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Ingo Schon

CDU 18.03.2026 Sitzungen 21/62

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Die Rede von Frau Kollegin Schardt-Sauer hat mich jetzt ein bisschen verwundert, muss ich ehrlich sagen, weil sie aus meiner Sicht eigentlich den Status quo beschrieben hat, wie wir ihn gerade haben – nämlich eine Staatsweingüter GmbH und eine Stiftung für das Kloster. Insofern würde ich mich jetzt im Weiteren eher auf die Rede des Kollegen Dr. Grobe kaprizieren und diesen Antrag besprechen. (Vereinzelter Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich möchte mit Ihnen gerne starten mit einem Blick unsere Partnerregion, in eines der prominentesten anbaugebiete der Erde, nämlich Bordeaux. Dort ist Weinbaufläche in den letzten fünf Jahren um rund zurückgegangen. Das zeigt beispielhaft, wie groß die ternationale Krise und auch die Krise in Deutschland Weinbau sind. In einer Zeit, in der immer weniger schen Alkohol trinken und in der außerdem in Deutschland inzwischen rund 60 % auf dem Markt zu ausländischen Flaschen greifen, steht unser Markt immens unter Druck. (Zuruf Dr. Frank Grobe (AfD)) Ja, unbestreitbar betrifft das natürlich auch die Hessischen Staatsweingüter. Auch sie stehen immens unter Druck. stellt niemand infrage. Aber was man infrage stellen Herr Dr. Grobe, liebe AfD-Fraktion, ist, ob Sie durchdacht haben, was Sie da zu Papier gebracht haben; (Dr. Frank Grobe (AfD): Ja! Wir haben auch Winzern gesprochen!) denn die Staatsweingüter sind bereits jetzt eine Wenn ich das jetzt einmal konsequent zu Ende denke, sie komplett an den Markt zu geben und komplett Veräußerung freizugeben, würde bedeuten: In dieser in der der Flächenpreis für Weinberge überall verfällt, len Sie 180 Hektar bester Weinbergslagen auf den werfen. Damit zeigen Sie, ehrlich gesagt, einmal dass wirtschaftliche Zusammenhänge nicht so wirklich res sind. (Beifall CDU, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE NEN und Marius Weiß (SPD) – Zuruf Jochen Roos (AfD)) Das zeigt Ihr Antrag. Das zeigt auch Ihr Abstimmungsverhalten im Europaparlament, wo Sie sich gegen delsabkommen aussprechen und nicht nur der deutschen Industrie, sondern auch dem deutschen Weinbau schaden. Das zeigt auch Ihr Bild von den Hessischen Staatsweingütern. 55 Hektar dieser Flächen, die die Staatsweingüter sind Steillagen. Der Rheingau und seine gesamten landschaften sind zu einem großen Teil so schön, sich die Staatsweingüter darum kümmern. Genau das doch das betriebswirtschaftliche Problem und die wirtschaftliche Herausforderung. Insofern stellen Sie diesem Antrag nicht nur das Staatsweingut infrage, stellen letztlich die Identität der ganzen Region infrage. (Beifall CDU, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE NEN und Marius Weiß (SPD) – Dr. Frank (AfD): Nö, überhaupt nicht!) Wer soll denn in dieser Zeit 55 Hektar Steillagen und dieses wirtschaftliche Risiko in Kauf nehmen? habe ich über denkmalgeschützte Gebäude und über 900-jährige Kultur, die dort herrscht, überhaupt noch gesprochen. Herr Dr. Grobe, all das macht deutlich, dass die die Sie jetzt hier in fünf Minuten ziemlich platt begründet haben, ziemlich komplex und vielschichtig ist. Das Frau Schardt-Sauer, wie ich finde, sehr gut beschrieben. Antrag spiegelt diese Komplexität nicht einmal im wider. Außerdem ist Ihr Antrag in Teilen falsch. Sie ben beispielsweise: „Das Renommee der Weine ist … mäßig“. (Dr. Frank Grobe (AfD): Ist so!) in Sie sollten sich vielleicht einmal informieren – Google Wein- hilft. Ich kann jetzt in fünf Minuten leider nicht alles aufdie zählen, 20 % (Dr. Frank Grobe (AfD): Ich kann Ihnen helfen!) inim aber ich habe hier ein paar Sachen mitgebracht. „Eine Menerfreuliche Rückkehr“ schreibt Vinum und vergibt einem Dutzend Weinen über 90 Punkte. In Falstaff sind es 17 solcher Bewertungen. James Suckling vergibt einem Wein sogar 97 Punkte. (Dr. Frank Grobe (AfD): Einem Wein!) Das 2024 wurde das Staatsweingut als Weingut des Jahres ausgezeichnet. Meine Damen und Herren, dieses Weingut hat muss, wirklich Strahlkraft, es ist Flaggschiff, und es ist ein Markenbotschafter unseres Landes. Deswegen müssen wir auf die Krise angemessen reagieren. mit (Beifall CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf Dr. Frank Grobe (AfD)) GmbH. also Das tun wir, und deswegen will ich an dieser Stelle dem zur Aufsichtsratsvorsitzenden Ingmar Jung und auch den KolZeit, leginnen und Kollegen im Aufsichtsrat sehr herzlich für wolmutige Entscheidungen in den letzten Monaten danken. Markt Ich will nur ein paar Punkte benennen: Verschlankung des mehr, Basissortiments, Rückkehr zu einer Premiumstrategie, wieIhder engere Verzahnung mit dem Kloster – das ist ein ganz wichtiger Punkt, anders, als es die FDP eben beschrieben hat –, mehr Fokus auf Export und Direktvermarktung soGRÜwie Zusammenarbeit mit der Hochschule Geisenheim im K. Rahmen eines Reallabors. Flächen sind bereits spürbar reduziert worden. Da ist einiges passiert. Das zeigt mir: Wir versuchen, Antworten zu geben – nicht populistisch, Freihan- sondern im Sinne der Region. Das unterscheidet uns von Ihnen ganz immens. massiv (Beifall CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) haben, Lassen Sie mich damit zum letzten Punkt kommen, weil Kultur- er mich wirklich ärgert. Rund 70 Menschen arbeiten in weil diesem Staatsweingut und versuchen da jeden Tag, das ist Beste aus den Weinbergen herauszuholen. Ihr Antrag ist betriebs- ein Schlag ins Gesicht für jeden, der da arbeitet – für jeden mit Einzelnen. Sie (Beifall CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) GRÜGrobe Deshalb zum Schluss: Im Namen meiner Fraktion und, ich glaube, weiter Teile dieses Hauses sage ich allen, die dort arbeiten, Danke für das, was da geleistet wird. Ich kaufen wünsche dem Team, gemeinsam mit Christine Müller an Da der Spitze – ebenso übrigens wie den vielen anderen, die die sich im Rheingau und an der Bergstraße jeden Tag um nicht unsere Kulturlandschaften bemühen und damit die Seele unserer Heimat ein Stück weit pflegen –, viel Erfolg in Frage, diesen weinwirtschaftlich so schwierigen Zeiten. Der Weinbau steckt in einer existenziellen Krise – das hat habe ich gesagt –, aber es ist eben keine Krise einzelner Ihr Ansatz Betriebe oder eines einzelnen Betriebs. Es ist eine Krise des globalen Weinmarktes, und die bekämpft man nicht schreimit Populismus, sondern mit harter Arbeit. – Vielen Dank. eher (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt SPD)

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