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David Wulff

FDP 01.07.2022 Sitzungen 8/28

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Noch ein letztes Spielchen kurz vor der Sommerpause, gerne auch im Koop-Modus. (Zuruf von René Domke, FDP) Da können wir noch einmal eine schnelle Runde spielen. Viele Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene nutzen in ihrer Freizeit Spiele als Ablenkung, als Freizeitmöglichkeit, als Weiterbildung. (Zurufe von Horst Förster, AfD, und Thore Stein, AfD) Und in ganz Deutschland betreiben ungefähr 1,5 Millionen bis 4 Millionen Menschen E-Sport, (allgemeine Unruhe – Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD – Glocke der Vizepräsidentin) in Mecklenburg-Vorpommern je nach Zählweise irgendwas zwischen 20.000 und 50.000, insbesondere junge Menschen. Und das, was wir wollen, ist, dass wir auch dieser Freizeitbeschäftigung, dieser Sportvariante endlich eine gewisse Anerkennung zuteilwerden lassen und auch hier in dem Antrag, den wir vorliegen haben, insbesondere die Gemeinnützigkeit von E-Sports. Denn, meine Damen und Herren, wie möglicherweise einige von Ihnen denken, geht es bei Gaming und E-Sports nicht einfach nur um daddeln oder Süßigkeiten nach links und rechts oder nach oben und unten irgendwie zu wischen, wie manche es vielleicht hier und da auch gerne während der Plenarsitzung machen, wie man von den Tribünen aus ganz gut sehen kann, nein, es geht auch tatsächlich um eine Freizeitbeschäftigung, auch mit einem wettbewerbsmäßigen Charakter, der dahintersteht. Und auch das kann man und sollte man fördern. Ich möchte Ihnen mal ein Beispiel geben, dass zum Beispiel E-Sport tatsächlich bereits in Deutschland stattfindet und auch hier in Mecklenburg-Vorpommern: Der F.C. Hansa Rostock beispielsweise hat auch eine eigene E-Sports-Abteilung. Und da spielen natürlich auch, also sind auch Spieler aus Mecklenburg-Vorpommern verpflichtet, und die nehmen in einem ganz regulären Ligabetrieb in Deutschland teil. Und das ist nicht nur der F.C. Hansa Rostock, sondern das sind auch viele Sportvereine in Mecklenburg-Vorpommern. So, wie es früher vielleicht bei einem normalen Turn- und Sportverein die Abteilung Turnen war, dann irgendwann der Fußball, Handball und Kegeln noch mit hinzugekommen sind – einige haben auch noch Schach und anderes mit dabei –, so gibt auch der E-Sport eine Abteilung in diesen Sportvereinen. Das macht es aber am Ende nicht einfacher, weil wir nämlich keine ausdrückliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit im Sinne der Abgabenordnung für E-Sports haben. Das ist ein Problem, weil gerade die Sportvereine mit ihrer Gemeinnützigkeit sehr, sehr viel leisten, auch im gesellschaftlichen Leben miteinander, und die dann jetzt halt auf moderne Entwicklungen reagieren wollen. Das ist gerade in dem Bereich der gemeinnützigen Anerkennung, da haben wir quasi eine Abteilung in einem gemeinnützig anerkannten Sportverein, der dieser Regelung nicht unterliegt. (Beifall René Domke, FDP: Genau das ist es. – Zuruf von Dr. Robert Northoff, SPD) Danke schön! Wenn man es genau liest, hat das was damit zu tun, ja, aber wir haben ja noch ein bisschen mehr drin. Und Förderung des E-Sports ist halt ausbaufähig, denn so, wie es momentan praktiziert wird, ist es faktisch gar nicht wirklich existent. Denn wir wollen hier nicht nur gucken, was auch im Koalitionsvertrag irgendwie drinsteht, irgendwie mal genau zu prüfen. Im Koalitionsvertrag von Rot-Rot steht: „Die Koalitionspartner prüfen die Anerkennung von eSport.“ Anerkennung hat hier, das haben wir auch mal geprüft, man muss jetzt nicht zwingend sagen, wir machen eine Anerkennung als Sport im weiteren Sinne, aber die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist ein ganz, ganz wichtiger Schritt, um dem E-Sport eine Anerkennung zuteilwerden zu lassen. Ich hoffe, dass da die rot-rote Regierung schon ein bisschen geprüft hat und vielleicht auch hier und da vorankommt. Denn da kommen wir nämlich weiter: Was machen wir denn auch, wenn wir das Ganze entsprechend geprüft haben und weitergehen, insbesondere bei den Sportförderrichtlinien in Mecklenburg-Vorpommern, dass man da vielleicht auch noch mal mit dem Landessportbund guckt, wie man das noch weiter fordern und fördern kann? Und dann dürfen wir auch nicht vor der Wahrheit die Augen verschließen, dass junge Menschen sich tatsächlich von E-Sports begeistern lassen und – oh Wunder! – viele andere Spiele spielen gemeinsam mit ihren Freunden in ihrer Freizeit. Und auch in der Wissenschaft ist schon lange Konsens, dass Computerspiele zur Medienbildung und damit auch zur Digitalbildung beitragen. Das gehört alles mit dazu. (Beifall René Domke, FDP) Warum sollte in Schulen nicht darüber gesprochen werden, wenn Schülerinnen und Schüler auch genau nach der Schule das machen? Es passiert, das ist einfach ein gesellschaftlicher Wandel, der da ist. Und dann können wir doch auch in den Schulen im Rahmen der digitalen Bildung und im Rahmen der Medienbildung auch im Bereich des E-Sports dazu beitragen, dass es gefördert wird, dass darüber gesprochen wird und dass man natürlich im Zweifel auch vor Gefahren und Risiken warnen kann. Denn das gehört auch zu einer offenen und ehrlichen Debatte entsprechend mit dazu. Und das Ganze ist halt einfach kein Nischenthema mehr. Wenn man sich einfach mal E-Sports-Veranstaltungen anguckt, die füllen mittlerweile ganze Hallen, ganze Messehallen, das sind riesige Veranstaltungen. (Zuruf von René Domke, FDP) Das ist nachher der Profisport, ja. Wir haben auch im Fußball den Bereich, dass viel Profisport nämlich ausgelagert wird, aber – wenn wir einmal von den kleinen Vereinen ausgehen, von den kleinen Abteilungen, die da mit drin sind, dann ist das alles noch kein großer Profisport –, aber es passiert im Freizeit- und Jugendbereich doch eine ganze Menge. Und daran lässt sich doch erkennen, dass wir in diesem Bereich mit ganz einfachen Mitteln doch große Wirkung erzielen können. Und deswegen legen wir diesen Antrag hier vor. Lassen Sie uns diese Schritte gehen! Da sind ein paar kleine Aufträge für die rot-rote Landesregierung mit drin. Und da E-Sports-mäßig sich die rot-rote Regierung vorgenommen hat, sich darum zu kümmern, hier mal die ersten Denkanstöße, und ich freue mich dann jetzt auf die Debatte. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP)

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