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Klaus Gagel

AfD 21.05.2026 Sitzungen 21/69

Herr Minister, die Antworten, die wir vorgefunden haben, sind doch recht dürftig; denn diese Antworten zur Großen AbAnfrage sind ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Ihre Klimapolitik in Hessen funktioniert. Man hat an den entscheidenden Stellen erstaunlich wenige Fakten, gibt sich ahnungslos oder erklärt sich für nicht zuständig und hat trotzdem politisch absolute Gewissheit. (Hans-Jürgen Müller (Witzenhausen) (BÜNDNIS Freien 90/DIE GRÜNEN): Manchmal liegt es an den Fradie gen!) nach Wir haben die Landesregierung gefragt – Sie können die die gleich reden –, welche Erkenntnisse sie über die EntwickDamit lung des Blattflächenindex in Hessen hat. Das ist ein Indikator, mit dem man feststellen kann, ob Gebiete grüner werden oder nicht. Was antwortete die Landesregierung? Sie würde frage „führt selbst keine Erfassung des Blattflächenindex in Hessen durch. Eigene Informationen zu Änderun90/ CDU- gen und möglichen Einflussfaktoren liegen daher nicht vor.“ Meine Damen und Herren, das muss man sich auf der ZunEntge zergehen lassen. Die Landesregierung misst es nicht, sie weiß es nicht, aber sie glaubt offenbar trotzdem ganz genau zu wissen, dass positive Effekte von Kohlendioxid für Hessen keine Rolle spielen. frage Das ist keine Politik auf wissenschaftlicher Grundlage, das das ist Politik nach Aktenlage, nur ohne Akte. der un- (Beifall AfD) Dabei ist das Phänomen des sogenannten Global Greenings Das keineswegs irgendeine exotische Randthese. Die NASA hat bereits festgestellt, dass ein Viertel bis die Hälfte der bewachsenen Landflächen der Erde in den vergangenen Jahrzehnten deutlich grüner geworden ist. Ein wesentlicher Treiber dabei ist der CO -Düngeeffekt. Selbst in vielen Trockengebieten zeigt sich messbare Begrünung. (Zuruf AfD: Hört, hört!) Meine Damen und Herren, wenn Sie sich schon nicht für globale Studien interessieren, dann interessieren Sie sich doch wenigstens für Ergebnisse aus deutschen Forschungseinrichtungen. Das Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena berichtet aktuell über die Forschung zum Global Greening. Dort ist ausdrücklich von einer Zunahme der Vegetationsdichte weltweit die Rede. Dort wird ausdrücklich gesagt, ein steigender Anteil an Kohlendioxid in der Atmosphäre wirkt wie ein Dünger, er verstärkt die Fotosynthese, und höhere Temperaturen verlängern in vielen Regionen die Vegetationsperiode. (Beifall AfD) Genau hier liegt in den Antworten der Landesregierung der Widerspruch. Wenn die Landesregierung Bäume pflanzen will, Grünanlagen fördert, Stadtoasen bewirbt und Holzbauinitiativen startet, dann heißt das natürlicher Klimaschutz. Wenn aber das CO selbst Pflanzenwachstum begünstigen soll, dann wird ausgewichen, dann wird relativiert und erklärt, man sei nicht zuständig. (Beifall AfD) Meine Damen und Herren, das ist absurd. Natürlich gibt es Hitzestress, Nährstoffmangel, regionale Unterschiede, keine Frage. Aber seriöse Politik wägt ab. Seriöse Wissenschaft betrachtet Chancen und Risiken. Ideologie dagegen sortiert die Fakten danach, ob sie ins eigene Weltbild passen oder nicht. (Vanessa Gronemann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Schön, dass Sie das auch einmal merken!) Genau das erleben wir hier. FACE-Experimente, also die Erhöhung der CO -Konzentration unter freiem Himmel, zeigen bei C3-Kulturen deutliche Ertragszuwächse. Gleichzeitig räumt die Landesregierung ein, dass die hessischen FACE-Experimente gar nicht für wichtige Nahrungspflanzen wie zum Beispiel Weizen und Mais durchgeführt werden. Gerade wenn Sie meinen, dass Standortbedingungen wichtig und entscheidend sind, dann müssten Sie doch messen, prüfen und auswerten. Stattdessen wird ohne eine Datengrundlage für Hessen so getan, als seien positive Effekte durch mehr CO politisch komplett irrelevant. Gleichzeitig werden aber mit großer Gewissheit düstere Bilder gezeichnet: Dürren, Ernteausfälle, Versorgungsrisiken bis zum Ende des Jahrhunderts. – Meine Damen und Herren, diese Panikmache ist verantwortungslos. (Beifall AfD) Wir sagen, Hessen braucht eine ehrliche Bewertung von Chancen und Risiken klimatischer Veränderung durch CO , basierend auf Forschung, Messungen und tatsächlichen Entwicklungen. Es muss Schluss sein mit der Klimapanik in diesem Land. Wir müssen zurück zu faktenbasierter Realpolitik und hin zu einer ideologiefreien Bewertung der Effekte der Kohlendioxid-Zunahme in der Atmosphäre, von denen Hessen offensichtlich profitiert. (Zuruf Lena Arnoldt (CDU)) Das müssen Sie, meine Damen und Herren von hier bis hier drüben, irgendwann einmal zur Kenntnis nehmen. – Vielen Dank. (Beifall AfD)

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