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Daniel May

GRÜNE 12.12.2024 Sitzungen 21/29

Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen Kollegen! Dass die Schulschließungen während der mie erhebliche Einbußen beim Kompetenzerwerb Kom- Schülerinnen und Schüler nach sich gezogen haben, dürfte eigentlich unstrittig sein. Aber für alle, die es vielleicht nicht mehr so genau wissen: Die jüngste PISA-Studie hat gezeigt, dass der Kompetenzerwerb in den Bereichen Lesen und Mathematik fehlt und dies dem durchschnittlichen Lernfortschritt eines ganzen Schuljahres entspricht. Das bedeutet, ein ganzes Schuljahr ist in diesen Bereichen defizitär. Auch andere Studien haben das gezeigt. einem etEs ist vollkommen klar, dass die Folgen der Corona-beZuletzt dingten Schulschließungen immer noch unsere Schülerinnen und Schüler belasten. Von daher ist es vollkommen Gebäufalsch, dass CDU und SPD und die Landesregierung sich des jetzt aus dem Aufholprogramm „Löwenstark“ verabschieHessen. den. mit (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das sind nicht nur fachliche Defizite, sondern auch überfachliche und soziale Dimensionen, die uns bewegen müsvöllig sen. sich der In der Zeitschrift „pluspunkt“ der DGUV vom Mai dieses Jahres hat die Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule aus einfach Langen gesagt, die Schule spüre die Folgen massiv, und das gelte vor allem für die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder. (Freie Der DAK Kinder- und Jugendreport kommt zu dem Ergebnis, dass das Leiden vieler Kinder und Jugendlicher sich verfestige. Auch das darf uns nicht kaltlassen, sondern muss uns doch anspornen, bezüglich der Corona-Pandemie im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler mehr zu tun. überwieMit dem „Löwenstark“-Programm hatten wir doch einen jeden integrierten Ansatz gewählt, der von den Schulen vor Ort sehr wertgeschätzt wurde. Ich beziehe mich wieder auf die Schulleiterin aus Langen, die gesagt hat, sie hätten damit Drucks. viel anfangen können. Es seien damit Angebote von SpraVerche bis Sport finanziert worden. Dabei habe die Schule auf multiprofessionelle Teams gesetzt, die Schulsozialarbeit eingebunden und außerschulische Akteure mit ins Boot geholt. All diese Initiativen stehen jetzt vor dem Nichts; denn das ebenAufholen nach Corona soll laut Landesregierung nun ein Verkehr, Ende haben. Das ist das vollkommen falsche Signal. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dabei hatten CDU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag etwas ganz anderes angekündigt. Sie hatten versprochen, das Programm „Löwenstark“ „auf einem reduzierten Niveau be[zu] verstetigen“. UnterWas ist daraus geworden, habe ich mich gefragt. Ich habe also durch eine Kleine Anfrage erfragt, was denn unter dem Verstetigen auf niedrigem Niveau zu verstehen sei, und bekam die Antwort, dieses und jenes Programm würRedden weitergeführt werden. Es stellte sich heraus: All diese 90/DIE Programme hat es zwar auch während Corona gegeben, sie sind aber wesentlich älter. Sie versuchen damit nur erfolglos zu verschleiern, dass Sie in Wahrheit das gesamte Corona-Aufholen abschaffen. Das halte ich gegenüber der jungen Generation für vollkommen falsch. und Pande- (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Moritz unserer Promny (Freie Demokraten)) Auch was die freien Budgets angeht, wissen wir mit dem Haushalt 2025, dass es keine Reduzierung geben wird, sondern dass es nichts geben wird. Das heißt, die Schulen werden mit den Corona-Folgen völlig alleingelassen. Das ist das völlig falsche Signal. Wir meinen aus der guten Erfahrung, die wir mit den freien Budgets gemacht haben, es sollte in Zukunft für alle Schulen ein Chancenbudget geben, das gezielt zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden kann. Das würde helfen, die Corona-Folgen einzufangen, aber auch dauerhaft für Bildungsgerechtigkeit sorgen. Es gibt ja auch einzelne Schulen, die weiterhin ein Chancenbudget haben, nämlich die Schulen, die im Startchancen-Programm des Bundes sind. Denn dieser Ansatz, den wir gewählt haben, ist durchaus so anerkannt, dass er dort weitergeführt wird. Nur leider sind die StartchancenSchulen eben nur ein Teil der Schulen, und bezahlt wird es vom Bund, während sich das Land Hessen hier schön aus der Verantwortung zieht. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Werte Kolleginnen und Kollegen, in dieser Woche wurde schon viel darüber geredet, dass die Zeit der Corona-Pandemie aufgearbeitet werden soll. Ich glaube, bei den Folgen für die Jugend im Bereich Schule und Entwicklung haben wir kein Erkenntnis-, sondern ein Handlungsproblem. Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, dass die Schulen geschlossen wurden, dass die Kinder und Jugendlichen verzichtet haben, damit vor allem die ältere Generation geschützt wurde, die durch das Infektionsgeschehen besonders beeinträchtigt war. Dafür, dass die Kinder und Jugendlichen damals verzichtet haben, sollten wir ihnen jetzt etwas zurückgeben und das Corona-Aufholen weiterführen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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