Daniel Seiffert
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die AfD-Fraktion legt uns heute einen Gesetzentwurf zum Naturschutzausführungsgesetz des Landes vor. Dabei sind wir in der Problembeschreibung, wie wir ja bisher schon gehört haben, sicherlich in allen Fraktionen einig. Ich will aber noch mal trotzdem zitieren von der Webseite des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft: „Die Mahd von Grünland und Energiepflanzen fällt mitten in die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere. Jedes Jahr wird daher die Frühmahd Rehkitzen und Junghasen zum Verhängnis: Obwohl sie bereits wenige Stunden nach der Geburt laufen können, ducken sie sich bei Gefahr tief ins Gras, anstatt wegzulaufen. Außerdem können diverse bodennah lebende Kleinsäuger und Amphibien, Bodenbrüter sowie deren Gelege und auch Insekten bei der Mahd verletzt oder getötet werden.“ Zitatende. In der landwirtschaftlichen Praxis haben sich verschiedene Maßnahmen etabliert, um Wildverluste bei der Mahd zu verhindern beziehungsweise zu minimieren. Auch das hatten wir schon gehört. Es geht um das Absuchen mit Hunden oder mit moderner Bodentechnik, das Vergrämen und Vergraulen der Tiere, die Mahd von innen nach außen, die auch eine Methode ist, die aber eben nur bei Fluchttieren wirklich hilft, die Anpassung des Schnittzeitpunktes, wobei ein insektenschonendes Mähen einbezogen werden sollte, die Anpassung der Schnitthöhe zum Schutz von Amphibien und Kleinsäugern und der Einsatz geeigneter Mähtechnik. Technische Unterstützung beim Absuchen bietet zudem der Einsatz von bis zu sechs Meter breiten Infrarotsensorbalken, die Wildtiere aufspüren sollen. Da das Ablaufen mit dem Infrarotgerät viel Zeit in Anspruch nimmt, können die Geräte auch auf ein Quad montiert werden, mit dem man die zu mähende Fläche abfahren kann. Besonders gut geeignet sind diese natürlich, diese Sensoren für kleinere Flächen, die aber auch besonders wertvoll sind. Leider gibt es keine Maßnahme, die alle Tiere zu allen Zeitpunkten gleichermaßen schützt. Deshalb sollte immer eine an die aktuelle Lage angepasste Kombination verschiedener Maßnahmen vor und während der Mahd durch die Landwirte angewendet werden. Für uns ist auch wichtig, dass die geplanten Grünschnitttermine rechtzeitig mit dem lokalen Jagdpächter abgestimmt werden, und die Einbeziehung vom Verein zum Schutz der Wildtiere vor der Mahd hat sich auch bewährt und wird von immer mehr Landwirtinnen und Landwirten praktiziert. Eben diese Landwirtinnen und Landwirte sind also ganz klar problembewusst und haben selbst ein hohes Interesse daran, möglichst keine Wildtiere zu vermähen. Neben der psychischen Belastung durch das unbeabsichtigte Vermähen von Tieren kommt noch die Gefahr hinzu, dass Kadaver in der Silage landen und diese somit kontaminieren. Dieses Futter ist damit für die Nutzung verloren und kann nicht mehr eingesetzt werden. Werte Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren von der AfD, der Vorschlag Ihrer Fraktion ist recht dünn, (Heiterkeit bei Enrico Schult, AfD) konzentriert er sich doch nur auf eine Maßnahme, die im besten Falle nur Fluchttiere schützt und andere Wildtiere außer Acht lässt. Aus unserer Sicht ist das zu kurz gegriffen und technisch schlecht umgesetzt. (Thore Stein, AfD: Wie ist denn Ihr Vorschlag? – Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Meine Fraktion wird daher die Überweisung ablehnen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
