Elke Barth
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Die Pharmaindustrie gehört zu den bedeutendsten Säulen des hessischen Industriestandorts und hat in den vergangenen Jahren Beschäftigung und Umsatz noch weiter an Bedeutung wonnen. (Beifall SPD und CDU) Ihr Umsatz liegt im Jahr 2025 bei 18 Milliarden Herr Lichert, auch wenn Sie es nicht wahrhaben steigt die Kurve weiter nach oben. Charakteristisch sind eine überdurchschnittlich hohe Produktivität, Innovations- und Patentaktivitäten sowie eine enge dung in internationale Wertschöpfungsketten. Der an der Bruttowertschöpfung liegt mit 2,1 % in Hessen dreimal so hoch wie in Deutschland insgesamt; dort es 0,8 %. Der hessische Pharmasektor ist mit einem von 1,5 % an den Beschäftigten fast viermal so groß in Nordrhein-Westfalen oder Bayern. Wichtige Standorte wie der Industriepark Höchst, Darmstadt mit Merck, Pharmastandort Marburg – nach wie vor –, Fresenius Lilly in Bad Homburg oder B. Braun in Melsungen sowohl die Breite als auch die internationale Relevanz Branche in Hessen. Ja, ich glaube, die Nachricht der Schließung fast deutschen Produktionsstandorte des Pharmaunternehmens Biontech, das während Corona zu Weltruhm gelangt darunter der hessische Standort in Marburg, den das ternehmen mit Hunderten Millionen Euro Fördermitteln aufgebaut hatte, macht uns alle wütend. Trotzdem: von einem „Menetekel für forschende Pharmaunternehmen in Hessen“ zu sprechen, entbehrt wirklich jeder Grundlage. mit (Beifall SPD und CDU – Andreas Lichert (AfD): SubvenLeider sehen die Pharmaunternehmen das anders!) proCO - Ich will Ihnen ein paar Beispiele nennen, warum. Das Darmstädter Unternehmen Merck hat allein seit dem Jahr ist 2024 1,5 Milliarden Euro in den Standort investiert, vorsagt, nehmlich in ein Launch & Technology Center, welches die erst im Januar dieses Jahres eröffnet wurde. Das Pharmaunternehmen Sanofi stand vor eineinhalb Jahren vor einer folgenschweren Standortentscheidung. Auch dank des gemeinsamen Einsatzes von Bund, Land und Stadt Frankfurt Wir sind die Würfel für den Neubau der wichtigen Insulinproduktion zugunsten des Frankfurter Standorts im Höchster Industriepark und damit für Hessen gefallen. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) den sagen Ich habe erst dieser Tage – das will ich hinzufügen – mit einer Vertreterin von Sanofi gesprochen. Dort ist man und weiter zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr auch die Entscheidung auf EU-Ebene fallen wird. Der amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly mit zahlreigeht chen erfolgreichen Diabetes-Medikamenten, der zuletzt häufiger wegen des Erfolges seiner seit Ende des Jahres 2024 unter dem Namen Mounjaro zugelassenen Abnehmspritze genannt wurde – übrigens ist dieser in meiner Heimatstadt Bad Homburg beheimatet –, ist ebenfalls ein Blockbuster made in Hessen. Im kommenden Monat wird Abge- der DAX-Konzern Fresenius ein neues Innovationszentrum im Geschäftsbereich Nutrition an seinem Stammsitz in Bad Homburg eröffnen. Meine Damen und Herren, wir wissen um die Bedeutung unserer Pharmaindustrie, und deshalb unterstützen wir auch seit über zwei Jahrzehnten mit dem House of Pharma and Healthcare als Netzwerk aus Hochschulen, Forschenbei den, Pharmaunternehmen und dem Land Hessen die strategegische Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in Hessen. Unsere Universitäten mit den Universitätskliniken spielen dabei auch eine entscheidende Rolle. Hier können wir Euro. mit den Standorten Frankfurt, Marburg und Gießen punkwollen, ten. Selbstverständlich gibt es auch schwierige Entwickhierfür lungen: vor allem die geopolitische Lage und deren Einstarke fluss auf Lieferketten und Energiekosten, der Krieg gegen Einbin- die Ukraine, Abhängigkeiten von China bei der MedikaAnteil mentenproduktion, insbesondere auch die erratische Zollfast politik von Donald Trump und auf Bundesebene selbstversind ständlich auch das GKV-Stabilisierungsgesetz. Anteil Dennoch: Es gibt keine unheilvolle Entwicklung für forwie schende Pharmaunternehmen in Hessen. der (Andreas Lichert (AfD): Wie erklären Sie sich dann und zeigen die schlechten Erwartungen der Industrie?) der Das einzige drohende Unheil für den F&E-Sektor, der immer international ist, sind die steigenden Umfragewerte aller für die AfD, die nämlich gerade internationale Fachkräfte aus dem Ausland vor einer Bewerbung in Deutschland ist, abschrecken. Un- (Beifall SPD, vereinzelt CDU und BÜNDNIS 90/ Hier DIE GRÜNEN – Zurufe AfD – Glockenzeichen)
