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Volker Richter

AfD 03.09.2026 Sitzungen 21/75

Sehr verehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Eine Frau, die an einem Lipödem erkrankt ist, braucht ernsthafte medizinische Hilfe. Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Einschränkungen im Alltag sind bereits schwer genug. Nicht selten entsteht das Gefühl, von der Familie, von Freunden oder auch von Arbeitskollegen nicht verstanden zu werden. Das alles ist für die Frauen enorm belastend. Leider wird dieses Krankheitsbild immer noch zu wenig wahrgenommen. Häufig wird es nicht als Erkrankung verstanden, was dann zu falschen Schuldzuweisungen und sogar zu Diffamierungen führt. Solange die richtige Diagnose fehlt, suchen die betroffenen Frauen die Ursache nicht selten bei sich selbst. Sie versuchen, einem vermeintlichen Schönheitsideal nachzueifern, um daran zu verzweifeln, dass sich trotz aller Bemühungen nichts Grundlegendes ändert. Deswegen brauchen wir gute Aufklärung, verständliche Informationen und fachkundige Erstansprechpartner. Auch wir Männer sind gefordert. Wir dürfen die Beschwerden nicht vorschnell bewerten. Wir müssen lernen, die betroffenen Frauen zu verstehen und zu unterstützen. Das Lipödem darf weder bagatellisiert noch auf eine Frage der Ernährung, der Disziplin oder des Aussehens reduziert werden. Gerade bei einem solchen Thema ist es ebenso wichtig, seriös mit den medizinischen Tatsachen umzugehen. Die aktuelle medizinische Leitlinie stellt klar, dass ein Lipödem nicht grundsätzlich fortschreiten muss. Es kann über Jahre hinweg stabil bleiben. Individuelle Verschlechterungen sind möglich. Eine generelle Progression ist jedoch nicht belegt. Das sage ich als kleinen sachlichen Hinweis an die Antragsteller. Auch die im Antrag beschriebene „unnötige Chronifizierung“ ist, medizinisch gesehen, ein wenig unscharf. Denn das Lipödem ist bereits chronisch. Frau Knell hat das aber eben richtig gesagt. Eine verspätete Diagnose – dem ist leider so – kann die Leidenswege erheblich verlängern, Fehlbehandlungen begünstigen und die Belastung erhöhen. In dem Punkt sind die FDP und wir uns einig. Wir sind uns auch darin einig, dass die Antworten der Hessischen Landesregierung auf die Kleinen Anfragen nicht ausreichen. Wir erleben etwas, was uns in der Politik leider immer wieder begegnet. Wir haben im Ausschuss immer wieder angemahnt, dass es an einem belastbaren Lagebild fehlt. Bei der ambulanten Versorgung wird immer noch eine Einschätzung aus dem Jahr 2019 verwiesen. Bei der stationären Rehabilitation beruft sich die regierung auf ihre begrenzte Zuständigkeit. Nach Aussage verfügt sie auch über keine Übersicht der bote und Kapazitäten. Sie hat auch keine Gespräche der Deutschen Rentenversicherung Bund geführt. Frau Ministerin, die begrenzte Zuständigkeit entbindet doch nicht von der politischen Verantwortung, sich Lagebild zu verschaffen und mit den zuständigen Akteuren zu sprechen. Auch die Neuordnung der Rehabilitationsstandorte dient Aufmerksamkeit. Nach den Planungen der Deutschen Rentenversicherung soll die eigenständige Indikation phologie im künftigen Neubau in Bad Nauheim entfallen. Das ist ein realer Einschnitt. Die im Antrag genannten rund 400 wegfallenden sind allerdings nicht automatisch 400 Betten für die krankung am Lipödem oder Plätze für die Lymphologie. Diese Zahl muss nach Standorten und medizinischen richtungen sauber aufgeschlüsselt werden. Meine Damen und Herren der FDP, bessere Informationen, Fortbildung in Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft, Selbsthilfestrukturen, mehr Forschung und eine Bestandsaufnahme, auch da sind wir bei Ihnen. Allerdings kann man nicht einfach ein hessisches Register, neue desstandards und regelmäßige Berichtspflichten verlangen, ohne die Kosten, die Zuständigkeiten, die Rechtsgrundlage, den Datenschutz und den wissenschaftlichen darzustellen. Auch für die Liposuktion bestehen bundesweite Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die zusätzlichen hessischen Regelungen müssen konkrete Lücke schließen. Aber sie dürfen keine strukturen schaffen. Wir von der AfD möchten gerne Hilfe, die bei den fenen Frauen auch ankommt. Wir wollen keine Strukturen um ihrer selbst willen. Der Antrag der FDP-Fraktion ein wichtiges und lange unterschätztes Thema auf. wissen um das Herzblut, mit dem er erarbeitet wurde. teilen das ernsthafte Anliegen, die Situation der nen Frauen zu verbessern. Bei mehreren weitreichenden Forderungen bleiben zentrale Fragen zur Zuständigkeit, zur Ausgestaltung, den Kosten und auch zu dem Nutzen offen. Aus Grund werden wir uns bei diesem Antrag der enthalten. Einem entsprechend überarbeiteten und fachlich präzisierten Antrag würden wir jedoch sehr zustimmen. Denn ein gemeinsames glaubwürdiges des Hessischen Landtages für die betroffenen Frauen glaube ich, wirklich geboten, richtig und wichtig. – Dank. (Beifall AfD)

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