Stephan Grüger
haben Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Abgeordnete! Ich könnte jetzt natürlich meine Redezeit voll ausschöpfen und den Fehdehandschuh aufnehmen, der hier gerade noch einmal zum Thema Energiewende der in die Runde geworfen wurde – mit einer Reihe von Halbfür wahrheiten und interessanten Fehlinformationen. UnterFort- Ich will es dabei belassen, darauf hinzuweisen, dass der anderen Industriestrompreis in Deutschland im europäischen Mittelfeld liegt. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass es natürlich von Stunde zu Stunde auch mal Ausschläge nach oben und nach unten gibt. Denn genauso, wie es AusschläEnergiege nach oben gibt, gibt es sie auch nach unten. Ich habe in damit mein Geld verdient, bevor ich Abgeordneter wurde. UnWer das nicht versteht, dem erkläre ich das gerne noch saueinmal. Ansonsten geht es hier um den Antrag der FDP. Ich sage es einmal so: Dieser Antrag hat einen ordentlichen Anteil an Panikmache in sich. Es wird so getan, als ob wir jetzt Wir komplett abgehängt worden wären bei der Planung des allem Wasserstoff-Kernnetzes und als ob sich die vorige Landesregierung und diese jetzige Landesregierung nicht darum gekümmert hätten. Beides ist falsch. Natürlich hat sich die Landesregierung darum gekümmert. wir (Beifall SPD, CDU und Lara Klaes (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)) Das kann man auch sehen, wenn man sich einfach die Karte anschaut. Es geht eine geplante Wasserstoffleitung quer durch Hessen, quer durch das Rhein-Main-Gebiet – obwohl behauptet wird, das Rhein-Main-Gebiet sei irgendwie gar nicht angeschlossen. In Wiesbaden gibt es jetzt schon Diskussionen darüber, wo das denn langgehen soll und ob es dann möglicherweise sogar Probleme damit gibt. Die geplante Leitung oben im Norden geht quasi mitten durch Kassel. Auch da sehe ich die von der FDP behauptete dramatische Nichtberücksichtigung Hessens also nicht. (J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): Nordhessens!) – Nordhessens, ja, Hessens insgesamt, aber auch Mittelhessens. – Dann gibt es noch die „Flow“-Linie, die in Hessen von oben nach unten verläuft. Hessen ist also nicht schlecht angebunden. Da hat die Hessische Landesregierung bisher keinen schlechten Job gemacht. Ich gehe davon aus, sie wird auch weiterhin keinen schlechten Job machen; denn jetzt kommt es darauf an, dass die entsprechenden Backbones, zum Beispiel für Mittelhessen, entsprechend der Bedarfslage weiterentwickelt werden. Dann müssen die Unternehmen aber auch Butter bei die Fische geben und sagen: Brauche ich das, oder brauche ich das nicht? – Denn, was nicht geht und was sich einige Unternehmen offensichtlich vorstellen, ist: Man legt ihnen das Backbone direkt vor die Haustür, und dann können sie sich entscheiden, ob sie es haben wollen oder nicht. Dafür ist das alles viel zu teuer; denn wir dürfen nicht vergessen: Beim Wasserstoff geht es um den Champagner der Energiewende und nicht um etwas, was billigerweise einfach da ist. Es ist schon gesagt worden: Wer Wasserstoff sagt, muss auch Windkraft sagen. Denn man muss dann schon in der Lage sein, die erneuerbaren Energien selbst zur Verfügung zu stellen, um den Wasserstoff auch selbst zu produzieren. Ich weiß, das ist nicht das Konzept der FDP; da hat man die Idee, das wird irgendwo im Ausland produziert und dann hierher geliefert. Dann kann ich nur sagen: herzlich Willkommen in der neuen Abhängigkeit. Man hat sich sozusagen mühsam von der einen befreit und geht dann freiwillig in die nächste Abhängigkeit rein. Das wollen wir auf gar keinen Fall. Daher: Wenn Wasserstoff, dann muss es heimischer, erneuerbarer Wasserstoff sein, aus erneuerbaren Energiequellen und nicht irgendwie von irgendwo. Das wäre ein völlig falsches Konzept. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Daher: Wir werden darauf achten, dass die Landesregierung die Konzepte weiterentwickelt, die bereits auf dem Tisch liegen, dass das mit Augenmaß und Verstand gemacht wird. Wir wissen sehr genau: Die Hauptprobleme, die wir zu lösen haben, sind das Thema Energiepreise – da hat auch der Bund seine Hausaufgaben zu machen – und das Thema Stromnetze. Darüber werden wir gleich noch einmal reden; deswegen werde ich es mir jetzt sparen, das Thema Stromnetze im Einzelnen auszuführen. Das mache ich nachher. Ich kann nur eines sagen: Wir haben da bewährte Techniken – oberirdisch und mit Drehstrom. Die sollte man dann auch entsprechend nutzen; denn das sind die kostengünstigen. Das ist auch wesentlich kostengünstiger als alles mit Wasserstoff. – Vielen Dank, meine Damen und Herren. (Beifall SPD und vereinzelt CDU)
