Andreas Grutzeck
Ja, Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, es ist ja positiv, dass die Koalition jetzt doch irgendwie mal zumindest mit einem Antrag versucht, das Heft des Handelns zum Thema Obdachlosigkeit wieder ein bisschen in die Hand zu kriegen. Schade ist, dass Sie sich weiterhin nur alter Methoden bedienen. Sie fordern wieder einen runden Tisch. Sie loben das Engagement der vielen Ehrenamtlichen. Das kann man gar nicht genug tun. Ansonsten allerdings passiert nicht viel, und die Obdachlosigkeit wird immer schlimmer. Der Zustand der obdachlosen Menschen wird immer schlechter, und es passiert nichts Substanzielles. Die Initiativen haben sich mittlerweile zum Teil zusammengeschlossen, auch ohne unseren Antrag und ohne die Behörde um zumindest ein Mindestmaß an Koordination hinzubekommen. Das wäre in der Tat schön, das Ganze zu professionalisieren und endlich auch dann von der Behörde ausgehend einen Handlungsfaden und Leitfaden zu entwickeln, der den Leuten wirklich hilft. Denn vieles ist zwar da, und Sie werden ja nicht müde, Frau Schlotzhauer, auch immer zu betonen, dass Sie bei den Bundesländern an der Spitze stehen. Das mag ja alles sein. Trotzdem sterben jedes Jahr Dutzende von Menschen, und das kann uns einfach nicht zufriedenstellen. Versuchen Sie bitte, auch wenn wir den Antrag heute nicht ändern können, Ihren Antrag, beim runden Tisch deutlich unter einem Jahr zu bleiben. Das ist wirklich ein blanker Hohn, zu sagen: "In einem Jahr soll der runde Tisch Ergebnisse vorlegen." Sehen Sie zu, dass Sie spätestens das Frühjahr des nächsten Jahres erreichen, damit wir nicht nur den runden Tisch haben, sondern weitere Maßnahmen, um Menschenleben möglichst zu retten und den Menschen zu helfen. Danke sehr.
