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Jeannine Rösler

Die Linke 27.01.2022 Sitzungen 8/9

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Mit Ausnahme von einer Fraktion waren und sind wir uns hier im Landtag einig, dass eine landesweite Ehrenamtskarte eine richtig gute Sache ist. Es ist ein gutes Instrument, denjenigen zu danken, die sich in besonderem Maße freiwillig, unentgeltlich für die Gesellschaft engagieren. Wir sind froh, dass es diese Karte seit nunmehr einem Jahr gibt, denn ich erinnere daran, dass wir bis dato quasi das einzige Bundesland waren, das mit einem solchen Instrument noch nicht aufwarten konnte. Liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU, allerdings Ihr Antrag erübrigt sich im Grunde, denn erstens plant die Ehrenamtsstiftung längst eine Evaluierung, auch unter Einbeziehung der MitMachZentralen, und zweitens gab es erst im zurückliegenden Jahr unter dem treffenden Titel „EhrenSache“ eine landesweite Kampagne, die werbewirksam die Ehrenamtskarte im ganzen Land bekannter gemacht hat. (Unruhe vonseiten der Fraktion der CDU) Flankiert wurde die landesweite Großplakat- und Postkartenaktion (Glocke der Vizepräsidentin) von vielfältigen Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit. Also ich erinnere an die schönen Plakate in den Buswartestellen und an den Bussen. Diese Öffentlichkeitsarbeit wird laufend ausgebaut. Ja, und zum Thema „Steigerung der Attraktivität“ gehört drittens, je mehr Akzeptanzstellen wir gewinnen, desto stärker wird die Karte angenommen. Es ist also notwendig, jene zu erreichen, die besondere Angebote oder Vergünstigungen für Karteninhaberinnen und -inhaber zur Verfügung stellen, und hier reicht es eben nicht, nur auf das zuständige Ministerium zu schauen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir alle stehen in der Verantwortung. Wir alle müssen selbst aktiv werden. Also nutzen Sie auch Ihre Kontakte und Netzwerke, gehen Sie auf kommunalpolitische Gremien zu! Wir haben das beispielsweise im Kreistag Vorpommern-Greifswald getan. Nutzen Sie Ihre Mitgliedschaften in Fördervereinen, etwa von Tierparks oder Museen! Sprechen Sie mit Ihren Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, deren Kommunen Träger von Einrichtungen sind, die eventuell als Akzeptanzstellen interessant sein könnten! Werben Sie dafür, dass Angebote beziehungsweise Vergünstigungen für die Karteninhaberinnen und Karteninhaber zur Verfügung gestellt werden! Es ist also eine Aufgabe, der wir uns alle stärker zuwenden sollten, auch die Kommunen noch stärker als Partner zu gewinnen. Und, meine Damen und Herren, zum Punkt MitMach-Zentralen: Es muss natürlich in unser aller Interesse liegen, dass die Finanzierung der MitMachZentralen langfristig gesichert wird. Bisher, das hat die Ministerin ja auch gesagt, bisher wurden beziehungsweise werden diese über den Strategiefonds finanziert. Wir haben damals in der Opposition zu bedenken gegeben, dass dies nur eine vorübergehende Lösung sein kann, und deshalb ist es gut, wenn wir künftig die Finanzierung auf sichere Füße stellen können. Auch werden wir uns der Frage widmen, wie wir noch Synergien erzeugen können, und wir werden auch schauen, welche Stelle künftig am besten geeignet ist, etwa für die Betreuung der Partnerinnen und Partner beziehungsweise der Akzeptanzstellen. Wenn Sie in Ihrem Antrag über die Erleichterung von Zugangsvoraussetzungen reden, liebe Kolleginnen und Kollegen der CDU, sollten wir allerdings auch im Blick haben, dass die Ehrenamtskarte eine Auszeichnung bleiben soll und nicht inflationär vergeben werden sollte, auch wenn ich dem einen oder anderen Punkt, der bei Ihnen aufgeführt ist, etwas abgewinnen kann. Lassen Sie mich zum Schluss noch kurz auf Ihre Antragsbegründung eingehen. Ich meine, es geht in der Tat an der Sache vorbei, wenn Sie hier einen direkten Vergleich zwischen der Gesamtheit der ehrenamtlich Tätigen und der Anzahl der ausgegebenen Karten ziehen, also diese beiden Zahlen schlicht in Relation setzen, schon gar nicht in Pandemiezeiten, wie ich finde. Und mit der Corona-Krise hat sich die Arbeit vieler Vereine ja auch massiv verändert, wenn wir das beobachten vor Ort. In Sport, Kultur, in der Jugendarbeit, da war es kaum möglich oder nur unter schwersten Bedingungen möglich, ehrenamtliche Arbeit zu leisten. Und deshalb gilt unser Dank auch denen, die nicht aufgegeben haben in dieser Zeit, die sich in vielfältiger Weise engagieren und gar in der Pandemie auch Hilfe leisten und für diejenigen da sind, die eben nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Und danken will ich auch all denen, die mit Kreativität und mit Zuversicht die Einschränkungen jetzt gut meistern und so das Ehrenamt in unser aller Sinne hochhalten. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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