Esther Kalveram
Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst einmal möchte ich der FDP wirklich danken – nicht für den Titel dieser Aktuellen Stunde, der ist eher Stammtisch als Staatskunst, (Beifall SPD und CDU – Zurufe Freie Demokraten) aber dafür, dass sie mir hier Gelegenheit gibt, dieses T‑Shirt zu tragen, das ich weder altbacken noch besonders hässlich finde, Frau Knell, und vor allem über etwas ganz Grundsätzliches zu sprechen, nämlich darüber, wie sich ein modernes Hessen präsentiert, wie Identität entsteht und warum Zukunftspolitik immer mehr verdient als billigen Spott. (Beifall SPD und CDU) Das gilt gerade angesichts der Tatsache, dass im Ausschuss alle Fragen der Opposition doch umfassend beantwortet worden sind. (Widerspruch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ja, Kritik ist legitim, auch am neuen Hessen-Logo. Natürlich darf und muss darüber debattiert werden, und das ist doch auch ausführlich geschehen. Aber was versucht die FDP uns hier eigentlich zu erzählen? Dass eine Landesregierung sich entweder darum kümmern kann, Probleme zu lösen, oder um ihre Außendarstellung; dass man entweder Wirtschaftspolitik macht oder Kultur stärkt; dass man entweder Inhalte liefert oder ein modernes Erscheinungsbild entwickelt? (Oliver Stirböck (Freie Demokraten): 1919!) Liebe Kollegen von der FDP, das ist doch keine Analyse. Das ist doch wirklich eine künstliche Gegenüberstellung, und, ganz ehrlich gesagt, sie ist auch ziemlich durchsichtig. Denn eine Landesregierung darf natürlich immer mehr als einen Gedanken haben. Dass diese ziemlich viele gute Gedanken hat, das haben wir heute schon mehrfach gehört. (Beifall SPD und CDU) Ein Landeslogo ist kein Selbstzweck. Es ist das sichtbare Gesicht unseres Landes. Es steht für Wiedererkennbarkeit, Professionalität und Zusammenhalt. Es steht für ein einheitliches Erscheinungsbild. Die Neuentwicklung war notwendig; auch das ist Ihnen im Ausschuss sehr umfassend erläutert worden. Wer das belächelt, der hat wirklich nicht verstanden, wie Kommunikation im 21. Jahrhundert funktioniert. (Beifall Tobias Utter (CDU) – Wiebke Knell (Freie Demokraten): Ach so! – Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Mit einem Wappen aus 1919!) Gerade im Wettbewerb der Länder zählt nicht nur, was man tut, sondern auch, wie man wahrgenommen wird. Wer Fachkräfte gewinnen will, Innovationen anziehen möchte und im internationalen Standortwettbewerb bestehen will, der braucht auch ein klares Profil. (Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Einen Zottellöwen!) Ein modernes Erscheinungsbild ist deshalb nicht das Gegenteil von Wirtschaftspolitik, sondern es ist ein Baustein davon. Und ja, meine Damen und Herren, Hessen darf selbstbewusst auftreten. Hessen muss sich nicht kleiner machen, als es ist. (Oliver Stirböck (Freie Demokraten): Aber doch nicht mit dem Logo!) – Über Geschmack kann man bekanntlich streiten, das ist in Ordnung. – Aber das gilt eben auch für den Hessentag und für das geplante Musical zum 80-jährigen Bestehen unseres Landes. Auch darüber macht sich die FDP lustig. Dabei zeigt dieses Projekt doch vor allem eines: Hessen verbindet Tradition mit Moderne, Heimat mit Offenheit, Geschichte mit Kreativität, und das auch noch selbstironisch. Scheinbar haben Sie das nicht verstanden. (Beifall SPD und CDU – Zuruf Wiebke Knell (Freie Demokraten))
