Martina Feldmayer
Nächste Rednerin ist die Abgeordnete Dr. Sommer von der SPD-Fraktion. Bitte schön. Dr. Daniela Sommer (Waldeck-Frankenberg) (SPD): Frau Präsidentin! Frauengesundheit ist kein Randthema. Frauengesundheit ist Gesundheitspolitik. Wir wissen: Frauen und Männer sind nicht gleich krank. Deswegen brauchen wir eine Gesundheitsversorgung, die die Unterschiede ernst nimmt – in der Prävention, in der Forschung, in der Diagnostik, in der Therapie und auch in der Versorgung. Hessen hat hier bereits wichtige Schritte getan. Mit unserem umfassenden Antrag – wir haben es schon gehört – zur Frauengesundheit haben wir deutlich gemacht: Die gesundheitlichen Belange von Frauen gehören dauerhaft auf die politische Agenda, so auch das Lipödem. (Beifall SPD und CDU) Es betrifft – wir haben das schon gehört – nahezu ausschließlich Frauen. Es ist eine chronische Erkrankung, die mit Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Bewegungseinschränkungen einhergehen kann, für viele Frauen auch mit psychosozialer Belastung. Ich möchte ganz deutlich und ganz klar sagen: Es ist keine Frage mangelnder Disziplin. Es ist keine reine Gewichtsfrage. Und es ist schon gar keine kosmetische Angelegenheit. Doch Frauen erleben immer wieder, dass ihre Beschwerden nicht ernst genommen werden, dass sie sich rechtfertigen müssen, dass zwischen den Symptomen und einer qualifizierten Diagnose viel zu viel wertvolle Zeit vergeht. Das darf nicht Anspruch einer modernen Gesundheitsversorgung sein. (Beifall SPD und CDU) Wir schauen hin, wir hören zu, und wir müssen die Versorgung dort verbessern, wo Frauen heute noch Lücken erleben. Zur Ehrlichkeit gehört dazu – Sie haben es schon gesagt –, die KV ist für die Versorgung verantwortlich, für die Schließung der Kliniken die Rentenversicherung, nicht das Land. Aber wir wollen das Lipödem eben nicht isoliert betrachten, weil es beispielhaft für eine größere Aufgabe steht, nämlich frauenspezifische Erkrankungen sichtbar zu machen. Genau deswegen begrüße ich ausdrücklich, dass das hessische Gesundheitsministerium die Frauengesundheit zu einem politischen Schwerpunkt gemacht hat. Die parlamentarischen Frühstücke zu den Themen Frauengesundheit sind dabei ein wichtiger Baustein; denn gute Gesundheitspolitik entsteht nicht allein im Parlament. Sie entsteht im Dialog mit Wissenschaft, medizinischer Praxis, Selbsthilfeorganisationen, Expertinnen und Experten und vor allem den Frauen selbst. Dass dieser Dialog auch zum Thema Lipödem geplant ist und geführt wird, ist deswegen ein wichtiges Signal. Frau Anders, es sind keine Lippenbekenntnisse. Wir wollen aus diesem Austausch konkrete politische Konsequenzen ziehen. (Beifall SPD und CDU) Deswegen begrüßen wir, dass die Landesregierung die bereits beschlossenen Maßnahmen zur Frauengesundheit konsequent weiterverfolgt, Informations-, Beratungs- und Präventionsangebote zur Verfügung stellt oder ausbaut, unterstützt und damit frauenspezifische Erkrankungen stärker sichtbar macht. Schon ein Blick auf die Homepage des Ministeriums macht das deutlich. Diesen Weg wollen wir weiter fortsetzen. Wir brauchen gute Forschung, eine bessere Sensibilisierung auch der medizinischen Fachkräfte sowie qualifizierte Diagnostik. Genau das finden Sie in unserem Antrag – vielleicht möchten Sie noch einmal nachlesen – Drucks. 21/1743, der im Mai 2025 beschlossen worden ist. Grundsätzlich können wir natürlich jedes Thema hier noch einmal besprechen. Das können Sie aufgreifen. Das flankiert nur, dass wir auf dem richtigen Weg sind, Selbsthilfegruppen zu stärken, interdisziplinäre Forschung und damit auch die Entwicklung von Diagnoseverfahren sowie verbesserte Behandlungsoptionen zu forcieren. Frauengesundheit ist für uns dauerhafter Teil moderner Gesundheitspolitik. Beim Lipödem gilt ganz besonders: Betroffene Frauen brauchen keinen Zweifel an ihren schwerden. Sie brauchen Anerkennung, Wissen, gute gnostik und eine verlässliche Versorgung. Unser Anspruch ist deswegen klar. Keine Frau soll Gefühl haben, mit ihrer Krankheit alleingelassen zu Keine Frau soll sich für ihre Krankheit rechtfertigen sen. Keine Frau soll darum kämpfen müssen, dass Schmerzen ernst genommen werden. Wir stehen für eine Gesundheitspolitik, die die Erkrankung Lipödem sieht und die Frauen sieht. Daran werden wir meinsam weiterarbeiten. Hessen ist hier Impulsgeber, nisiert Dialog, gibt Frauen, den Betroffenen, eine – Dafür herzlichen Dank und herzlichen Dank für Aufmerksamkeit. (Beifall SPD und CDU)
