Wolfgang Waldmüller
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich möchte vorausschicken, dass für uns, für die CDU, die Fachkräftesicherung und der Fachkräftemangel ein wesentliches Thema für die Zukunft des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist und deswegen auch dieser Antrag doch als sehr ernsthaft von uns angenommen wurde und geprüft wurde. Also uns ist das Thema wirklich, wirklich wichtig. Es ist aber so, Herr Foerster, wenn ich jetzt gucke, dass wir im März-Landtag, da haben Sie, Sie sind ja darauf eingegangen, da haben wir eine Arbeitsmarktanalyse und Fachkräftestrategie, also Arbeitsmarktanalyse beauftragt oder in Auftrag gegeben. Und da frage ich mich natürlich dann, wenn man neun Monate später feststellt, dass das Potenzial der arbeitslosen Akademiker und Akademikerinnen nicht erhoben ist, da frage ich mich, hat man denn damals bei der Arbeitsmarktanalyse, die Sie ja bereits in Auftrag gegeben haben, den Bildungsstand gar nicht mitberücksichtigt. Also warum brauchen wir jetzt das? Ich würde mal zurückfolgern, dann, wenn wir also jetzt neun Monate brauchen, um festzustellen, dass wir die Akademiker auch noch untersuchen, wann kommt denn dann, weil das alles einfließen soll in das Fachkräftesicherungskonzept, wann soll denn das dann kommen? Also ich unterstelle einfach, dass es damals hätte mit erhoben werden müssen, wenn Ihnen das so wichtig ist, und nicht jetzt irgendwann später eine ganz gezielte Gruppe – Herr Meyer hat ja gesagt, es ist nicht eine Gruppe wichtig, sondern es ist über alle Gruppen das wichtig –, dass Sie dann jetzt eine eigene Gruppe raussuchen, die Sie scheinbar damals vergessen haben zu erheben. Ich habe mir aber die Zahlen, ich habe mir die Zahlen angeguckt – mal gucken, wo mein Zettel ist –, die Zahlen angeguckt. Ich greife auf das gleiche Zahlenwerk zurück wie Sie, ist überhaupt keine Frage, und habe das aber jetzt mal runtergebrochen, weil ich hier in Westmecklenburg bin, die Zahlen runtergebrochen auf Mecklenburg. Das macht jetzt nichts weiter aus, weil die Tendenz im ganzen Land die gleiche ist, aber hier hatte ich konkret den Zugriff auf die Zahlen. Und wenn Sie dann sagen, wir sind in der Steigerung, die Zahlen sind gestiegen in der Vergangenheit, dann, na, es war eigentlich schon am sinkenden Ast. Es hat sich verstetigt, ja, die Zahlen, die Sie jetzt sagen, die sind richtig, keine Frage, wir haben in Westmecklenburg Arbeitslosenzahlen von circa 16.000. Allerdings muss man sagen, 2019 bis 2020, da war der Anstieg aufgrund von Corona, ganz klar. Dann kam eine Erholung des Marktes, haben Sie sofort gesehen, dass dann die Zahlen eigentlich heruntergingen. Und die jetzige Steigerung der Zahlen, die kann man gar nicht so richtig, ich sage mal, definieren. Ich gehe mal davon aus und bin mir ziemlich sicher, dass das auch zusammenhängt mit der Flüchtlingsbewegung, mit den ukrainischen Flüchtlingen, all diejenigen, die hier so akademische Berufsfelder angegeben haben und in den Arbeitsmarkt Zugang haben. Diese fachspezifischen deutschen Sprachfertigkeiten liegen da eben nicht vor, und deswegen ist auch die Zahl in der Zeit oder jetzt höher geworden. Aber jetzt gucke ich mal darauf, wie die Zahlen dann runtergebrochen sind, wenngleich die Tendenz im ganzen Land die gleiche ist, 16.000 Arbeitslose, dann reden wir jetzt von 931 arbeitslos gemeldeten Akademikern. Was Sie jetzt nicht gemacht haben bei der Zahl, die Sie genannt haben, Sie haben jetzt nicht unterschieden zwischen den eigenen Rechtskreisen SGB III und SGB II, wobei ich unterstelle, dass im SGB III das Verhalten ganz normal ist. Wir reden also von den Leuten, die vorher in Arbeit waren und jetzt wieder neu suchen, in der Vermittlung sind in diesem Jahr, ein Rein-Raus. Also diese Zahlen, die würde ich schon mal davon abziehen, weil man die, glaube ich, nicht mit erwähnen kann. Das ist normal, auch statistisch erwiesen, dass drei bis vier Jahre diese Positionen neu besetzt sind. Die Fluktuationsrate da ist relativ konstant zwischen 25 und 30 Prozent. Und es ist auch nachgewiesen, es ist auch statistisch festgehalten, dass Qualifizierte häufiger, also Uni-Absolventen häufiger wechseln, statistisch nachgewiesen ein Drittel häufiger als jemand, der einen normalen Berufsabschluss hat. Also nehme ich mal, alle im SGB-III-Bereich nehme ich mal raus und behandele nur die SGB-II-Leute. Und ich denke mal, dass das ja auch die Intention ist, die verfestigte Arbeitslosigkeit bei den Akademikern dann in Betracht zu ziehen. Und wenn ich die dann rausziehe aus diesen Zahlen, dann sind es genau in diesem Arbeitsmarktbereich 244, die es nicht geschafft haben, innerhalb eines Jahres wieder einen entsprechenden Job zu finden. Und wenn ich diese Zahlen dann ins Verhältnis setze zu der tatsächlichen Arbeitslosigkeit, dann liege ich bei 1,5 Prozent. Und das ist die Frage, ob die Zahl von 1,5 Prozent rechtfertigt, dass die also in eine einzelne Studie eingehen, oder ob das nicht so oder so erfasst ist. Und ich glaube, und deswegen ist ja die Frage, welchen Erkenntnisgewinn hat denn dann die Studie über das, was wir sowieso schon wissen. Und da muss ja die Frage sein, es ist ja eine geringe Anzahl, was sind das für Leute. Ich denke mal … Ich bin gleich fertig. Na ja, eigentlich nicht, aber … (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der CDU)
