Sandy van Baal
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich fange mal hinten an, also ich beschränke mich oder ich widme mich hauptsächlich dem kulturellen Bereich, was hier angesprochen wurde. Zur Wirtschaft wurde genug gesagt. Die Ungleichbehandlung der Handwerksbereiche, da gebe ich Minister Meyer recht, die überbetrieblichen Ausbildungszentren wurden angesprochen, die Zusatzausbildung zum Restaurator wurde angesprochen, alles möglich, alles machbar. Die Kleine Anfrage haben wir auch bemerkt, Herr Waldmüller, wir sind auf die Antworten gespannt. Herr Foerster hat die Ausbildungszahlen, Angebot und Nachfrage dargelegt, möchte ich auch nichts weiter zu sagen, und auch die Ungleichbehandlung der Handwerksberufe angesprochen, und Frau Wegner die Imagekampagne. Also das lasse ich jetzt einmal alles kurz raus. Und als Tochter eines Möbeltischlers, also noch von so einem richtigen Möbeltischler, der nicht nur Spanplatten zusammenbaut, als Nachbarin eines Sattlers und eines Uhrmachers sehe ich es persönlich gern, wenn dem traditionellen Handwerk eine besondere Beachtung und Wertschätzung zuteilwerden. Dies erlebe ich in meinem ländlichen Bereich in verschiedenen Dorfvereinen und Museen, zum Beispiel im Museumsdorf Alt Schwerin – das werden einige kennen –, im Buchdruckmuseum Krakow am See und in der Schuhmanufaktur in Parchim. Mecklenburg-Vorpommern ist bekannt und beliebt für kreative und traditionelle Handwerke. Im ländlichen Raum haben sich viele Handwerksbetriebe angesiedelt, die selbst gefertigte Produkte von hoher Qualität herstellen und kleine Kunstwerke kreieren und vor Ort und im Netz vermarkten. Daher ist eine Richtlinie richtig und wichtig, die kulturprägend orientiert ist. (Zuruf von Enrico Schult, AfD) Der Knackpunkt ist nur: Welche Kultur ist hier von Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren der AfD, gemeint? (Thore Stein, AfD: Unsere eigene. Was denn sonst?!) Gerade im Handwerk schauen wir auf viele traditionsreiche Berufsstände zurück – zurück! Um für das Handwerk auch hier in ländlichen Regionen Perspektiven zu schaffen, muss sich das Handwerk mit seiner jahrhundertelangen Geschichte immer wieder anpassen und fortentwickeln. Wir brauchen ein einfaches, dynamisches Verständnis, wie das Handwerk in unserem Land kulturell prägend sein kann. Aber – das muss ich Ihnen zugutehalten – mit Ihren Anträgen haben Sie mich auf eine Idee gebracht. Und meine Fraktion und ich werden – im Dezember, glaube ich, schaffen wir es nicht, aber im Januar – eine schöne Initiative einbringen. Da werden Sie erkennen, dass man das auch ein bisschen breiter noch betrachten kann, mit wenig Mitteln. Und man kann auch die Projekte nutzen, die im Bund angeboten werden. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP)
