Antje Hebel
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hamburger, das Thema Hebammen wurde in dieser Legislaturperiode unter verschiedenen Gesichtspunkten sowohl in der Bürgerschaftssitzung als auch bereits im Gesundheitsausschuss behandelt. Im vorliegenden Antrag geht es darum, Ergebnisse einer Befragung aus 2022 zu veröffentlichen und den dazu in Aussicht gestellten Abschlussbericht gleich mitzuliefern. Ja, richtig! Was sollte man auch gegen eine Veröffentlichung und einen Abschlussbericht haben? Die Frage ist vielmehr, warum das noch nicht lange geschehen ist? Wir unterstützen daher den Antrag, obwohl auch aus diesem sich ein paar Fragen geradezu aufdrängen. Schaut man sich die letzten zehn Jahre an, welche Erhebungen, Befragungen, wissenschaftlichen Untersuchungen und sonstige Analysen von verschiedensten Institutionen durchgeführt wurden, dann kommt da einiges zusammen. Hier ein paar Beispiele: Da gab es 2015 den Bericht zur Hebammenversorgung in Hamburg, bei dem die Hamburger Sozialbehörde federführend war. 2018, ebenfalls von der Sozialbehörde beauftragt, folgte ein fachspezifischer Gesundheitsbericht zur Hebammenversorgung, um Daten über Versorgungsstrukturen und die Gesundheit von Schwangeren aufzuzeigen. Bestimmte Zahlen werden im Rahmen der Qualitätssicherung durch den Krankenkassenverband bereits fortlaufend erhoben, wie zum Beispiel die Jahreserhebung durch das EQS-Hamburg, durchgeführt durch das BQS-Institut. Schwerpunkt dabei sind Qualitätsindikatoren, Kennzahlen und Auffälligkeitskriterien im Betrieb der Geburtshilfe. Während sich die eine Studie mit der Arbeitsbelastung der Hebammen befasst, untersucht eine andere aus Sicht der schwangeren Frauen die Geburtshilfe, und die dritte erhebt die allgemeine Versorgungslage. Das kann man alles so machen, gut und schön, aber letztendlich sind das alles punktuelle Betrachtungen. Aus Sicht der Politik fehlt aber das Mittel, um fortlaufend über einen sehr wichtigen Teilbereich in unserem Gesundheitssystem im Bilde zu bleiben. Dazu gehört die allgemeine Versorgungslage, aktuelle Kennzahlen samt sich abzeichnender Entwicklung sowie Prognosen und der sich daraus ableitenden Bedarfsplanung. Andererseits die Rahmenbedingungen, die Ausbildungssituation, die Arbeitsbelastung samt deren Auswirkungen im Bereich der Geburtshilfe. Zu guter Letzt alle relevanten Aspekte aus Sicht der Schwangeren beziehungsweise werdenden Eltern. Die von mir aufgezählten Punkte müssen nicht der Weisheit letzter Schluss sein, zeigen aber sicher wichtige Aspekte auf und sollten nicht fehlen. Was spricht also dagegen, dass in regelmäßigen Abständen eine vollumfängliche Erhebung stattfindet, die alle Aspekte der Geburtshilfe untersucht? Eigentlich nichts, nur in dem Bereich der Ideologie und der Brandmauer. Der gesunde Menschenverstand spricht nicht dagegen. Eine solche Erhebung muss sicherlich nicht jährlich oder alle zwei Jahre durchgeführt werden. Allerdings sollten auch nicht mehr als fünf Jahre zwischen solchen Erhebungen liegen, um überhaupt den Überblick über die Situation samt Entwicklung zu erlangen, um darauf basierend politische Entscheidungen treffen zu können. Deswegen unser vorliegender Antrag. Danke.
