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Thomas de Jesus Fernandes

AfD 01.07.2022 Sitzungen 8/28

Sehr geehrtes Präsidium! Liebe Abgeordnete! Ein Influencer, wenn er Influencer ist, ist das dann sein Beruf? Ein Musiker, ist der Musiker, nur, weil er Musik macht, oder ist das richtige Arbeit? Selbiges gilt für E-Sport, meine Damen und Herren. Ist E-Sport Sport? Und wenn man sich die Beschreibungen anguckt, die der DOSB gebracht hat oder die er vertritt und auch übrigens unser Landessportbund – dort habe ich extra noch mal eine Anfrage gemacht, eine schriftliche, und habe auch eine schöne Antwort bekommen –, der sieht das ähnlich wie der Deutsche Olympische Sportbund und wie Frau Drese hier ausgeführt hat und sagt, nein, E-Sport ist kein Sport, meine Damen und Herren. Und Sie können sich vorstellen, dass das ein kontroverses Thema ist. Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen war, also als wir über diesen Tagesordnungspunkt geredet haben bei uns in der Fraktion, habe ich gedacht, ich bin damit schnell durch, aber dann hatten wir eine anderthalbstündige heftige Diskussion tatsächlich: Ist das Sport, ist das nicht Sport? Ist es gemeinnützig oder ist es nicht gemeinnützig? Und was ist es überhaupt? Und wer macht es? Und ist es zielführend, wenn man es macht, wenn man sehr jung ist? Und sollte man in der Schule schon E-Sport als Lebensbeschäftigung antrainieren oder wie auch immer? (allgemeine Unruhe) All das hat mich veranlasst, noch mal Recherche zu machen und zu gucken, ob Ihre Forderungen da berechtigt sind in Ihrem Antrag. Auf jeden Fall, das möchte ich gerne vorwegsagen, da können sich hier schon mal alle, während Sie hier tuscheln, Gedanken drüber machen, ob wir das nicht mal in einer Anhörung im Ausschuss alles mit Experten beraten wollen. Das halte ich wirklich tatsächlich für sehr zielführend, dass jeder überhaupt hier in diesem Haus mal weiß, worum geht es überhaupt. Ich bin nicht der Meinung, dass ich schon in Gänze weiß, worum es geht. Ich spiele zwar auch sehr gerne, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass ich ein E-Sportler bin. Ich habe eine Playstation zu Hause. Was ich spiele, werde ich nicht sagen, es könnte nachher alles noch gegen mich verwendet werden hier. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD – Beifall Michael Meister, AfD – Sebastian Ehlers, CDU: Tetris. – Zuruf von Marcel Falk, SPD) Mit Sicherheit! Ja, vielleicht pflücke ich ja noch Blumen dort, ja?! Man weiß es nicht, es könnten auch die falschen Blumen sein. Man weiß es auch nicht. Also die Frage, die wichtigste Frage ist: Ist E-Sport gemeinnützig? Ich meine, jeder kann einen gemeinnützigen Verein gründen. Das können sicherlich auch zehn oder sieben Leute tun, die sich mit etwas beschäftigen, auch die können wahrscheinlich einen gemeinnützigen Verein gründen. Wir brauchen natürlich eine Erweiterung dann beim Finanzamt, was ist gemeinnützig, was nicht, wenn sie da nicht drunterfallen. (Zuruf von René Domke, FDP) Aber die E-Sport-Branche, meine Damen und Herren, ist eine Branche, die nun überhaupt nicht an Geldknappheit leidet, sondern wir haben es dort mit wahnsinnigen Geldbeträgen zu tun, die dort bewegt werden, meine Damen und Herren. Und auch dort – und das wird vielleicht den einen oder anderen überraschen – werden ganze Stadien gefüllt oder man hat ein Millionenpublikum im Livestream. Und sicherlich steigen da natürlich die Industrie und die Konzerne drauf. Also da haben wir BMW als Sponsor, wir haben Mercedes schon drin. Es gibt Sponsoren, die bieten In-Game-Werbung an, meine Damen und Herren. Kennt wahrscheinlich keiner. Also im Spiel wird einem präsentiert, was gewisse Marken so anbieten, was weiß ich, bei GTA irgendwas, erscheint da eine Leuchttafel, wer es kennt oder so. (Christian Brade, SPD: Oder Kabel Eins.) Das nur als Beispiel. Es ist nicht das Spiel, was ich spiele. Also, wie gesagt, es gibt sehr viel Redebedarf hier. Was die Gemeinnützigkeit angeht, das, würde ich sagen, wird die Mehrheit, die große Mehrheit unserer Fraktion bestreiten tatsächlich, aber, wie gesagt, in der Anhörung kann eventuell was anderes rauskommen. Das werden wir dann sehen, wenn es dann eine Anhörung gibt. Ob man da früh in der Schule mit anfangen soll, da möchte ich auch nicht unbedingt eine Fürsprache für halten. Wir wissen alle, dass wir hier bei dem Homeschooling-Wahnsinn, den wir hier betrieben haben während der Corona-Krise, was sich im Nachgang jetzt auch als unnütz erwiesen hat durch die Evaluierung, dass wir dort die Jugendlichen eigentlich an die Rechner getrieben haben, aber nicht eben, um zu lernen. Das war wahrscheinlich nebenbei dann auch noch an, aber da ich auch online spiele, kann ich Ihnen versichern, dass mindestens 30 Prozent der Schüler, die wahrscheinlich unterwegs waren, nebenbei einfach nur gezockt haben, und wenn die Lehrerin dann mal was wollte, das weggeklickt haben und dann war es gut, meine Damen und Herren. So sah die Realität aus – sollte nicht unser Ziel sein, ist keine richtige Bildung, ist auch kein richtiger Sport –, gerade Bewegung ist zu kurz gekommen. Und von daher, wenn man dann noch das Suchtverhalten betrachtet in diesem Zusammenhang und die Suchtanfälligkeit vor allen Dingen ab einem gewissen Alter, deswegen darf man oder sollte man ja auch Zigaretten irgendwie nicht an unter 18-Jährige verkaufen und Alkohol et cetera. Alles in allem, ich bitte darum, dass Sie das tatsächlich in die Ausschüsse überweisen, weil es interessant ist und weil es hier Bildungsnachholbedarf für alle gibt, meine Damen und Herren. Und das soll es gewesen sein. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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