Katy Hoffmeister
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der vorliegende Antrag ist unterstützenswert. Die Einführung eines landesweiten appbasierten Ersthelferalarmierungssystems ist sinnvoll. Soweit im gleichen Atemzug der Einsatz von Telemedizin bei Rettungseinsätzen vorangetrieben werden soll, ist das zielführend. Das Modellprojekt im Landkreis Vorpommern-Greifswald unter dem Namen „Land│Rettung“ ist ausdrücklich zu loben und der Evaluierungsbericht über den Zeitraum vom 15. Dezember 2016 bis zum 15. März 2020 spricht aus unserer Sicht für sich. Meine Vorredner haben einiges bereits erwähnt, deswegen will ich nicht alles wiederholen, aber wenn man mit den Konsortialpartnern spricht, die dieses Projekt vorangetrieben haben, dann ist klar, dass sich die Bestandteile, nämlich im Kern drei aus unserer Sicht, bewährt haben, und insofern passen diese Bestandteile zueinander. Und die Verantwortlichen haben diese drei Bestandteile so abgestimmt, dass sie sinnvoll zusammengeführt worden sind. Dazu gehört im Kern die Schulung von Laien für die Reanimation bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Das zu erkennen, die ersten Schritte einzuleiten, wird mit drei Worten beschrieben, nämlich prüfen, rufen, drücken. Und um den Menschen genau dieses beizubringen, ihnen dieses zu erklären, sind die damals Verantwortlichen für dieses Projekt, ich will nicht sagen, überall hingegangen, aber man kann schon sagen, fast überall hingegangen. Da war es das Hafenfest genauso wie der Marktplatz und beim Einkaufen. Und ehrlich gesagt ist das vielleicht der Weg, um die Sensibilität für dieses Thema und vor allem dann natürlich auch die ersten Schritte dem einen oder anderen näherzubringen und Hemmschwellen abzubauen. Es ist gut, dass dieser Baustein auch auf andere Landkreise inzwischen ausgeweitet ist, beispielsweise auf die Mecklenburgische Seenplatte und auf Vorpommern-Rügen, allerdings – und da drückt der Hemmschuh – wird es derzeit über einen Verein realisiert und die Finanzierung scheint jedenfalls nicht nur kurzfristig, sondern vor allem langfristig nicht gesichert. Ich denke, auch auf diesen ersten Baustein müssen wir ein besonderes Augenmerk richten. Der zweite Baustein, die smartphonebasierte Ersthelferalarmierungs-App, ist wesentlich und zentral. Und ich will mich vor allem bei denen bedanken – Sie haben die Zahl genannt von 840 –, die sich da bereit erklärt haben, an dieser Erstalarmierungssituation mitzumachen. Das ist äußerst lobenswert. Es betrifft natürlich im Kern oft die Krankenschwester, die da ist, oder den Arzt, der ohnehin in der Nähe und vor Ort ist, aber auch Polizeibeamte oder aber Feuerwehrleute, also die, die in der Lage sind, vor allem auch emotional diesen Ersteinsätzen gerecht werden zu können. Hier scheint die Finanzierung, jedenfalls im Landkreis Vorpommern-Greifswald, längerfristig gesichert, weil es dort inzwischen Abstimmungen mit den Krankenkassen gegeben hat. Aber dieses auf das Land auszuweiten, halten wir für außerordentlich sinnvoll. Gleiches gilt natürlich für die Einführung von Telenotärzten. Auch hier wissen wir, dass im Landkreis Vorpommern-Greifswald das inzwischen in die Regelversorgung mit den Krankenkassen übernommen worden ist. Es geht also. Und deshalb ist es wichtig, dass wir ein positives Signal aus unserem Landtag senden, damit klar ist, dass wir diese positive Wirkung dieses Projektes ausdrücklich unterstützen, und zwar landesweit. (Beifall Torsten Renz, CDU, und David Wulff, FDP) Ziel dieses Modellprojektes war und ist es ja, herauszufinden, wie in ländlichen Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte der Rettungsdienst grundsätzlich und insbesondere unter Berücksichtigung der Hilfsfristen von zehn Minuten sichergestellt werden kann. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum jetzt und in Zukunft zu gewährleisten, ist unserer Fraktion – und ich gehe davon aus, das gilt für alle auch hier im Raum – ein wichtiges Anliegen. Der Rettungsdienst ist nun mal zentraler und oft eben erster Bestandteil. Und die Enquete-Kommission „Zukunft der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern“ hat sich in der vergangenen Wahlperiode ebenfalls mit dem Projekt der Land│Rettung beschäftigt. Wir haben uns dabei stark dafür eingesetzt, dieses Projekt damals schon landesweit auszubauen. Und erfreulicherweise wurde dieser Punkt mit in die Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission aufgenommen. Schließlich stehen wir in Mecklenburg-Vorpommern in vielen ländlichen Regionen landesweit vor großen Herausforderungen, auch zukünftig die notärztliche Versorgung sicherzustellen. Die Situation haben meine Vorredner mehrfach skizziert, und wir wissen, dass die Situation sich verschärfen wird, und zwar zusehends, da wir eben nicht nur den demografischen Wandel zu bewältigen haben, sondern auf der anderen Seite auch die Fachkräftesituation angespannt ist und auch langfristig bleiben wird. Insofern ist die Ausgangslage klar, und wie dem begegnet werden kann, dazu kann dieses Modellprojekt landesweit beitragen. Und deshalb halten wir eine stetige Finanzierung und eine Ausweitung dieses Projektes für landesweit sinnvoll und werden dem Antrag der FDP deshalb zustimmen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP)
