Dirk Nockemann
Herr Vorsitzender, meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Grote, warum hat Sie hier eigentlich der Mut verlassen? Als ich vorhin in meiner ersten Debattenrede gesagt habe, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft hätte Ihnen vorgeworfen, die Polizei nicht entsprechend den Vorgaben des Verfassungsgerichts zu finanzieren, und deswegen sei die Polizei aufgefordert, Olympia nicht zuzustimmen, haben Sie da oben irgendwas Undefinierbares vor sich hingenuschelt, wie Sie das immer machen, wenn ich hier rede. Da hätte ich dann gedacht, wenn Sie hier vorne sind, nehmen Sie die Gelegenheit wahr und äußern sich sachlich und fachlich dazu. Und wieder haben Sie sich ins Gebüsch geschlagen und wieder haben Sie gekniffen. Das erwartet man nicht von einem Innensenator. Ja, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich habe zum Senat schon einiges gesagt, aber Herr Thering, noch mal, wirklich noch mal zu Ihnen: Ich habe so was noch nicht erlebt. So eine gewaltige Stillosigkeit, innerhalb von wenigen Millisekunden ein völlig anderes Kleid anzuziehen und zu sagen: "Ich hab damit nichts zu tun." Ihre Vertreter im Sportausschuss haben keine einzige kritische Frage gestellt an den Senat. Das waren alles nur Kuschelfragen. Sie sind denen förmlich in den ... gekrochen. Ich will das nicht weiter ausführen. Und jetzt auf einmal sagen Sie, Sie haben damit überhaupt nichts zu tun. Sie haben im Sportausschuss agiert, wie Sie das immer tun – nach dem Motto: "Wir als CDU sind der bessere Juniorpartner als die GRÜNEN." Das war Ihr Ziel. <i>- Das ist doch Quatsch, was Sie hier erzählen</i>. - Und dann... Na, das ist doch genau das Richtige. Und dann haben Sie so fest zugebissen im Senat, ja, so fest zugebissen wie im Kasperletheater das Krokodil beim Kasper. Das ist Ihre Rolle gewesen. Und jetzt kommen Sie hier als Hulk und fordern sofort irgendwelche politischen Konsequenzen. Herr Thering, das sind nicht die Eigenschaften, die man von einem zukünftigen Bürgermeister erwartet. Das werden sich die Wähler auch merken. Das werden sich die Wähler merken. Das ist skrupellos, das ist... Mehr sage ich dazu nicht. Herr Kienscherf, ich frage mich, wie ernst Sie diesen Entscheid nehmen, wenn Sie hier die Chuzpe haben, zu sagen: "Da waren doch viele Leute bei den Gegnern des Entscheids dabei," "die gesagt haben, 'Olympia brauchen wir nicht, die SPD tut schon genug für diese Stadt.'" Das ist ja ungeheuerlich, das ist ja geradezu eine Verhöhnung, eine Verhöhnung der Bürger, die dagegen abgestimmt haben. Was mich besonders ein wenig in Erstaunen versetzt, ist die Tatsache, dass in den Medien jetzt gesagt wird: "Na ja," "die politischen Ränder haben hier sozusagen die politische Mitte drangsaliert oder überstimmt." Wer hier Rand ist, das hat diese Abstimmung gezeigt! Wir sind nicht Rand, sondern wir sind die Mitte der Bürger und nicht Sie!
