Miriam Dahlke
Dann möchte ich jetzt mit der Rede beginnen. – Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Wir diskutieren heute in dritter Lesung unseren Vorschlag, die Bedingungen für Freiflächen-Photovoltaik in Hessen zu verbessern. Das ist auch wichtig; denn, wer die Grundsteuer für diese aktuell benachteiligte Art der Energieerzeugung reduziert, der dreht an einer wichtigen Stellschraube, um den Ausbau von erneuerbaren Energien voranzutreiben und am Ende das Klima zu schützen. Das wollen wir mit unserem Gesetzentwurf erreichen; denn wir finden: Egal, ob man Sonne oder Getreide erntet, das soll sich für die Landwirtinnen und Landwirte und die Unternehmerinnen und Unternehmer gleich lohnen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir erinnern uns. Es gab durchaus ernsthafte Bemühungen, dass wir gemeinsam versuchen, zu einem Gesetzentwurf zu kommen, der dann gemeinsam verabschiedet wird. Leider hat es nicht geklappt. Aber es ist doch so: „Der ländliche Raum ist voller Stärken, Potenzial und Innovationskraft. … Wir sollten die Regionen stets durch die Brille der Chancen und Möglichkeiten betrachten. … Der ländliche Raum ist ein wertvoller Schatz für unser Bundesland, voller und Möglichkeiten.“ Diese sehr weisen Worte sagte Kollege Ziegler im letzten Jahres, als es um gute Politik für den ländlichen Raum ging, aber auch um teure Beauftragte und politik. Denn wann, wenn nicht heute, drängt sich mit Wucht diese Frage auf? Warum leistet sich diese Landesregierung einen Beauftragten für den ländlichen Raum, seine Erkenntnisse vollkommen egal sind und im alltag ignoriert werden? (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Knut John haben Sie extra als Beauftragten mit seiner pertise für den ländlichen Raum eingestellt, um lebensnahe Lösungen für die Hessinnen und Hessen zu entwickeln. Herr John hatte eine sehr wichtige und richtige Erkenntnis gewonnen, als er gesagt hat: Freiflächen-Photovoltaik die Ölfelder von morgen. Obwohl er das sagt, obwohl unser Gesetz genau das antragt, was Schwarz-Rot im Koalitionsvertrag vereinbart hat, wird das Gesetz heute in dritter Lesung abgelehnt. Die SPD ist zwar eigentlich dafür, nicht nur Knut sondern auch die Fraktion. Aber die CDU ist dagegen, angeblich weil man den Kommunen wegbrechende einnahmen in diesem Bereich nicht zumuten kann. mit dem Projekt natürlich auch höhere Gewerbesteuereinnahmen einhergehen würden, haben Sie leider ignoriert. Dass Sie gleich dagegen stimmen werden, wundert nicht. Denn es ist nur ein weiteres Beispiel dafür: Die macht, was sie will, die SPD macht alles mit. (Zurufe SPD: Oh!) Es ist für uns schon bemerkenswert, wenn Projekte zum Abschluss geführt werden, die eigentlich schriftlich vereinbart worden sind. Deswegen bleibt als trauriges für uns die Frage: Ist der Koalitionsvertrag das Papier auf dem er gedruckt wurde? (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – CDU und SPD: Oh!)
