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Daniel May

GRÜNE 11.12.2024 Sitzungen 21/28

Sehr geehrter Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Die Situation auf dem Arbeitsmarkt der Lehrkräfte ist angespannt. Die Landesregierung musste auf unsere Anfrage hin einräumen, dass zuletzt – gemeint ist das letzte Datum, zu dem die Landesregierung das ermittelt hat – rund 1.000 Stellen nicht besetzt werden konnten. Diese Zahl wurde schon dadurch reduziert, dass Vertretungskräfte oder die Kapitalisierung der Stellen eingerechnet wurden. Wenn man diese Effekte nicht mit hineinnimmt, wird deutlich, dass der Bedarf an ausgebildeten Lehrkräften wesentlich höher ist und dass viele Stellen nicht mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden können. Deshalb ist es wichtig, alle Mittel zu nutzen, um die Personalgewinnung zu steigern, damit wir möglichst viele ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer für unsere Schulen gewinnen können. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Moritz Promny (Freie Demokraten)) Die Kultusministerkonferenz hat verschiedene Öffnungsschritte ermöglicht, um den Menschen den Quereinstieg ins Lehramt möglich zu machen. Hessen nutzt aber nur einen sehr begrenzten Teil aus den neuen Möglichkeiten. Ich finde, es ist schade, dass wir da nicht alles möglich machen, was möglich wäre. Denn der Bedarf ist sehr groß. Von daher komme ich immer noch zu der Aussage, dass dieses Gesetz eine vertane Chance ist. Was die Frage angeht, ob es generell wichtig ist, beruflich anders orientierten Menschen einen Einstieg in den Lehrberuf zu ermöglichen, komme ich zu einem anderen Ergebnis als mein Vorredner. Herr Scholz, wenn Sie von einer Entprofessionalisierung des Lehrerberufs sprechen, dann ist das letztendlich eine Abqualifizierung all derjenigen, die sich auf den Weg machen, jetzt in den Lehrerberuf reinzukommen, die ausgebildete Fachkräfte in einem bestimmten Fach sind, die das als gleichwertig mit der fachlichen Ausbildung eines Lehrers anerkannt bekommen, die sich dann an den Vorbereitungsdienst machen, ein zweites Staatsexamen absolvieren, also am Ende des Tages eine umfassende Qualifizierung erfahren haben. Da von einer „Entprofessionalisierung des Lehrerberufs“ zu sprechen, finde ich gegenüber diesen Personen eine Frechheit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Widerspruch Heiko Scholz (AfD) – Glockenzeichen) Dann haben Sie noch die Befristung beantragt. Das ist schon insofern sinnlos, weil der Quereinstieg immer nur dann aufgemacht wird, wenn es ein Mangelfach ist, wenn der Mangel in einem Fach wahrgenommen wird. Deswegen ist es sowieso immer eine Sache, die einzeln festgestellt wird, sodass die Frage der Befristung sinnlos ist. Was Sie hinsichtlich der Weiterbildung ausgeführt haben, sollte sich auch an Ihrem Änderungsantrag orientieren: Dort haben Sie im Regelfall von drei Jahren gesprochen, (Zuruf AfD: Drei bis fünf!) im Ausnahmefall fünf Jahre. Wenn Sie sich überlegen, dass diese Leute, die gerade erst neu in den Schuldienst eingestiegen und Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger sind, gleich mit einer Weiterbildung starten sollen, dann sehen Sie doch, dass Sie den ganzen Öffnungsschritt an dieser Stelle absurd machen würden. Insofern ist es richtig, Ihren Änderungsantrag abzulehnen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Moritz Promny (Freie Demokraten)) Wichtiger wäre es, wenn die Koalition die Kraft gefunden hätte, zu dem Gesetzentwurf tatsächlich anzuhören, Sie die Kraft gefunden hätten, sich darüber mit Fachleuten auseinanderzusetzen, wenn Sie die Kraft gefunden auf die Vielzahl von Änderungsvorschlägen, die wir Oppositionsfraktionen Ihnen gemacht haben, einzugehen. Dann wäre dieser Gesetzentwurf wesentlich besser den. Dann wäre es möglich gewesen, noch mehr Menschen einen Zugang zum Lehrkräftearbeitsmarkt zu geben. wäre es möglich gewesen, noch mehr Menschen als kräfte zu gewinnen. Diese Chance haben Sie vertan, damit sind Sie letztendlich auch mitverantwortlich, am Ende des Tages nicht genügend qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung stehen.

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