Thomas de Jesus Fernandes
Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrtes Präsidium! Am Montag hatten wir eine Anhörung genau zu diesem Bereich – gesundheitliche Selbsthilfe. Ich glaube, die CDU hat davon gesprochen, dass man das auch wieder überweisen kann. Jetzt weiß ich nicht, was da an neuen Informationen rüberkommen sollte im Ausschuss, (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) weil die Anhörung ja schon gelaufen ist. Ich will mal zuallererst den Leuten in der Selbsthilfe, den Beteiligten dort und den Menschen, die das ermöglichen, meinen Dank aussprechen, meine Damen und Herren. Ich glaube, das fehlte heute zumindest in diesem Bereich. (Nikolaus Kramer, AfD: Sehr richtig!) Dort passiert eine sehr wichtige ehrenamtliche Tätigkeit, meine Damen und Herren, die durchaus auch schon finanziert ist durch die Krankenkassen. Das hat die Ministerin in Stellvertretung für Frau Drese hier noch mal ausgeführt. Sie hat auch gesagt, 135.000 Euro werden durch das Land hier noch hinzugesteuert als freiwillige Aufgabe, meine Damen und Herren. Der Anhörung konnte ich entnehmen, dass es verschiedene Akteure gibt in diesem Bereich, die sich aber allerdings alle selbst für dieses Land zuständig halten. Und ich habe da so ein bisschen den Zwiespalt gemerkt, jeder möchte hier der Hauptansprechpartner sein als Dachorganisation für das gesamte Land. Da gibt es sicherlich Sachen zu klären. Ich glaube, da ist es auch hilfreich, wenn man da mal die Leute an einen runden Tisch setzt, damit man da Einigkeit erzielt und alle glücklich macht und alle mitnimmt, meine Damen und Herren. Ich mach das mal an einem ganz kleinen Beispiel aus einem Teilbereich: die Landeskoordinierungsstelle LAKOST, die wir alle kennen, die ebenfalls gefördert wird, die hauptamtlich arbeitet hier in M-V und die sehr gute Arbeit leistet auch. Sie leistet aber Arbeit im Bereich der Prävention, meine Damen und Herren, und das kommt vor diesen ganzen Selbsthilfegruppen. Und Prävention ist ein Teil, der zuweilen aus unserer Sicht sehr vernachlässigt wird. (Nikolaus Kramer, AfD: Sehr richtig!) Und ich rede hier jetzt erst mal nur für einen kleinen Teilbereich, was den Bereich Süchte angeht, meine Damen und Herren. Spielsucht, Drogensucht, Alkoholsucht, meine Damen und Herren, da ist es wichtig, vorher etwas zu tun, um weniger Nachsorge zu betreiben. Wir haben hier den Glücksspielstaatsvertrag, in dem wir die staatliche, wie soll ich sagen, den Staat hätten mehr in die Pflicht nehmen können. Gesetzlich hätte hier verankert werden können, dass eben sich diese Glücksspielbranche zum Beispiel auch finanziell beteiligt an der Prävention in diesem Bereich, meine Damen und Herren, weil Glücksspiel, ich kann es nur wiederholen, Glücksspielsucht zerstört auch Unternehmen und es zerstört Familien, genauso wie Alkohol, meine Damen und Herren, und auch das Rauchen. Und wir haben immerhin vier Parteien hier im Landtag sitzen, die für eine kontrollierte Abgabe von Cannabis sind, also für die Cannabisfreigabe umgangssprachlich, meine Damen und Herren. Ich glaube, es sind vier. Sind Sie nicht dafür? Dann können Sie nachher widersprechen. Gerade jetzt – und wir wissen, dass die Bundesregierung dafür ihre Mehrheiten hat – ist es wichtig, im Vorfeld da schon etwas zu tun, meine Damen und Herren, weil es gibt genug wissenschaftliche Studien und die sind auch Ihnen alle bekannt, was das anrichtet mit Leuten, die zu jung in den, ich sage mal, jetzt noch Drogenmissbrauch einsteigen, meine Damen und Herren. Nachher weiß ich nicht, ob es noch Missbrauch ist. Na, zumindest unter 18-Jährige kriegen das zumindest auch nur auf halblegalem Weg, wie jetzt auch Zigaretten und Alkohol. Aber daran sehen Sie eben auch die Gefahr, meine Damen und Herren. Und da muss zum Beispiel wesentlich mehr Geld in die Hand genommen werden, um diese Einrichtung zu unterstützen, die das hauptamtlich für uns übernimmt, damit die diese Möglichkeit haben, dass in den Schulen, in den Schulen vernünftig Prävention betrieben wird, meine Damen und Herren. Und solange der Staat verdient an solchen Geschichten wie Alkohol und Tabak, da hat er verdammt noch mal auch die Pflicht, dann in den Bereichen, wo er Leid verursacht, auch dafür aufzukommen, meine Damen und Herren. Und da plädiere ich dann eher für ein Umdenken und vielleicht noch mal eine Diskussion im Ausschuss, um genau diese Problematik, um mehr Prävention zu machen, damit wir weniger in der Nachsorge nachher machen müssen, um insgesamt eine glücklichere Bevölkerung zu haben. – Vielen Dank, meine Damen und Herren! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Nikolaus Kramer, AfD)
