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David Wulff

FDP 28.01.2022 Sitzungen 8/10

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Jetzt hat Frau Ministerin Oldenburg die Debatte ein wenig gesprengt (Heiterkeit bei Sebastian Ehlers, CDU) und das Feld doch sehr weit aufgemacht. Theoretisch müsste jetzt eine Menge Redezeit für alle Fraktionen wieder dazugekommen sein, (Heiterkeit bei Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Sebastian Ehlers, CDU: Sehr richtig!) die wir jetzt aber nicht ausschöpfen wollen. Zuerst vielleicht, Sie können gerne noch, also, ich glaube, so viel Zeit muss jetzt übrig sein, dass wir fast einen Schwimmkurs machen können zwischendurch. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Horst Förster, AfD) Ich biete das auch gerne an. Auch wer noch mal einen Rettungsschwimmkurs oder sich im Bereich Rettungsschwimmen gerne noch ein bisschen intensivieren möchte, wenn sich hier sechs Leute finden, biete ich gerne Individualkurse einmal an für den Landtag. (Philipp da Cunha, SPD: Aber nicht im Burgsee!) Das macht sicher Spaß. (Beifall Nadine Julitz, SPD – Heiterkeit bei Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Also mir macht das auf jeden Fall als Ausbilder immer sehr viel Spaß, wenn denn Nichtschwimmer kommen. (Philipp da Cunha, SPD: Aber nicht im Burgsee!) Wir haben heute den 28. Januar, in ungefähr drei Monaten beginnt die nächste Badesaison. Dann wird wieder offiziell dazu eingeladen und es geht los. Der Beginn einer neuen Badesaison ist insbesondere auch für die ganzen Hilfsorganisationen, DLRG, Wasserwacht und auch ASB, hier im Land immer ein ganz besonderer Tag. Bereits im letzten Jahr wurde schon sehr stark darauf hingewiesen, dass gerade die Ausfälle im Schwimmunterricht zu ganz großen Sorgen führen, dass wir mehr Badeunfälle an den Stränden hier im Land haben werden. Und viele Eltern machen sich ganz große Sorgen, dass ihre Kinder nicht vernünftig schwimmen können und unter anderem dann in Gefahr in der Nähe des Wassers geraten. Das müssen wir ernst nehmen. Und da muss ich, liebe Frau Oldenburg, Ihnen den Zahn wirklich gleich einmal ziehen. Das, was wir hier aufzuholen haben an fehlendem Schwimmunterricht in den Schulen, das werden wir nach Corona nicht aufgeholt haben. Das wird Jahre dauern, bis wir das, was jetzt versäumt wurde, wieder drin haben. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP und Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und da bin ich auch fest der Überzeugung, dass wir diese Zusatzangebote auch danach immer noch weiter brauchen, (Jeannine Rösler, DIE LINKE: Das hat sie doch gesagt.) und da hat die CDU auch wieder hier die richtige Richtung schon einmal vorgegeben. Wir müssen das verstetigen, weil das, was wir an Angeboten haben, reicht vorne und hinten nicht. Und man muss sagen, seit April 2020 findet tatsächlich kein organisierter Schwimmunterricht in den Schulen mehr statt, wie er mal stattgefunden hat. Und dass das seit Corona so ist, das hat die Problemlage wirklich nur verschärft. Das ist nicht so, dass es vorher nicht so war. Wir hatten auch vorher schon die Problematik, dass jeder dritte Grundschüler im Land nicht schwimmen konnte. (Ministerin Simone Oldenburg: Genau.) Und das ist ein Problem, was wir angehen müssen, und das können wir nicht nur auf Corona schieben. Ich finde auch, was hier zwischendurch mal eingeworfen wurde, dass die Eltern doch dafür zuständig seien, (Jeannine Rösler, DIE LINKE: Auch.) möchte ich wirklich auch noch mal … Wir sind ja hier so ein breiter Querschnitt durch die Gesellschaft, soll sich doch mal bitte jeder ganz persönlich fragen, wer Angst vorm Wasser hat, wer richtig schwimmen kann oder wer nur baden geht. Und ich finde, Frau Shepley, das war sehr mutig, das hier auch einmal so anzusprechen, weil das ist ein ganz, ganz großes Problem, was wir bei uns in der Wasserrettung auch immer feststellen. Es gibt immer mehr Erwachsene, die nicht schwimmen können, es gibt immer viele Erwachsene, die Angst vor dem Wasser haben. Und das sind dann auch nicht mehr die Eltern, die den Kindern adäquates Schwimmen und Vertrauen in ihre eigenen Schwimmfertigkeiten beibringen können. Dafür braucht es professionelle Schwimmlehrer, die das wirklich sicher machen. (Beifall vonseiten der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP) Und auch hier, wenn wir schon bei dem Thema Belehrungen sind, es gibt einen ganz signifikanten Unterschied zwischen schwimmen und baden gehen. Das, was, glaube ich, landläufig irgendwie unter Schwimmen verst… (Horst Förster, AfD: Das wissen aber alle.) Na ja, diesen Eindruck habe ich nicht, weil baden gehen, das ist, wir können den Kopf über Wasser halten und kommen vielleicht wieder an Land, wenn wir mal ins Wasser gefallen sind, aber wirklich das, was wir unter Schwimmfertigkeiten verstehen, also mit ausgeprägter Technik, auch keine Angst davor zu haben, auch mal mit dem Kopf unter Wasser zu gehen und zu tauchen, das ist etwas, was man auch in der Grundschule, in der 3. Klasse alleine nicht lernt. Auch da kommen wir wirklich nur an den Teil, die Kinder haben einfach mal ihre Grundfertigkeiten und sie können den Kopf über Wasser halten, und wenn sie ein bisschen springen und baden und planschen, dann kommen sie auch wieder sicher an Land. Das ist im Wesentlichen das, was man lernt. Und das, was hinten raus ist, diese Sicherheit, die man im Wasser tatsächlich gewinnt, das ist doch erst das, was man durch regelmäßiges Schwimmen, durch regelmäßiges Training auch erst erreicht. Und da kommen wir wieder zu dem nächsten Problem, was ja auch schon angesprochen wurde: Was haben wir denn an Angeboten zum Schwimmen? Natürlich, wir haben viel Freiwasserschwimmen, in den meisten Bereichen hier im Land kann man auch nur im Freiwasser schwimmen. Wir haben die letzten Jahre häufig richtig durchwachsene Sommer gehabt, wir haben Temperaturen im Wasser von 12/13/14 Grad in den Sommerferien gehabt. Das sind keine Bedingungen, wo man schwimmen geht. Da braucht man auch gar nicht bis zur Welle zu gucken, da ging keiner baden, da geht keiner schwimmen. Im ehemaligen Landkreis Parchim gibt es weit und breit nicht eine einzige Schwimmhalle. Das ist ein ganz, ganz großes Problem. Wenn wir diese Sicherheit in der Bevölkerung dauerhaft irgendwie erhalten wollen, müssen wir wirklich über diese Grundfähigkeiten schon hinausdenken. Und deswegen bin ich auch der Meinung, dass wir ein landesweites Schwimmhallenkonzept brauchen, (Beifall Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) worüber wir uns auch in dieser Legislatur noch unterhalten müssen. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP)

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