Daniel Seiffert
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Heute wieder das Thema Wolf, dieses Mal in Form eines Antrags der FDP-Fraktion. Werte Kolleginnen und Kollegen der FDP, zumindest haben Sie sich bemüht, eine aus Ihrer Sicht funktionierende Lösung für ein faktisches Problem vorzulegen, denn die Entwicklung der Wolfspopulation in Mecklenburg-Vorpommern ist in dieser Intensität nicht zu erwarten gewesen. Das gilt umso mehr, betrachtet man die kurze Zeit, seit das erste Rudel hier ansässig wurde. Aber der Wolf steht damit auch für eine naturschutzrechtliche Erfolgsgeschichte. Immerhin war der Wolf gut hundert Jahre aus unserer Heimat verschwunden. (Vizepräsidentin Beate Schlupp übernimmt den Vorsitz.) Die Entwicklung des Bestandes ist erstaunlich. Offensichtlich findet dieses zurzeit größte einheimische Raubtier sehr gute Lebensbedingungen in Mecklenburg-Vorpommern vor. Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben. Bei dieser Erfolgsgeschichte des Naturschutzes dürfen wir dennoch nicht die Augen vor den damit verbundenen Problemen verschließen. Unsere Landwirtschaft und insbesondere die Betriebe, die Weidehaltung betreiben, haben das Zusammenleben mit dieser zwischenzeitlich von Menschenhand ausgerotteten Kreatur verlernt, so wie eigentlich alle Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahl der Rissvorfälle von Nutztieren steigt stetig nach oben. Minister Backhaus betonte hier im Haus schon öfter, dass wir alle wieder lernen müssen, mit dem Wolf zu leben. Das sehen wir von der LINKEN genauso. (Thore Stein, AfD: Wo wohnen Sie denn? Auf dem Land?) Mit dem Wolf leben lernen heißt aber zuallererst, dass wir Menschen uns im Umgang mit ihm richtig verhalten müssen, und nicht, ihn zum Beispiel mit aller Macht in Reservate zurückzudrängen. Wo ist denn in dieser Frage die sonst von Ihnen, werte Kolleginnen und Kollegen von der FDP, so hochgehaltene Eigenverantwortung der Menschen? Wir müssen wieder lernen, mit dem Wolf zu leben, das heißt auch, wir müssen wieder lernen, was der effektivste Schutz, auch im ökonomischen Sinne, für unsere Weidetiere ist. Und wir müssen schneller und auch unbürokratischer werden beim Ausgleich für Rissvorfälle für betroffene Tierhalter. Und wir müssen schneller werden bei der Unterstützung von Präventionsmaßnahmen und besser. (Der Abgeordnete Thore Stein bittet um das Wort für eine Anfrage.) Dabei stehen wir immer wieder vor der gleichen Herausforderung.
