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Martina Feldmayer

30.04.2026 Sitzungen 21/66

Nächster Redner ist der Abgeordnete Müller, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Bitte schön. Hans-Jürgen Müller (Witzenhausen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN): Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Im Entschließungsantrag der Regierungskoalition wird die Jagd als Kulturgut und wichtiger Beitrag zum Natur- und Artenschutz dargestellt. Diesen leistet sie; das stimmt. Dieser Beitrag zum Natur- und Artenschutz im Rahmen der Jagd wird von verschiedenen Organisationen unterstützt. Dazu gehören der Landesjagdverband, der Ökologische Jagdverband sowie viele nicht organisierte Jägerinnen und Jäger mit ganz unterschiedlichen Auffassungen und Schwerpunkten, etwa zum Umgang mit Wildbeständen oder zur Rolle der Jagd im Naturschutz. Eine einseitige Orientierung am Landesjagdverband, wie Sie sie bei Ihren Entscheidungen immer wieder vornehmen, gefährdet die notwendige Neutralität und die Einbeziehung verschiedener Perspektiven, die einer Debatte erst Gehalt verleihen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das war auch bei der Novellierung der Schalenwildrichtlinie ganz deutlich zu spüren. Das Schalenwild spielt beim Aufbau und der Pflege klimastabiler Wälder eine ganz entscheidende Rolle. Der Wald zeigt uns, ob es vor Ort einen akzeptablen Wildbestand gibt oder eben nicht. Damit ist auch klar: In Hessen ist vielerorts der Bestand an Schalenwild viel zu hoch, und die Wiederaufforstung von Kalamitätsflächen gelingt oft nur mit aufwendigen Zäunen oder Einzelbaumschutz. Alle, die draußen unterwegs sind, kennen die Batterien von Plastikhülsen, die die jungen Bäume vor dem Verbiss durch Rehwild schützen sollen. Bayern geht mit dem Verzicht auf Rehwildabschusspläne einen neuen Weg und stärkt damit die Eigenverantwortung von Grundeigentümern und Jagdausübungsberechtigten, die gemeinsam entscheiden, wie ein akzeptabler Rehwildbestand vor Ort aussehen sollte. Auch die geplante Ausweitung der Jagdzeiten für nanntes Raubwild und invasive Arten als Lösung gischer Probleme ist an den Haaren herbeigezogen. Jagdzeit für Baummarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel lässt sich wissenschaftlich überhaupt nicht begründen verstößt möglicherweise gegen geltendes Recht. Sie ren damit Ängste in dem Teil der Gesellschaft, der die Jagd diene nur dem Töten von Tieren. Studien dass der Rückgang von Arten wie Rebhuhn oder vor allem auf Lebensraumverlust zurückzuführen ist, etwa durch intensive Landwirtschaft und damit einhergehende fehlende Strukturen verursacht wird. Eine tung der Jagd greift daher einfach zu kurz. Bei invasiven Arten zeigt sich ein ähnliches Bild. Am spiel des Waschbären wird deutlich, dass hohe Abschusszahlen die Population oft nicht dauerhaft senken, da luste durch die schnelle Fortpflanzung ausgeglichen den. Die Jagd sollte hier nur ein Teil eines umfassenden Managements sein. Leider spielte hier der Landesjagdverband eine sehr unrühmliche Rolle, als er das Sterilisationsprojekt in Kassel per Gerichtsbeschluss stoppen ließ. Besonders kritisch sehen wir auch die geplante Lockerung bei der Fallenjagd. Der Wegfall der täglichen Kontrolle bei elektronischen Fangmeldern birgt Risiken. Technische Systeme können ausfallen, etwa aufgrund leerer Batterien oder Störungen. Die Folgen davon verursachen unnötiges Tierleid und Stress. Aus Sicht des Tierschutzes ist menschliche Kontrolle weiterhin unverzichtbar. Im Rahmen der Waidgerechtigkeit, und dem Anspruch folgend, das Tierleid so weit wie möglich zu reduzieren, sollte auch die Aus- und Fortbildung beim Erwerb Jagdscheins Priorität haben. Sie haben jetzt mit der lierung der Jagdverordnung das Niveau der abzulegenden Schießprüfung aus wirklich fadenscheinigen Gründen gesenkt. Dabei ist der saubere Schuss eine effiziente lichkeit, das Tierleid zu reduzieren. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Jagd kann zum schutz beitragen, aber nur auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und als Teil eines Gesamtkonzepts. legen den Fokus leider nur auf die Befriedigung bestimmter Verbandsinteressen. Das ist nicht gut und schadet Akzeptanz der Jagd in der Gesellschaft. – Vielen Dank Zuhören. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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