Thomas de Jesus Fernandes
Sehr geehrtes Präsidium! Werte Abgeordnete! Zunächst erkenne ich hier heute erst mal, dass es sich quasi um eine Aussprache handelt, die dazu genutzt wird, dass man hier Anträge für die Novembersitzung ankündigt, also eine Rückenwindaussprache für Rückenwindanträge seitens der SPD für ihre Ministerin. (Beifall Nikolaus Kramer, AfD) Das ist okay, das kann man machen, muss man aber nicht. Ich habe mich erst gefragt, was Sie mit dieser Aussprache bezwecken wollen. Es geht hier um ein Krankheitsbild, das Long Covid heißt, das laut Definition nach WHO. Zum Beispiel Beeinträchtigungen, die über vier bis zwölf Wochen nach einer Infektion andauern, werden als Long Covid bezeichnet. Das sagt die WHO. Die Ministerin hat hier eben gesagt, es gibt bis zu 200 verschiedene Symptome. Und wir haben Anfang des Jahres dazu eine Expertenanhörung gehabt bei uns im Sozialausschuss. Dort, wie gesagt, äußerten sich die Experten sprachlich sehr vorsichtig, muss man sagen, und sie sprachen auch eher von „potenziellen Betroffenen“, nicht von Erkrankten oder Patienten. Sie sprachen auch vage von „möglichen Einschränkungen“, meine Damen und Herren, und sprachen von einem sehr „undifferenzierten“ Krankheitsbild. Nun ja, einige Leute leiden nach der Covid-Infektion tatsächlich an Symptomen, die vielleicht untypisch sind für andere Sachen. Das muss sicherlich auch erforscht werden, meine Damen und Herren. Mich schreckt das nur immer ab, wenn man immer nur einen Namen hört, wenn es um Forschungsgelder geht oder um eine Protegierung eines bestimmten Themenfeldes. Und wir haben hier eine Buchautorin, auch eine ausgezeichnete Frau, wie gesagt, die sich dort schon bundesweit ertüchtigt hat. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Ertüchtigt!) Das hat auch die Ministerin hier noch mal zum Ausdruck gebracht. Und nun hat diese Frau ein Institut gegründet, das, wie wir jetzt hören, von der Landesregierung dann eben aus diesem Fonds dann auch Geld erhält, um weiter forschen zu können. Das kann man so machen, (Zuruf von Marcel Falk, SPD) nur ist die Frage, die sich mir stellt, wie gesagt, wenn die Aussprache heißt „Long Covid und seine Folgen – Versorgung, Forschung und Beratung … ausbauen“, meine Damen und Herren, wir wissen alle, dass wir einen riesigen Personalmangel haben im gesamten Gesundheitsbereich. Das wurde durch Covid nicht besser und vor allen Dingen auch nicht durch die Politik der Landesregierung, meine Damen und Herren. Wir stehen vor ganzen Abteilungsschließungen in Krankenhäusern. Auch hier einfach mal, ich möchte das hier noch mal kundtun wegen der Prioritätensetzung. Dann möchte ich auch gerne noch mal mit ins Feld führen, weil es ist ja eine Aussprache, was man alles noch mit bedenken kann. Wir haben ja noch mehr Auswirkungen der Corona-Pandemie, meine Damen und Herren, da zum Beispiel die neueste Studie der DAK, meine Damen und Herren, und da reden wir über gravierende Auswirkungen im Gesundheitsbereich und Folgekosten, meine Damen und Herren, über die nächsten Jahrzehnte, und zwar, wie hat die Corona-Politik sich ausgewirkt auf Kinder und Jugendliche, meine Damen und Herren. Und da ist es so, dass Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren ganz besonders betroffen sind, an Depressionen, Angststörungen und Adipositas zu leiden, meine Damen und Herren. Das sind erschreckende Zahlen. Wir haben hier stellenweise ein Plus von 69 Prozent, um die sich anscheinend keiner kümmert. Also was ist mit diesen Leuten? (Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE) Ich hätte mir gewünscht, wie gesagt, dass man das großflächiger betrachtet, dieses Thema, weil es ja auch eine Aussprache ist, meine Damen und Herren. Kinder und Jugendliche, habe ich immer so das Gefühl, vor allen Dingen, wenn es um die Auswirkungen Ihrer Politik geht, kommen hier zu kurz. Deswegen habe ich das hier noch mal erwähnt. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Und ich möchte gerne, dass Sie die auch in den Fokus nehmen, meine Damen und Herren. Auch hier haben wir dieselben Krankheitsbilder, die bei Long Covid erwähnt werden, mit oder ohne Erkrankung, meine Damen und Herren. Deswegen sage ich, es ist ein wichtiges Thema, das man tatsächlich ableuchten muss, was ist hier tatsächlich durch Corona entstanden, was hat es vielleicht nur verstärkt, was vorher da war, meine Damen und Herren, und was gehört eben nicht dazu, meine Damen und Herren. Und da bin ich … (Nikolaus Kramer, AfD: Oder was ist durch die Maßnahmen entstanden!) Ja, oder was ist durch die Maßnahmen entstanden und was entsteht noch durch die gescheiterte Politik hier im Land, meine Damen und Herren. Ja, schön zu hören, dass Sie sich finanziell beteiligen wollen in diesem Bereich. Ich möchte aber gerne, dass, wenn Sie da den Antrag bringen – der wird ja sicherlich schon fertig sein, glaube ich, vorbereitet seitens … (Christine Klingohr, SPD: Ist schon fertig.) Ist schon fertig, siehst! Wir hören, der ist schon fertig. (Christine Klingohr, SPD: Der war schon im Finanzausschuss.) Der war schon im Finanzausschuss. Alles klar! Okay! Ich wünsche mir auf jeden Fall eine breite Beleuchtung des Problems und wünsche mir, dass hier nicht künstlich etwas vielleicht aufgebaut wird, was so in der Masse, wie es hier angekündigt wird, mit 70.000 Betroffenen im Land, was vielleicht gar nicht in diesem Ausmaß da ist, meine Damen und Herren. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
