Daniel May
Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Wir wissen doch, dass zu viele Schülerinnen und Schüler nicht kompetent sind, digitale Medien sicher zu verwenden. Wir wissen doch, dass Desinformation über Social Media zunimmt. Wir wissen doch, dass es Suchtverhalten von Kindern und Jugendlichen hinsichtlich der Mediennutzung gibt. Wir wissen doch um Mobbing in Chatgruppen und die Gefahren des Missbrauchs von digitalen Medien. Wir wissen doch auch, dass es immenses Potenzial gibt, digitale Medien im Unterricht einzusetzen, um damit den Unterricht interessanter zu machen, damit wir Lehrerinnen und Lehrer entlasten können. Das wissen wir doch. Wir wissen doch auch, dass künstliche Intelligenz die Schulen vor neue Herausforderungen stellt. Das alles wissen wir. Es sollte doch eigentlich Aufgabe der Landesregierung sein, hierzu Antworten zu formulieren, um den Schulen zu helfen. Anstatt eines Konzepts für Medienbildung und Digitalisierung bekommen wir nur ein Verbot von SchwarzRot. Ich sage Ihnen, ein Verbot allein ist keine Medienbildung. Daher legen wir Ihnen heute ein umfassendes Angebot vor. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt Freie Demokraten) Wir GRÜNE schlagen Ihnen heute vor, einen Paradigmenwechsel zu machen bei der Nutzung von digitalen räten, nämlich von der Ausnahme zur Regel zu kommen. Wir wollen, dass alle Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 7 ein digitales Endgerät zur Verfügung ben. Damit ändern wir nachhaltig die Grundlagen der terrichtsgestaltung in Hessen. Im Jahr 2025 muss es doch normal sein, dass Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen ein nes digitales Arbeitsgerät haben. Im Jahr 2025 muss doch normal sein, dass nicht irgendetwas mitgebracht sondern dass gezielt Apps eingesetzt werden, die in pädagogisches Konzept eingebettet sind, und dass wir räte haben, die fördern, die den Unterricht voranbringen, die aber nicht mit Messenger-Diensten und anderem Kinder ablenken und mit denen dann vielleicht auch gedaddelt wird, wie dies der Fall ist, wenn man auf setzt, was Sie tun, nämlich irgendetwas, was die gerade mitbringen. Daher brauchen wir einen Standard Arbeitsgeräten für die Schule an digitalen Endgeräten alle Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 7. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir wollen, dass Schulen die Schülerinnen und stark machen, die Nutzung der digitalen Endgeräte nur zum Swipen und zum Daddeln zu nutzen, die großen Potenziale, die darin liegen, auch zu Deswegen schlagen wir Ihnen heute ein Dreisäulenmodell vor: Erstens. Wir wollen den Ausbau des Fachs „Digitale Welt“. Zweitens. Wir wollen die wirksame Unterstützung unserer Schulen und Lehrkräfte im Bereich der Digitalisierung. Drittens. Wir wollen ein eigenes digitales Endgerät für alle Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 7. Die ICILS-Studie hat uns zu denken gegeben, dass die sischen Schülerinnen und Schüler nicht kompetent sind Umgang mit digitalen Endgeräten. Das sollte Ihnen zeigen, dass wir einen Unterricht mit digitalen Endgeräten brauchen und dass ein einfaches Verbot, wie Sie es ben, nicht ausreichend ist. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Bei der „Digitalen Welt“ haben wir doch die Vorarbeit geleistet. Das Fach wurde in der vergangenen Wahlperiode als Modellversuch auf den Weg gebracht. Nun ist es der Zeit, vom Versuch in den Regelbetrieb überzugehen. Das Fach „Digitale Welt“ kann so die Grundlagen schaffen, die Digitalkompetenz unserer Schülerinnen Schüler zu schärfen. Das sollte doch unser Anspruch für eine verantwortungsvolle Bildung. Daher erwarten von der Landesregierung, dass sie sich hier endlich bewegt. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Digitale Medien bergen Chancen, aber auch große ken. Wir sehen doch auch im politischen Kontext, Extremisten die sogenannten sozialen Medien dazu Menschen zu manipulieren, und dass insbesondere Menschen adressiert werden. Wir wissen doch um die fahren, die es dort gibt. Aber die Vorstellung, dass ein Handyverbot diese Gefahren aus dem Weg räumt, ist doch ein Irrglaube. Ich muss sagen, das ist leider gefährlicher Irrglaube. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und zelt Freie Demokraten) Daher müssen wir eine Digitalisierung und Medienbildung Endge- an Schulen aus einem Guss anstreben. Dazu gehört der Ausbau des Fachs „Digitale Welt“. Dazu gehört aber auch, der dass die Schülerinnen und Schüler Medienbildung am Geha- rät und nicht nur in der Theorie erfahren. Ganz klar ist Un- dabei auch, Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck für mehr Individualisierung, für neue Lehr- und Lernumgebungen, für die Entlastung von Lehrerinnen und Lehrern. Daher ist es nicht damit getan, eigeviele Endgeräte in die Schulen zu schaffen, sondern wir es brauchen die Begleitung von Kultusministerium und Lehrwird, kräfteakademie beispielsweise durch eine Positivliste mit ein sinnvollen Apps, die anhand der Kerncurricula – manch eiGener sagt noch Lehrpläne dazu – sagt: Liebe Lehrkräfte, an dieser Stelle ist dieses Programm oder jene App sinnvoll die einzusetzen. – So muss nicht jede Schule vor Ort das Rad noch neu erfinden. das Kinder Das kann im Jahr 2025 nicht unser Anspruch sein, sondern von wir brauchen eine konzertierte Aktion, um zu sagen: Wir für haben jetzt einen neuen Normalstandard; der muss so sein, wie wir früher den Schulen Lehrwerke vorgegeben oder empfohlen haben. Wir müssen uns fragen: Welche digitalen Anwendungen gibt es in den Fächern ab der Jahrgangsstufe 7? Das tun wir, damit das nicht jede Schule vor Ort Schüler selbst entwickeln muss. nicht sondern (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) nutzen. Vor allem ist es an der Zeit und notwendig, hier einen Schnitt zu machen, ein neues Kapitel aufzuschlagen, einen ganz neuen Standard zu setzen – und zwar für alle an Schule Beteiligten sichtbar und erfahrbar. Das ist nun einmal das eigene Laptop oder Tablet als normale Arbeitsausstattung für alle Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 7. Das heißt nicht, dass alles durchdigitalisiert heswerden muss; in der Schule von morgen werden auch im weiterhin analoge Kompetenzen zählen. Aber wir müssen doch diesen Schritt gehen – ein eigenes digitales Gerät für alle Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 –, vorhaum den geänderten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Realitäten Rechnung zu tragen. Es ist noch gar nicht lange her, dass auf dem 47. Bildungsforum der VhU Frau Prof. Klopsch vom KIT sehr deutlich gemacht hat, was passiert, wenn unser Bildungssystem den technologischen Wandel nicht nachvollzieht. Dann können an nämlich soziale und wirtschaftliche Verwerfungen drohen. Die können wir uns nicht leisten. Von daher ist es jetzt notdafür wendig, einen Schnitt zu tun und zu sagen: Ab dem Tag X und ist es normal, dass alle Schülerinnen und Schüler ab der sein Jahrgangsstufe 7 ein Standardendgerät in der Schule zur wir Verfügung haben, auf das wir den Unterricht ausrichten. wieder (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Unser Modell trägt auch den durchaus schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen der öffentlichen Haushalte in Risidieser Zeit Rechnung. Aber unser Modell überfordert auch dass die Eltern nicht. Wir streben daher ein bezuschusstes Mietnutzen, kaufmodell an, das diesen Schritt ermöglicht. Das bedeujunge tet, dass die Eltern einen Eigenbeitrag in Höhe von 5 Euro Gepro Monat entrichten und die öffentliche Hand den Rest allein finanziert, damit alle Schülerinnen und Schüler ein Standas dardarbeitsgerät bekommen. Das wäre ein Systemwechsel, ein die Schaffung einer Plattform für alle Kinder und für alle Jugendlichen. Das brächte am Ende des Tages einen dopverein- pelten Benefit, nämlich eine Verbesserung der Unterrichtsgarantie und, wenn wir den Weg so gehen, ein eigenes Endgerät für die Schülerinnen und Schüler, das am Ende der Laufzeit in ihr Eigentum übergeht. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Selbstverständlich wissen wir, dass wir auch an dieser Stelle eine soziale Verantwortung tragen. Deswegen sagen wir: Es muss eine ausreichende Zahl von Leihgeräten geben, sodass alle mitgenommen werden. Das alles zusammen gedacht, haben wir ein sozial ausgewogenes Modell, das es einerseits ermöglicht, einen neuen Standard zu setzen, und es andererseits ermöglicht, dass für alle Schülerinnen und Schüler digitale Lernmittel zur Verfügung stehen, die den Unterricht interessanter machen und neue Möglichkeiten zur Diagnose, zur individuellen Förderung und zur Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer schaffen. Von daher gesehen, ist der große Unterschied zu dem, was Sie von der CDU und der SPD wollen, dass wir ein durchdachtes Konzept haben, das für alle einen gewissen Standard vorsieht, während Sie weiterhin auf „Bring your own device“ setzen, dass also irgendetwas in die Schule mitgebracht wird. Das wird aber nicht dazu führen, dass wir die Wirkmacht dieser Geräte verwenden können. Ihr Ansatz ist, freundlich formuliert, veraltet. Man könnte auch sagen, das ist eine Computerraumlogik vergangener Jahre. Aber mit dieser Logik werden wir den digitalen Wandel an unseren Schulen nicht gestalten können. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir GRÜNE sagen ganz klar: Daddeln im Schulunterricht, das wollen wir nicht, aber wir brauchen eine pädagogisch sinnvolle Nutzung von Laptops und Tablets. Die Geräte müssen verstärkt genutzt werden. Wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien lernen, nicht als Trockenschwimmübung, sondern am Gerät selbst. Wir wollen die großen Chancen von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz für die Weiterentwicklung unserer Schulen nutzen. Dazu braucht es einen Paradigmenwechsel. Deshalb brauchen wir jetzt einen harten Schnitt, und wir laden Sie ein, unser Modell mitzutragen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
