Martina Feldmayer
Nächste Rednerin ist die Abgeordnete Förster-Heldmann von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Bitte schön. Hildegard Förster-Heldmann (BÜNDNIS 90/DIE NEN): Sehr geehrte Frau Präsidentin, geschätzte Kolleginnen Kollegen! Herr Minister, das fand ich schon lustig, muss ich jetzt einmal ehrlich sagen. Ich fand die lung lustig: Der Minister hält die schützende Hand über Antifa. Allein die Vorstellung hat mich ein bisschen Lächeln gebracht, wobei ich den Antrag sehr ernst Den Vortrag von Herrn Mulch fand ich unterirdisch. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU vereinzelt SPD) Vor allem will ich eines sagen: Mein Vater war Bergmann, und die Worte „Glück auf“ hatten bei uns in der eine Bedeutung. (Dr. Frank Grobe (AfD): Bei uns auch! – Zuruf Dr. Frank Grobe (AfD)) Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Vater kein Vertrauen zu Ihnen gehabt hätte, um mit Ihnen gemeinsam in Stollen zu fahren. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, und vereinzelt Freie Demokraten) Das Niederwalddenkmal ist zweifellos ein bedeutendes Kulturdenkmal. Aber beeindruckend ist dabei nicht nur Symbolkraft, sondern auch die logistische Meisterleistung, die vor ungefähr 150 Jahren geleistet wurde: 35.000 gar gramm Material wurden von München nach Rüdesheim und dann auf den Berg hochgeschleppt. Das erfordert ReKoali- spekt von uns allen vor dieser logistischen Meisterleitung. Genau das ist es, worum es mir in meiner Rede geht: um Respekt. Es macht mich traurig und wütend, wenn öffentlich zugängliche Orte beschmiert, missbraucht und dadurch entwertet werden, wenn eine historische Natursteinmauer aus reinem Übermut beschmiert wird und wenn öffentlich Taten genutzter historischer Garten für billige, plakative SchmieGerereien herhalten muss. All das macht auch mich traurig sind. und wütend. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dabei muss man nicht immer historisch wertvolle Denkmäler als den Ursprung für Empörung sehen. Die Umgebung, die wir als Gesellschaft gemeinsam nutzen, als Treffpunkt und als Aufenthaltsort, als Lebensraum, diese Umgebung ist für uns alle schützenswert. Zuruf Das Niederwalddenkmal erinnert an ein Ereignis von besonderer Bedeutung. Leider ist es für manche zur Gewohnheit geworden, öffentliche Flächen zur Verbreitung eigeder darauf, ner Botschaften zu nutzen. Doch auch ganz ohne politiei- sche Absicht bleibt es respektlos und verwerflich, Flächen wahllos zu verunstalten. Im Fall des Niederwalddenkmals rechte Das kommt noch etwas hinzu: die besondere Bedeutung des Ortes und die Vielzahl an Besuchern und Besucherinnen, die dort Zugang haben. Es geht also nicht an, dass ein 90/DIE besonders exponierter Ort in dieser Art und Weise missbraucht wird. Was macht man also dagegen? Da kann ich nur sagen: Der Antrag der Koalition hilft uns da jetzt auch nicht weiter. Wie können wir der Bewachung und Bewahrung der vielen bedeutenden Denkmäler, die wir in Deutschland haben, überhaupt Herr werden? Das Niederwalddenkmal ist nicht das einzige zu schützende Denkmal. Das ist keine Kritik meinerseits, sondern einfach eine bloße Feststellung, dass GRÜwir dafür keine wirkliche Lösung haben. und Aber was sicher hilft, ist Bewusstsein. Ich selbst habe das das Niederwalddenkmal als kleine Schülerin im Rahmen eines VorstelKlassenausflugs kennengelernt, also von der Pfalz an den die Rhein. Das war gar nicht so nah. Solche Begegnungen zum mit unserer Geschichte, früh und persönlich erlebt, sind fand. vielleicht der wichtigste Weg, um echten Respekt vor historischen Leistungen zu erzielen, einen Respekt, der nicht nur durch Vorschriften erzwungen, sondern einfach durch und Verständnis gewachsen ist. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU und SPD) Familie
