Tanja Hartdegen
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Tatsache, dass wir uns in diesem Haus nun das dritte Mal mit diesem Thema befassen müssen, zeigt weniger das große Interesse der AfD an gendergerechter Sprache, sondern vielmehr das Interesse der AfD an Skandalisierung oder, besser, an Pseudoskandalisierung. (Vereinzelter Beifall SPD, CDU und Moritz Promny (Freie Demokraten)) – Danke sehr für den einzelnen Applaus. Natürlich ist es Ihr gutes parlamentarisches Recht, eine dritte Lesung zu beantragen. Aber bitte, wenn das Thema zur Genüge ausdiskutiert ist, dann steht eher zu vermuten, dass allein das populistische Interesse befriedigt werden soll. Inhaltlich ist jedenfalls in den beiden vorausgegangenen Debatten schon alles gesagt worden, was zu sagen ist. Was zu regeln ist, ist geregelt worden. Sie sollten Ihre widersprüchlichen Forderungen und Logikprobleme irgendwo anders klären, jedenfalls nicht in diesem Hohen Haus. (Beifall SPD, vereinzelt CDU und Moritz Promny (Freie Demokraten) – Robert Lambrou (AfD): Wo denn sonst?) Es passt nicht zusammen, dass Sie sich selbst als diejenigen stilisieren, denen angeblich der Mund verboten wird. Zugleich wollen Sie jetzt Sprachverbote erteilen. Absurder geht es wohl kaum noch. (Beifall SPD, Christian Wendel (CDU) und Moritz Promny (Freie Demokraten)) Für uns gilt jedenfalls eindeutig und unumstößlich: Solange man sich an die Verfassung hält und keinen Hass und Hetze verbreitet, wird in diesem Land niemandem der Mund verboten. Jeder darf sprechen, wie er möchte. Das ist das Kernstück unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. (Dr. Frank Grobe (AfD): Das wird der deutsche Lehrer aber anders sehen!) Sie müssen sehr viel Angst vor Andersdenkenden und vor Veränderungen haben. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Moritz Promny (Freie Demokraten)) Das Gendern bedeutet für uns, dass wir Respekt vor allen Menschen zum Ausdruck bringen. (Robert Lambrou (AfD): Auch vor den 80 %, die Gendersprache ablehnen?) – Wir zwingen niemanden dazu, zu gendern. Das haben Sie, glaube ich, falsch verstanden. Das sind genau die Fake News, die Sie immer wieder zu verbreiten versuchen. (Beifall SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –
