt. Und es geht ja darum, einerseits will ich darauf hinweisen, dass drei Leitanträge jetzt im Altenparlament wieder auf den Weg gebracht worden sind. Also die Beratungslandschaft ist eine Herausforderung, Medienkompetenz, auch für die ältere Generation, Klimaschutz. Und es gab zwei Resolutionen, einmal zum Thema „soziale Gerechtigkeit“ und „Bildung im Alter“. Ich denke, das sind Themen, die es auch wert sind, gerade die ältere Generation mit einzubinden in die neuen Entwicklungen, die sich eben auch auf dem Medienmarkt et cetera, also nicht Markt in dem Sinne, sondern auch affin zu werden, dass man mit Technik umgeht, die man früher nicht hatte. Früher hatte man maximal ein Telefon, wenn man gutgestellt war, zumindest zu DDR-Zeiten, heute sind ganz andere Herausforderungen da. Und man stellt auch fest, dass die ältere Generation sich durchaus mit diesen Themen beschäftigen will, und dazu müssen in der Gesellschaft auch weiterhin Voraussetzungen geschaffen werden. Wir brauchen, und das will ich hier einfordern, Handlungsempfehlungen auf Grundlage der Konzepte, und wir haben ja auch im Altenparlament erlebt, dass es durchaus auch Kritik gegeben hat, wie sich also die Dinge von 2016 bis heute entwickelt haben, dass da neue Herausforderungen anstehen. Und eines der Ergebnisse war ja auch, dass ein runder Tisch geschaffen werden soll, um insgesamt Konzepte, aber auch den Austausch über Inhalte sicherzustellen. Dazu gehört natürlich die Frage des Ehrenamtes allgemein, dazu gehört auch die Frage Pflege und Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe, wie organisieren wir das, die Frage ÖPNV oder auch, wie kann ich an Veranstaltungen teilnehmen in den jeweiligen Quartieren, in denen ich wohne und lebe. Und wir haben ja auch gehört, dass gutes Leben im Alter eine der Herausforderungen für die Zukunft ist. Und das ist ja, wenn man so will, wenn man bei der SPD im Wahlprogramm nachliest, dann ist ja alles gut, also gutes Leben im Alter, gute Arbeit, gute Bildung, gute Kita – ich will das jetzt nicht weiter fortsetzen –, gute Rente, gute SPD. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD – Heiterkeit bei Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Ja, endlich werdet ihr mal wach da! Also ich will nur sagen, (Zuruf von Thomas Krüger, SPD) es ist natürlich so … (Christian Brade, SPD: Wir haben noch einen Aufnahmeantrag da. – Julian Barlen, SPD: Es ist nie zu spät.) Ich könnte auch sagen, gute SPD in Anführungsstrichen, aber das lasse ich mal weg. (Zurufe von Patrick Dahlemann, SPD, und Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Meine Damen und Herren, es ist natürlich immer so, dass diese Aussprache, denke ich, weitere Ansätze bringen wird. Die Weiterentwicklung der Ehrenamtskarte ist so ein Thema. Da sind wir ja oder die Ministerin ist auf gutem Wege. Aber es muss natürlich noch einiges an Verbesserungen stattfinden. Wir glauben, dass wir eine Grundlage haben und dass dieses Hohe Haus, denke ich, sich insgesamt mit allen Beteiligten auch weiter verständigen wird für am Ende weitere Entwicklungen im Bereich der Teilhabe älterer Menschen, aber auch von Menschen mit Handicap und vor allen Dingen auch von Menschen, die insgesamt sich in die Gesellschaft einbringen wollen und auch sollen, denn es hilft ja nichts, wenn man mit 60 oder 65 oder 67 dann zu Hause sitzt, nur noch aus dem Fenster guckt und wenig Kontakte hat. Also ich will dafür werben, das wir insgesamt miteinander vernünftig umgehen. Dafür, denke ich, haben wir Grundlagen in der Gesellschaft geschaffen. Sie müssen aber auch gelebt werden. Und von daher will ich mich ausdrücklich auch bei allen bedanken, die sich einbringen, die dafür sorgen, dass wir einerseits die Fragen der Seniorenmitwirkung weiter ernst nehmen. SeniorTrainer, das haben wir ja gehört, wird ja schon seit 20 Jahren gemacht. Und ich will noch mal Frau Bomplitz hier erwähnen, die ja über Jahre in Schwerin, denke ich, Hervorragendes geleistet hat mit ihrem Team. Und von daher ist es auch richtig gewesen, dass man nach 20 Jahren insgesamt da auch eine Würdigung im offenen und öffentlichen Bereich vorgenommen hat. Da will ich der Sozialministerin Danke sagen, aber auch Frau Klingohr, die ja auch sich da intensiv eingebracht hat. Von daher, denke ich, habe ich jetzt sozusagen das für die CDU vorgetragen, was wir zu sagen haben. In dem Sinne vielen Dank, dass Sie mir zugehört haben! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: In diesem Sinne Vogelspinne.)
