Antje Hebel
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hamburger. Als Vorbemerkung erwähne ich, dass die AfD erst im März dieses Jahres mit ihrem Antrag zum Thema U-Untersuchung gezeigt hat, dass wir die Eltern da auch nicht aus der Verantwortung lassen, diese auch wahrzunehmen. Ferner halten wir fest, dass in der deutlichen Mehrzahl die Kinder in Deutschland wohlbehütet und liebevoll aufgezogen werden. Ein deutliches Indiz dafür ist in Hamburg die hohe Teilnehmerquote, die hier schon erwähnt wurde, von über 90 Prozent mit der freiwilligen U1- bis U9-Untersuchung, was auch dem guten Einladungs- und Erinnerungswesen geschuldet ist. Verbleiben weniger als 10 Prozent, wo man vielleicht genauer hinschauen muss. Das vorweg, um hier keinen Alarmismus verbreiten zu lassen. Aber der Unterschied zu unseren und dem hier vorliegenden CDU-Antrag ist der, dass wir den Eltern nicht unterschwellig mit Maßnahmen drohen oder in Bezug auf deren Kinder gar zu etwas zwingen wollen, wenn sie nicht... ...wenn sie nicht so parieren, wie es die Obrigkeit will. Das sage ich Ihnen übrigens als dreifache Mutter, die alle U-Untersuchungen bei all ihren Kindern durchgeführt hat. Der vorliegende CDU Antrag kommt daher aus der Kategorie: "gut gemeint, aber schlecht gemacht". Er beklagt die hohe Anzahl an Kindern mit gravierenden Entwicklungsstörungen. Die Schlussfolgerung der CDU daraus lautet, dass nur der Staat das regeln kann, und empfiehlt in sechs von seinen neun Forderungen verbindliche Maßnahmen und Kontrollen. Das ist falsch – sowohl in der Schlussfolgerung als auch in den daraus abgeleiteten Maßnahmen. Richtig: Der Grundstein für die motorische, sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung wird in der frühkindlichen Phase gelegt. Richtig ist auch, das zeigen alle Indikatoren: Diese Entwicklung geht in die falsche Richtung. Die Kinder werden zu dick, zu unbeweglich, zu viele motorische Legastheniker, Empathielosigkeit, Konzentrationsschwächen, hyperaktiv und vieles mehr. Vielleicht sollte man nicht versuchen, Dreijährige über ihre Geschlechtlichkeit aufzuklären, sondern einfach mal wieder auf Bäume klettern zu lassen. Einfach mal draußen oder auf dem Spielplatz wild toben, Vater-Mutter-Kind spielen lassen, ohne dass ihnen dabei erklärt wird, dass sie auch Vater-Vater-Kind oder Mutter-Es-Kind spielen können. Nicht ständig davon erzählen, dass wir alle ertrinken, verbrennen oder ersticken werden, je nachdem, welche Klimawandel-Weltuntergangsversion von den GRÜNEN gerade favorisiert wird. Dann verschwinden bei so manchen Kindern die psychischen oder emotionalen Entwicklungsstörungen von ganz alleine. Die CDU fordert, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für Kinder mit gravierenden Entwicklungsstörungen muss in den Fokus genommen und in nachprüfbaren Handlungen auch durch den Staat umgesetzt werden. Hätte Margot Honecker als Ministerin für Volksbildung nicht besser formulieren können. Wer definiert diese gravierenden Entwicklungsstörungen? Sie? Und die verbindlichen Maßnahmen beziehungsweise nachprüfbaren Handlungen heißen? Was? Therapie? Medikamente? Und wenn die Eltern das nicht wollen, dann was? Ich hoffe nur, dass Ihre Brandmauer so dicht gemauert ist, dass wir niemals von diesem Staats-Kontrolletti-Virus einer ehemals konservativen Partei infiziert werden. Aber leider, leider verhindert diese ja auch, dass Sie Anträge der AfD wie aus dem Februar – "Gesunde Ernährungsweise frühzeitig und dauerhaft vermitteln" – oder – "Gesundheit muss Thema in der Bildung werden" – aus dem Oktober 2025 ablehnen. Und jetzt stellen Sie sich hierher und beklagen Fehlentwicklungen, die als Ursache unter anderem falsche Ernährung und Bewegungsmangel haben. Wie erklären Sie Ihren CDU-Wählern eigentlich diese riesengroße Diskrepanz? Wie glaubhaft ist überhaupt der vorliegende Antrag? Statt Ursachen anzugehen, entlarven Sie sich damit wieder als Experten für Symptombehandlung und staatlichen Dirigismus. Die darin geforderten verbindlichen Maßnahmen bedeuten in diesem Fall nichts anderes, dass, wenn jemand nicht willig ist, na ja, dann nimmt immer der Staat es in die Hand – Corona mit Herrn Spahn lässt grüßen. Eingangs hatte ich erwähnt, dass die gute Einladungs- und Erinnerungsstrategie bei den in Hamburg freiwilligen U-Untersuchungen sicher mit ein Grund für die hohe Teilnehmerquote ist. Das zeigt, es geht auch ganz ohne Zwang und Repression. Danke.
