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Esther Kalveram

SPD 10.10.2024 Sitzungen 21/23

Sehr geehrte Frau Präsidentin, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Herzlichen Dank an die FDP für diesen Antrag, der es uns im Parlament ermöglicht, Werbung für unser wunderbares hr-Sinfonieorchester und die hr-Bigband zu machen. Die beiden haben die Aufmerksamkeit des Parlaments nämlich mehr als nur verdient und erhalten sie viel zu selten. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) 1929 als eines der ersten Rundfunksinfonieorchester Deutschlands gegründet, steht das hr-Sinfonieorchester deutschlandweit ebenso für musikalische Tradition wie auch für Modernität. Das zeigt auch die beeindruckendste Liste musikalischer Uraufführungen. Die hr-Bigband ist eine der weltweit besten Formationen ihrer Art. Beide erfreuen sich großer Beliebtheit, und regelmäßig sind ihre Konzerte ausverkauft. Also eigentlich alles gut? Nein – Herr Abgeordneter Rock hat darauf hingewiesen –; denn wir stehen gerade am Anfang einer großen Debatte über den öffentlichen Rundfunk, in der es auch um die Frage geht, was unabdingbar zu den Kernaufgaben des öffentlichen Rundfunks gehört. Zurzeit finanziert der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland 19 Klangkörper, eine europaweit einzigartige kulturelle Vielfalt und eine, deren Existenzberechtigung im Zuge von Sparüberlegungen leider immer wieder in Zweifel gezogen wird. Aber gerade durch die regionale Aufstellung der Rundfunkanstalten und die regionale Aufstellung ihrer Klangkörper existiert hier ein Alleinstellungsmerkmal. In dem Sinn bin ich auch ein bisschen skeptisch bei Zusammenlegungen, die Sie angedeutet haben. Für die Musikkultur in Deutschland sind die Klangkörper im Grunde unverzichtbar. Und dennoch hat der öffentlichrechtliche Rundfunk keinen originären Auftrag des Gesetzgebers, Orchester, Bigbands oder auch Chöre zu unterhalten. Das ist ein Dilemma, das wir ohne Zweifel lösen müssen. Es geht also darum, zu prüfen, ob und in welchem Umfang die Öffentlich-Rechtlichen auch in Zukunft Klangkörper unterhalten und finanzieren können oder ob man neue Modelle finden muss. Aber all das kann wirklich nur im engen Dialog mit den Orchestern und den Bands und auch – in anderen Bundesländern – den Chören erfolgen. Das uns allen sehr bewusst sein. Eben deshalb haben CDU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, dass wir in Gespräche mit dem Hessischen Rundfunk über die Zukunft seiner Klangkörper wollen. Herr Rock, Sie haben es gesagt: Diese Gespräche finden gerade statt. Sehr deutlich ist, dass uns allen an gelegen ist, beide Klangkörper zu erhalten. Sie ein wichtiger Teil unseres Kernauftrags im KulturBildungsbereich. Also: noch einmal herzlichen Dank, liebe FDP-Fraktion, dass Sie uns die Gelegenheit geben, über die hessischen Klangkörper zu sprechen. Ihr Antrag allerdings greift zu kurz, und er kommt auch viel zu früh. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Es muss jetzt erst einmal darum gehen, alle Möglichkeiten gemeinsam im Dialog auszuloten, um hinterher zu chen, dass Sinfonieorchester und Bigband für uns hier Hessen erhalten bleiben. – Herzlichen Dank. (Beifall SPD und vereinzelt CDU)

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