Horst Förster
Herr Renz, Sie haben mich ja persönlich angesprochen. Ich will es ganz kurz machen. Glauben Sie mal, ich war 1960 zum ersten Mal in Berlin, auch im Ostteil, und dann bin ich 1962, also vor der Mauer, 1962 mit meiner Vespa von Düsseldorf nach Hamburg gefahren im April, Ende April, um von dort über die alte Bundesstraße B 5 möglichst viel von der DDR zu sehen und am 1. Mai 1962 in Berlin die große Freiheits- und Einheitskundgebung für Willy Brandt zu erleben. Und seitdem bin ich x-mal in der DDR gewesen, habe zig Gespräche geführt. Und glauben Sie mal – und das will ich hier ganz klar sagen –, das Gefühl zur deutschen Einheit habe ich nicht erst 1990 entwickelt, das war vorher da und da stehe ich immer zu. Das muss mir keiner vorhalten. Und ich habe versucht, in meiner Rede die nachhaltigen Dinge anzusprechen, die sich seitdem extrem verändert haben zur Frage der Einheit. Das ist kurzgefasst die völlige Entnationalisierung, zum Beispiel den Volksbegriff schon als toxisch zu betrachten und natürlich auch der Anschlag auf unsere Sprache. Deshalb habe ich Luther erwähnt. Die Sprache, das hatte Wilhelm von Humboldt gesagt, was immer uns getrennt hat, unsere Sprache hat uns zusammengehalten. (Zuruf von Daniel Seiffert, DIE LINKE) Und dann sehen Sie sich an, was heute mit unserer Sprache gemacht wird, die bewusst teilweise zerstört wird! Und das sehe ich als ein Element, ein grundsätzliches, nachhaltig wirkendes Element, was spaltet. Ich habe diese längerfristigen Dinge angesprochen und nicht das Bruttosozialprodukt oder sonst irgendwas. Vielleicht ist es missverstanden worden, aber wenn mir vorgehalten wird, dass ich, und da können Sie auch in Neubrandenburg fragen, ich war im Januar 1991 in Neubrandenburg, ob irgendwer dort, der mich kennt, meine Leidenschaft und mein Bekenntnis zur deutschen Einheit infrage stellt. Da liegen Sie völlig schief. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
