Thomas de Jesus Fernandes
Sehr geehrtes Präsidium! Werte Abgeordnete! Ein schöner Antrag, wie ich finde, von der FDP, der ein wichtiges Thema aufgreift und der tatsächlich schnell etwas ändern kann: dass wir Menschenleben retten, meine Damen und Herren. Und deswegen ist es auch besonders wichtig. Und ich sage Ihnen jetzt hier mal ein paar Zahlen dazu. In Deutschland sterben pro Jahr etwa 80.000 bis 100.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Das sind ungefähr 250 Fälle pro Tag. Hinzu kommen Schlaganfälle, Lungenembolie circa neun Prozent. Weitere neun Prozent sind äußere Einwirkungen wie Unfall, Erstickung, Vergiften, Ertrinken, Suizid, Stromunfall et cetera. All diesen Leuten soll möglichst schnell geholfen werden, und wir haben dazu eine Notfrist in unserem Rettungsdienstgesetz von zehn Minuten, meine Damen und Herren, die wir hier in Mecklenburg-Vorpommern sehr oft reißen. Und das gehört zur Wahrheit dazu und eigentlich auch zur Alarmierung aller, meine Damen und Herren: Wir haben hier 138.000 Einsätze im Jahr 2021 zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern und in sage und schreibe 48.000 dieser Rettungseinsätze konnte die Notfrist nicht eingehalten werden. Und das ist skandalös in meinen Augen. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Thore Stein, AfD: Ja.) Da gehört dringend Abhilfe geschafft. Dafür ist dieser Antrag sehr gut und deswegen werden wir diesem Antrag auch zustimmen. Und wie wichtig das ist, dass man hier nicht wartet, das kann man überall lesen. Wer es denn eben noch nicht weiß, bereits nach drei Minuten inaktivem Herz-Kreislauf-System, meine Damen und Herren, sorgt der Sauerstoffmangel im Gehirn für irreversible Schäden. Nach drei Minuten! Und wir können nicht mal zehn Minuten einhalten bei uns im Land. Und dann kommt von der SPD der Vorschlag, lass uns doch noch Monate warten, bis wir etwas auf den Weg bringen! Meine Damen und Herren, das halten wir für nicht tragbar, hier diesen guten Antrag – man möge mich entschuldigen, dass es nicht unser Antrag ist, (Heiterkeit bei Daniel Wulff, FDP) ich muss aber hier zu dem Thema sprechen –, und dann kommt die SPD mit einem Prüfantrag um die Ecke und möchte das ganze Thema noch verzögern, meine Damen und Herren. So funktioniert das nicht. Und vergleicht man in der Priorität quasi die Situation mit Corona, dann, wenn man die Zahlen als Grundlage nimmt, (Zuruf von Thomas Krüger, SPD) dass zum Beispiel es eine Inzidenz gibt für Reanimation – dazu gab es mal Studien, eine schottische Studie spricht von 50 bis 60 Fällen pro 100.000 Einwohner, kommt für Norwegen auf 150 und für England auf 350 Fälle, die quasi mit Ersthelfern doch noch gerettet werden konnten, pro 100.000 Einwohner, da sind wir bei Mecklenburg-Vorpommern oder in Mecklenburg-Vorpommern wären das, hätten wir eine Ersthelfer-App, die funktionieren würde, hätten wir die Chance, 3.200 Menschen schnell zu versorgen und Leben zu retten, meine Damen und Herren, 3.200 in einem Jahr, während wir hier – ich möchte, man vergleicht das nicht, aber ich muss die Zahl mal sagen, wir haben 2021 bis 2022 1.022 Corona-Tote. Jetzt gucken Sie sich den Aufwand an und die Priorität, mit der die eine Geschichte bearbeitet wird, und dann gucken Sie sich im Gegenzug den Prüfantrag von LINKE und SPD an, meine Damen und Herren, der Monate dauern wird! Und wir haben gehört, wir haben nur Minuten und können nicht mal die zehn Minuten einhalten. Deswegen stimmen wir dem Antrag zu und lehnen den Prüfantrag der SPD natürlich entschieden ab. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
