Jochen K. Roos
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! „Nach dem Skandal – keine Experimente!“, so titelte es die „FAZ“ im Dezember 2024 nahezu erleichtert angesichts der Ernennung von Naomi Beckwith zur künstlichen Leitung der documenta 16. (Minister Timon Gremmels: Künstlerischen!) Auch wir haben uns die Frage gestellt: Kann die von Skandalen geplagte documenta jetzt aufatmen? Ist die bedeutendste Kunstausstellung der Welt nun vollends vor Antisemitismus und postkolonialem Gedankengut geschützt? Bleibt der Stadt Kassel somit ein weiterer Ansehensverlust erspart? Wir sind uns da leider nicht ganz so sicher wie der Herr Staatsminister. Es ist ja schön, dass Ihnen, Herr Gremmels, anlässlich der eingangs erwähnten Entscheidung ein Stein vom Herzen gefallen ist. Die allgemeinen Sorgen in der Bevölkerung vor einem weiteren Skandal in Kassel sind angesichts des momentanen Einflusses postkolonialer Strömung aber nicht unbegründet. (Beifall AfD) Denn, was erleben wir seit dem 7. Oktober 2023 in der Kunst- und Kulturszene und nicht zuletzt auch immer öfter aus unseren Hochschulen? Vielerorts blanker Antisemitismus, und zwar mit ganz klar erkennbarer linksextremer und islamistischer Stoßrichtung. Da sich diesbezüglich innerhalb des letzten Jahres nicht sonderlich viel getan oder gar verbessert hat – leider –, können wir auch für die kommende documenta 16 nicht ausschließen, dass es erneut zu Zwischenfällen kommt. Daran ändert auch der nun beschlossene Code of Conduct, der Verhaltenskodex der documenta, überhaupt nichts. Das habe ich in meiner letzten Rede zur der documenta auch schon gesagt: Dieser Kodex ist das Papier nicht wert, auf dem er steht. So stand es gestern in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ im Titel. Es handelt sich also um ein reines Lippenbekenntnis. (Beifall AfD) Sorge haben wir aber auch, weil die vorherigen Tätigkeiten der nun ernannten künstlerischen Leitung wieder einmal – wer hätte das gedacht? – einen eindeutigen linkspolitischen Einschlag haben. So veranstaltete das renommierte um of Contemporary Art in Chicago eine Ausstellung queerer Kunst und Aktivismus in Chicago oder beschäftigte sich mit diversen Kinderboutiquen. Ich sage das zur Erinnerung: In diesem Museum war Beckwith zehn Jahre lang leitende Kuratorin. Die von Frau Beckwith ist also, das lässt sich heute festhalten, in hohem Maß politisch geprägt. Während der Anspruch, Kunst sei als Mittel des politischen Wandels zu verstehen, durchaus nachvollziehbar ist, stellt sich doch die Frage, die documenta 16 wirklich den richtigen Rahmen für solche Agenda bietet. Das gilt vor allem auch, weil documenta nicht wenig Steuergeld aus Hessen erhält. (Beifall AfD) Für die kommende documenta sehen wir leider dunkle Wolken am Himmel aufziehen – vor allem vor Hintergrund, was es an zeitgenössischer Kunst gerade gibt. So haben uns letzte Woche erst Bilder und Konzepte der Absolventen der Kunsthochschule Kassel erreicht, das sage ich einmal ganz vorsichtig, äußerst verstörend sind. Zu allem Überfluss wurden sie auch noch öffentlich in der documenta-Halle ausgestellt. Wovon ich rede, ich dem Herrn Präsidenten gezeigt. Das sind solche Ich glaube, darauf muss man nicht mehr groß eingehen. (Der Redner hält ein Bild hoch.) Meine Damen und Herren, ich sage ganz ehrlich: Letzte, was unser Land und die Stadt Kassel nach Antisemitismusskandal der documenta 15 gebrauchen nen, ist jetzt ein weiterer Skandal aus einer weitaus renderen Richtung. (Beifall AfD) Herr Staatsminister, loben Sie bitte deshalb den Tag vor dem Abend. Auch wenn Ihnen jetzt schon ein vom Herzen gefallen ist, lehnen Sie sich bitte nicht sondern wachen Sie mit scharfem Blick über die documenta 16. Stellen Sie sicher, dass die documenta 16 frei Antisemitismus, Rassismus, von jeglicher Form der minierung und auch von solchen Kunstformen bleibt, jeden guten Anstand vermissen lassen. Das sind Sie nur der Stadt Kassel, sondern auch allen Kunstliebhabern in Hessen schuldig. – Vielen Dank. (Beifall AfD)
