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Martina Feldmayer

21.05.2026 Sitzungen 21/69

Nächster Redner ist der Abgeordnete Pürsün der FDPFraktion. Bitte schön. Yanki Pürsün (Freie Demokraten): Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir über Krebsforschung sprechen, sprechen wir nicht abstrakt über Labore oder Verwaltungsverfahren. Wenn wir über Krebsforschung sprechen, sprechen wir über Patientinnen und Patienten, die auf neue Therapien hoffen. Für uns Freie Demokraten gilt: Medizinischer Fortschritt darf nicht an Aktenordnern und überlangen Verfahren scheitern. (Beifall Freie Demokraten) Moderne individuelle Therapien und mRNA-basierte Ansätze eröffnen neue Chancen, gerade dort, wo klassische Therapien an Grenzen stoßen. Hessen hat enorme wissenschaftliche Kompetenz mit Frankfurt, Marburg, Gießen, dem UCT, ich nenne auch das MIT, dem Hessischen Krebsregister und starken Forschungskooperationen. Es ist gut, dass der Landtag diese Stärke anerkennt. Aber anerkennen allein reicht nicht. Standortlob ersetzt keine Standortpolitik. Wie weit Selbstbild und Realität auseinanderklaffen, zeigt sich ausgerechnet in Marburg. Während Sie Hessens Stärke bei mRNA-Technologie feiern, schließt Biontech eine der größten mRNA-Produktionsstätten Europas. Gerade bei diesen Technologien verschärft sich der internationale Wettbewerb. Andere Länder investieren massiv, beschleunigen Verfahren und ziehen Forschung und Fachkräfte an. Hessen diskutiert noch zu oft Zuständigkeiten, Datenschutzschleifen und Verfahrenswege. Das ist die Schwäche Ihres Antrags. Sie beschreiben Potenziale, aber nicht den politischen Handlungsdruck; denn entscheidende Fragen bleiben offen: Welche Verfahren sollen schneller werden? Wie werden Ethikkommissionen, Datenschutzaufsicht und Studienzentren besser verzahnt? Wie bekommen Patienten leichter Zugang zu klinischen Studien? Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, ein starker Forschungsstandort entsteht nicht durch Sonntagsreden. Er braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Dazu gehören eine schnelle Genehmigung, eine gute Forschungsinfrastruktur, Fachkräfte, Technologieoffenheit und Standortdynamik. Der Antrag feiert Spitzenmedizin, liefert aber keine Spitzenverfahren. Genau darum geht es aus unserer Sicht. Forschung braucht Freiheit, Innovation Tempo. Patientinnen und Patienten brauchen Zugang. (Beifall Freie Demokraten) Deshalb wollen wir Freie Demokraten Hessen als für Gesundheitsforschung, Biotechnologie und klinische Studien stärken. Wir brauchen digitale Verfahren statt pierlogik. Studienanträge, Abstimmungen und Dokumentation müssen medienbruchfrei und transparent laufen. Betroffene wissen gar nicht, welche Studien für sie kommen. Deswegen brauchen wir bessere Informationen und niedrigere Zugangshürden auch außerhalb von niken. Wir brauchen eine bessere Nutzung des hessischen Krebsregisters. Registerdaten, Forschungsdaten und sorgungsrealität müssen so zusammengeführt werden, bessere Behandlungspfade entstehen – rechtssicher und Interesse der Patientinnen und Patienten. (Beifall Freie Demokraten) Selbstverständlich liegt nicht alles in hessischer Zuständigkeit. Aber gerade deshalb muss das Land dort handeln, es handeln kann. Das gilt für die Universitätsmedizin, digitale Schnittstellen, für Datenschutzpraxis, Landeskoordination und Studienstrukturen. Wir Freie Demokraten wollen mRNA-gestützte Krebstherapien stärken und klinische Forschung beschleunigen. Aber einem Antrag, der konkrete Maßnahmen bleibt, können wir nicht zustimmen. Hessen muss verfahren liefern: schneller, digitaler und verlässlicher die Forschung und vor allem für die Patientinnen und enten. (Beifall Freie Demokraten)

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