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Daniel May

GRÜNE 06.02.2025 Sitzungen 21/31

Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Smartphones sind nützlich. Sie haben aber auch ein wisses Ablenkungspotenzial. Vielleicht hat der eine andere Abgeordnete bei dieser vielleicht etwas renden Debatte in den vergangenen zehn Minuten Zerstreuungsmöglichkeiten seines Smartphones verwendet und festgestellt: Ich habe gar nicht so genau mitbekommen, was eigentlich die Haltung von AfD und CDU – Da sehen Sie, das kann auch in der Schule passieren. Entschuldigend möchte ich hinzufügen: Mir ist auch ganz klar geworden, was die Haltung der AfD ist und die Haltung der CDU ist. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Smartphone kann auf jeden Fall zu intensiver kung führen. Wenn wir an die Grundschulen denken – Minister hat darüber öffentlich laut nachgedacht –, ist ben der Frage, ob Smartphones im Schulalltag ablenkend de- wirken – ich behaupte, ja –, an die Eltern die Frage zu stelSMS len, ob es sinnvoll ist, schon Kindern in der Grundschule ist ein Smartphone mit allen seinen Möglichkeiten zur VerfüIh- gung zu stellen. Man sollte darüber nachdenken, ob alle wie Anwendungsmöglichkeiten notwendig sind, die das Smartein phone bietet. – Für uns ist aber die Frage: Wie gehen wir damit um, dass schon im Grundschulalter ein Medium einzieht, das, wie besser Sie alle eben an Ihrem Grad an Aufmerksamkeit in der dieser Plenardebatte gut nachvollziehen können, ein großes Ablenkungspotenzial hat? In der Tat ist die Frage: Öffnet man nicht Tür und Tor für andere Kanäle, zum Beispiel für Cybermobbing und anderes? Wäre es nicht notwendig, die zeit- Schülerinnen und Schüler erst einmal medienkompetent zu Smart- machen und erst dann über den Einsatz von Medien zu finden. diskutieren? Lö- (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Es ist offensichtlich, dass ein Smartphone die eine oder andere Ablenkung bieten kann, aber es gibt eben auch wissenschaftliche Untersuchungen, zum Beispiel eine Überblicksstudie aus Norwegen, Spanien, Tschechien, England und Schweden. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass messbare positive Ergebnisse hinsichtlich des Wohlbefindens, der Konzentrationsfähigkeit und der Lernleistung der Schülerinnen und Schüler zu verzeichnen sind, wenn man auf Handys in der Schule verzichtet. Das kann man vonseiten der Wissenschaft jedenfalls feststellen. Von daher gesehen, glaube ich, ist der Ansatz des Kultusministers an der Stelle gar nicht so verkehrt, zu fragen: Ist wir das alles gut, was hier gerade passiert? Sollten wir da nicht Anträeingreifen? Sollten wir das vonseiten der KultusministerIhren konferenz vielleicht einheitlich regeln, damit die Lehrerinauch nen und Lehrer nicht vor dem Dilemma stehen, dass ihnen der Eltern sagen: „Wieso geht das hier nicht? 5 Kilometer weiter, über die Landesgrenze, in Nordrhein-Westfalen, ist es erlaubt“? – Das sind doch die Probleme, die man dann als Lehrer hat. Von daher gesehen, finde ich die Idee des Kultusministers gar nicht so verkehrt. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt hat CDU und SPD) GRÜVon daher sollten wir uns nicht so viel darüber unterhalten – wie das meine beiden Vorredner getan haben –, was man alles nicht möchte. Das war ja ein bisschen verwirrend. Herr Scholz sagte, er möchte eine Normierung haben, es gehe ihm aber nicht um ein Verbot. Herr Sommer sagte, er Ja, sei gegen ein Verbot, aber für die Einrichtung von Schutzgeoder zonen an Grundschulen. – Wie diese Grundschulen zu Schutzzonen werden, wenn man nicht sagt, dass dort keine verwirSmartphones verwendet werden dürfen, habe ich nicht verdie standen. Ich möchte deswegen einfach einmal sagen, was wir möchist. ten. Wir GRÜNE möchten, dass man zumindest für Grundschulen sagt: Die Grundschulen sind geschützte Räume; nicht daher keine Nutzung von Smartphones. – Das sollten wir was für alle Grundschulen ganz klar regeln. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ablen- Für die weiterführenden Schulen sagen wir: Es ist notwender dig, dass es eine Verpflichtung gibt, dass alle Schulen das ne- für sich regeln. Wir halten es für wichtig, dass die Schulen das für sich regeln. Drittens. Es geht hier nicht nur um Verbote. Wer wieder nur auf Verbote abstellt, hat den wichtigsten Teil vergessen. Wenn wir unsere Schülerinnen und Schüler medienkompetent machen wollen, dann müssen wir nämlich sagen: Das digitale Endgerät muss in der weiterführenden Schule Standard sein. Es muss ein standardmäßiges Endgerät geben, mit dem wir Medienkompetenz vermitteln können, mit dem wir den Unterricht ergänzen können, mit dem wir bei der Diagnostik und bei der Förderung tolle Effekte erzielen können. (Heiko Scholz (AfD): Das ist unsere Forderung!) Ich kann aber nicht erkennen, was die Koalition diesbezüglich auf den Weg gebracht hat. Da fehlt bisher jedes Konzept. Deshalb sage ich: Etwas einfach nur zu verbieten, ist der völlig falsche Weg. Wir brauchen vielmehr die Vermittlung von Medienkompetenz, und zwar nicht als Trockenschwimmübung, sondern am Gerät. Es ist die Aufgabe der Zukunft, dass wir unsere Schulen so aufstellen, dass für alle Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen ein digitales Endgerät zur Verfügung steht und dass wir unsere Schülerinnen und Schüler darin stark machen, medienkompetent zu werden. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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