Stephan Jersch
Herr Präsident, meine Damen und Herren. Gerade erst sollte auf Antrag der AfD die Klimakatastrophe abgesagt werden, und angesichts eines mittlerweile ja gewöhnlich ungewöhnlichen Sommers schreien Sie nach Klimaanlagen. Was fehlt, ist in Ihrer Anfrage die Abfrage der Anzahl der Ventilatoren in den Gebäuden der Stadt. Das wäre noch... Das würde es rund machen. Es ist sicherlich sinnvoll, über Folgen zu reden, über Folgen der Erhitzung, aber wer angesichts der Klimakatastrophe zuerst nach Klimaanlagen schreit, der hat das Problem einfach nicht verstanden. Das... Das zeugt von einer ganz deutlichen Inselbegabung. Wenn die Antwort auf die Klimakrise am Ende lautet, mehr Klimaanlagen zu bauen, dann verwechseln Sie Klimapolitik mit Gebäudetechnik. Aber mehr als 40 Hitzetote in Hamburg warnen natürlich, das ist richtig, aber es geht doch darum festzustellen: Welche Gebäude sind eigentlich betroffen? Viele Gebäude haben eine hervorragende Passivkühlung. Und letztendlich muss man ja auch sagen, die ideale Kühlung einer Klimaanlage sollte bei 24 bis 26 Grad stehen. Das erreicht auch die Passivkühlung an vielen Orten. Brauchen wir Investitionsprogramme zum Beispiel für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen? Das sollte geklärt werden. Ich weiß, ein bisschen populistisch, dass Sie da wieder einfach mal losrufen, aber okay, was Sie machen, ist letztendlich, den Brandschutz einer Stadt an der Anzahl der Feuerlöscher zu bewerten. Das ist völlig falsches Herangehen. Wir... Wir müssen reden über Gebäudequalität, über das Stadtgrün, über die Verschattung. Wir müssen über Arbeitsbedingungen reden und wir müssen auch über die soziale Infrastruktur in dieser Stadt reden. Und das Beispiel der Stadtteile hat der Kollege Mohrenberg ja auch schon genannt. Darüber haben wir zu reden statt Ihrer Klimaanlagen. Ach, lassen wir's! Danke.
